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Florian Schroeder und Volkmar Staub besuchen Prüm

Kabarett : Wirklich jeder bekommt sein Fett weg

Mit bitterem Witz und viel Häme haben die Kabarettisten Florian Schroeder und Volkmar Staub auf Einladung des Geschichtsvereins Prümer Land einen Rückblick auf das politische Jahr 2017 geworfen.

An ausreichend Stoff mangelt es wahrlich nicht: Das politische Jahr 2017 ist aus kabarettistischer Sicht eine Goldgrube. Doch wo anfangen, wo aufhören angesichts von Jamaika-Sondierungen, AfD-Gebell, FDP-Comeback und einem amerikanischen Präsidenten, der die Welt mal kurz aufmischt? Die Kabarettisten Florian Schroeder und Volkmar Staub machen es sich einfach: In ihrem Programm „Zugabe – Der kabarettistische Jahresrückblick“ holen sie einfach zum Rundumschlag aus und sprechen alles an, was im ausklingenden Jahr das Zeug dazu hatte, die Gemüter zu erregen.

Auf Einladung des Geschichtsvereins Prümer Land (GVPL) tritt das ungleiche Paar in der Karolingerhalle vor knapp 300 Besuchern auf. „Der Kabarettabend zum Ende des Jahres hat mittlerweile eine lange Tradition bei uns“, sagt Andreas Backes, zweiter Vorsitzender des GVPL. Nach den Urgesteinen Volker Pispers, Jürgen Becker und dem Ensemble des Bonner Improvisationstheaters Springmaus steht nun also ein weiteres kabarettistisches Schwergewicht auf der Bühne der Karolingerhalle. „Man darf gespannt sein, was die beiden heute so zu bieten haben“, sagt Backes kurz bevor Schroeder und Staub den politischen Wahnsinn des Jahres Revue passieren lassen. Und von dem gab es wahrlich genug im Jahr 2017.

Ganz in der Tradition amerikanischer Late-Night-Shows lassen sich Schroeder und Staub zur Begrüßung an weit auseinanderstehenden Schreibtischen nieder. Auf einer Leinwand werden denkwürdige Szenen eingespielt: Manche sind so absurd, dass sie im Original gezeigt werden. Wenn Katrin Göring-Eckhardt beim Grünen-Bundesparteitag zu Fürsprecherin von Bienen, Kiebitzen und Zitronenfaltern wird, bedarf es keiner satirischen Bearbeitung. An anderer Stelle beweist Schroeder sein Talent zur stimmlichen Persiflage. Beispielsweise in der Eröffnung, bei der Christian Lindner, angelehnt an dessen Pressekonferenz zum Ende der Sondierungsgespräche, in den Mund gelegt bekommt, dass es mit Blick auf das kommende Kabarettprogramm „besser ist nicht aufzutreten, als falsch aufzutreten.“

Man merkt schnell, dass hier Profis am Werk sind: Die Gags sitzen, die politischen Sympathien der Besucher sind am häufig ungleichmäßig verteilten Lachen im Zuschauerraum zu erkennen – dabei bekommt jeder sein Fett weg. Ob AfD, CDU, Grüne, Linke, SPD oder FDP: keine Partei bleibt vom Spott verschont. Allerdings ist auch ein Protagonist auszumachen. Schroeders Liebling ist ganz offensichtlich Christian Lindner – „der Oskar Lafontaine der neuen Rechten“.

Einziges Problem für die Zuhörer: Die Herren rasen quasi durch das bewegte Jahr. „Es ist wirklich kaum möglich, jede Pointe mitzubekommen. Da lacht man noch über die eine, da kommt auch schon die nächste und ist schnell mal verpasst“, sagt die Besucherin Regina Haustein. Aber irgendwie solle es so ja auch sein: „Besser, als wenn man nach den Gags suchen muss.“

 Die Pointen sitzen, allein die Geschwindigkeit mit der Volkmar Staub und Florian Schroeder sie raushauen, macht es schwer jede wirklich mitzubekommen.
Die Pointen sitzen, allein die Geschwindigkeit mit der Volkmar Staub und Florian Schroeder sie raushauen, macht es schwer jede wirklich mitzubekommen. Foto: TV/Frank Auffenberg
   Volkmar Staub zeigt beim Jahresrückblick ganzen Körpereinsatz. Florian Schroeder beobachtet den Ausbruch seines Kollegen.
Volkmar Staub zeigt beim Jahresrückblick ganzen Körpereinsatz. Florian Schroeder beobachtet den Ausbruch seines Kollegen. Foto: TV/Frank Auffenberg
   Florian Schroeder und Volkmar Staubs Liebling: Christian Lindner: „Der Oskar Lafontaine der neuen Rechten.“
Florian Schroeder und Volkmar Staubs Liebling: Christian Lindner: „Der Oskar Lafontaine der neuen Rechten.“ Foto: TV/Frank Auffenberg
 Wie würde Luis Trenker auf das neue Berlin reagieren? Wohl sehr irritiert und aufgewühlt. Volkmar Staub versucht mit vollem Körpereinsatz ein Bild davon zu zeichnen.
Wie würde Luis Trenker auf das neue Berlin reagieren? Wohl sehr irritiert und aufgewühlt. Volkmar Staub versucht mit vollem Körpereinsatz ein Bild davon zu zeichnen. Foto: TV/Frank Auffenberg

Und wie sieht es mit den Planungen des Geschichtsvereins fürs kommende Jahr aus? „Unser Programm steht, sobald alles fest ist, werden wir die Details bekanntgeben“, sagt Backes. Einen Termin könne man sich aber schon vormerken, den Jahresabschluss 2018. „Dafür haben wir Gerd Dudenhöffer verpflichten können“, sagt der zweite Vorsitzende. Dudenhöffer wird am Samstag, 15. Dezember 2018, Staub und Schroeder auf der Bühne der Karolingerhalle beerben.