„Flüchtlinge sitzen in den Dörfern fest“

Bitburg/Prüm · Insbesondere Jugendliche, alte Menschen und auch die 685 Flüchtlinge, die in den Gemeinden des Eifelkreises wohnen, bekommen mit Beginn der Sommerferien Probleme. Da auf dem Land kaum mehr Busse fahren, werden Einkäufe und sonstige Erledigungen zur Herausforderung.

Sengende Hitze, kein Bus fährt, was tun? Mit den Sommerferien ändern sich schlagartig die Fahrpläne des öffentlichen Personen-Nahverkehrs. Das bereitet älteren Menschen, Jugendlichen und insbesondere den 685 Flüchtlingen, die in den Orten des Eifelkreises Bitburg-Prüm wohnen, Probleme. Aus den kleineren Dörfern in die Mittelzentren zu gelangen, um Einkäufe zu erledigen, wird dann zur Herausforderung. Die Einheimischen haben es da meist noch am leichtesten. Denn wer noch Familie, Bekannte oder hilfsbereite Nachbarn hat, der findet darüber eventuell eine Mitfahrgelegenheit. Doch die 685 Flüchtlinge, die verstreut über die Gemeinden des Eifelkreises wohnen, sind meist auf sich allein gestellt. „Die sitzen dann in den Dörfern fest“, sagt Gunda Gercke-Stolzenbach, Integrationsbeauftragte der Verbandsgemeinde Südeifel. Die Deutschkurse in Irrel und Neuerburg zu besuchen, die mehrmals wöchentlich am Vormittag stattfinden, sei für die Flüchtlinge der VG dann kaum mehr möglich. „In Holsthum und Ferschweiler fährt in den Ferien nur noch morgens ein Bus nach Irrel, aber man kommt nicht mehr zurück“, weiß Gercke-Stolzenbach. „Und wer zu Fuß Einkäufe über große Distanzen erledigt, dessen Frischfleisch ist bereits verdorben, bevor er wieder zu Hause ankommt.“ Deshalb ist die Integrationsbeauftragte um die Mobilität der Flüchtlinge während der Sommerferien besorgt. „Wenn die Deutschkurse sechs Wochen unterbrochen werden, dann können die nach den Ferien von vorne anfangen“, sagt Gercke-Stolzenbach. Doch es gibt Hoffnung: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) baut derzeit mit ehrenamtlichen Helfern einen Fahrdienst auf, den die Flüchtlinge während der Ferienzeit in Anspruch nehmen können. „Wir suchen händeringend nach Ehrenamtlichen, die uns unterstützen“, sagt Rainer Hoffmann, Geschäftsführer des DRK Eifelkreis Bitburg-Prüm. „Wir organisieren Touren zum Einkaufen und zur Kleiderkammer. Das wird aber kein Ersatz für ein Taxi“, so Hoffmann. „Nur leider haben wir bislang dafür noch keinen Ehrenamtlichen gefunden“, sagt Irmgard Mmilene, Beauftragte für Flüchtlinge beim DRK Ortsverband Bitburg. Der Fahrdienst werde aber auf die Beine gestellt. Drei Transporter stelle das DRK dafür zur Verfügung. Daneben lasse man auch keinen Einheimischen stehen, der sich für eine Fahrt anmelde. Mmilene: „Wir fragen auch nicht nach dem Grund für die Fahrt – einfach anrufen.“ Darüber hinaus bittet Gerke-Stolzenbach die Einheimischen des Eifelkreises, auf die Flüchtlinge zuzugehen und ihnen Hilfe anzubieten. cmoSowohl freiwillige Helfer, die sich an dem Fahrdienst des DRK beteiligen möchten, als auch bedürftige Einheimische und Flüchtlinge, die den Fahrdienst in Anspruch nehmen möchten, melden sich beim DRK Ortsverband Bitburg, Telefon 06561/6020338, oder per E-Mail an irmgard.mminele@drk-bitburg.de