Flüchtlinge auf dem Land brauchen Hilfe

Bitburg · Neben den rund 1000 Flüchtlingen, die derzeit in den Notunterkünften auf dem Flugplatz Bitburg untergebracht sind, leben mittlerweile mehr als 200 Asylsuchende im Bitburger Land. Im Gegensatz zur Stadt Bitburg, wo es an Wohnraum fehlt, gibt es im Umland bei der Suche nach Unterkünften für die Flüchtlinge bislang noch keine Engpässe.

Bitburg. Manchmal kommen mehr, manchmal weniger. Doch im Moment sind es eher mehr: Als Monika Fink Ende November in ihrer Eigenschaft als Integrationsbeauftragte der Verbandsgemeinde (VG) Bitburger Land sowie der Stadt Bitburg im VG-Rat über die aktuelle Flüchtlingssituation berichtete, lebten 190 Asylsuchende im Bitburger Land. "Inzwischen haben wir die 200er-Marke übersprungen", sagt sie gut zwei Wochen später. Im Moment kämen recht viele Flüchtlinge in der VG an, so Fink.
Verteilt sind diese Menschen laut Verwaltung auf 24 Gemeinden. Und davon leben die meisten in Kyllburg, Malberg und Dudeldorf. Wie Rainer Wirtz, Erster Beigeordneter der VG, erklärt, seien bislang bereits rund 50 Wohnungen angemietet worden. Engpässe gebe es aber noch nicht. "Wir haben bis jetzt noch ein durchgängiges Angebot an Wohnungen und können die Flüchtlinge deshalb gut und flächendeckend unterbringen", sagt Wirtz. Er geht davon aus, dass sich die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge bis zum Jahresende auf 300 erhöhen wird.
Die Zuweisung erfolgt nach einem festen Schlüssel: Von den Flüchtlingen bundesweit kommen 4,8 Prozent nach Rheinland-Pfalz. Davon werden 2,4 Prozent auf den Eifelkreis verteilt und davon laut VG-Verwaltung wiederum 25 Prozent auf die VG Bitburger Land. Von 10 000 Flüchtlingen, die in Deutschland aufgenommen werden, landen demnach also 14 im Bitburger Land. Zudem nimmt die VG auch Menschen auf, die in Bitburg aufgrund des dort fehlenden Wohnraums nicht untergebracht werden können. Aktuell sind das nach Auskunft der Stadtverwaltung rund ein Dutzend.
Gut ein Drittel der Flüchtlinge im Bitburger Land kommt aus Syrien. Den zweitgrößten Anteil machen die Menschen aus Albanien aus. "Die Albaner werden kein Bleiberecht bekommen und brauchen deshalb unsere Hilfe und Unterstützung bei freiwilliger Rückkehr und Abschiebung", sagt Fink. Und auch noch andere Menschen seien auf Unterstützung angewiesen, wie die Inte-grationsbeauftragte erklärt. Nämlich die, die sich um die Flüchtlinge kümmerten. Und das gelte sowohl für die Verwaltung als auch für die vielen ehrenamtlichen Helfer. "Wir wollen eine Stelle für einen Sozialarbeiter einrichten, der die Flüchtlinge vor Ort betreut", sagt Fink und verweist auf Gespräche mit der Verwaltung sowie dem Deutschen Roten Kreuz. Der Sozialarbeiter soll nach den Vorstellungen Finks die Verwaltung entlasten und zudem Ansprechpartner für die ehrenamtlichen Helfer sein.
Zu den Aufgaben, die von den freiwilligen Helfern übernommen werden, gehört neben Fahrdiensten, Unterstützung bei Behördengängen oder Hilfe bei der Einrichtung der Wohnungen auch die Vermittlung von Sprachkenntnissen.
"Wer hier leben will, muss unsere Sprache lernen", betont Fink. Und die Bereitschaft, die deutsche Sprache zu lernen, sei groß. So gebe es bereits Sprachkurse in Kyllburg, Dudeldorf und Malberg sowie einen Alphabetisierungskurs und einen Sprachkurs nur für Frauen. Weitere Angebote seien derzeit in Bettingen, Nattenheim und Rittersdorf geplant.