Flickenteppich aus halbfertigen Teilstücken

Leserbrief : Flickenteppich aus halbfertigen Teilstücken

Verkehr

Schlimme Unfälle in den vergangenen Tagen und Wochen, teilweise gar mit Todesfolge, veranlassen mich erneut, auf die katastrophalen Zustände der Straßen in unserer Region hinzuweisen. Das Straßennetz in der Eifel gleicht einem Flickenteppich aus halbfertigen Teilstücken, die aber sehr stark befahren sind.

Ein Irrsinn ist auch, dass bei Reparaturmaßnahmen oder Unfällen auf der A 60 zwischen Winterspelt und Prüm und der B 51 zwischen Olzheim und der A 60 der Verkehr über die Dörfer umgeleitet wird und sich dann, besonders durch den starken Schwerlastverkehr, die Fahrer im Schneckentempo über die oft sehr maroden und engen Landstraßen bewegen müssen.

Die hohen Geschwindigkeiten, die allzu oft auf den „langen Geraden“ der A 60 und B 51 – hier vor allem auf dem Abschnitt zwischen Bitburg und Trier – gefahren werden, haben bei Unfällen im Begegnungsverkehr besonders schlimme Folgen, da ja die schützenden Mittelleitplanken fehlen.

Fatal ist auch, dass viele Fahrer, die von der Autobahn aus Belgien oder der A 60 aus Richtung Bitburg kommen, oft im Kopf nicht „umschalten“, dass man plötzlich auf einer „Eifeler Landstraße“ ist und im Schneckentempo fahren soll.

Die Ersthelfer von DRK, Feuerwehr und Polizei müssen immer wieder die Toten und Schwerverletzten bergen und brauchen lange, um das Erlebte zu verarbeiten. Alle Menschen, die bisher dort bei Verkehrsunfällen gestorben sind, könnten noch leben. Schwerverletzte, die lebenslang unter den Folgen leiden müssen, könnten noch als gesunde Menschen am täglichen Leben teilnehmen, hätte man die A 60 komplett als Autobahn fertiggestellt. Das Gleiche gilt für die B 51 von Stadtkyll über Olzheim und Prüm zur A 60 sowie die B 51 zwischen Bitburg und Trier.

Für mich sind auch die von uns gewählten Politiker in Berlin und Mainz aufgerufen, sich für einen bedarfsgerechten Ausbau der Eifelstraßen einzusetzen, die dem stark gestiegenen Verkehrsaufkommen – und hier besonders dem Schwerlastverkehr – gerecht werden.

Deutschland liegt im europaweiten Vergleich 20 Jahre hinter den erforderlichen Straßen-Baumaßnahmen zurück. Würden A 60 und B 51 als Autobahn oder autobahnähnlich ausgebaut, könnte im Bedarfsfall der Verkehr auf diesen Trassen umgeleitet werden und die Folgekosten von Umleitungen in Form von Reparaturarbeiten an den Kreis-, Landes- und Bundesstraßen würden eingespart.

Die Lösung und Forderung: Vierspuriger Ausbau der A 60 von Winterspelt bis Prüm, zumal mit der Eröffnung des Hochmoselüberganges der Verkehr nochmal zunehmen wird. Weiterführung der A 1 und bedarfsgerechter Ausbau der B 51.