FLÜCHTLINGE

Zu unserem Bericht "Die Attraktivität des Gewerbegebietes leidet" (TV vom 30. November) schreibt dieser Leser:

Das Zitat eines Unternehmers - "Die Attraktivität des Gewerbegebietes leidet" - ist der Titel des TV-Berichts über ein Gespräch mit Gewerbetreibenden, die mit ihren Firmen in Nähe der Flüchtlingsquartiere auf dem Bitburger Flugplatz siedeln. Fakt ist: Bisher gab es keine Probleme mit den Flüchtlingen. Aber die Gewerbetreibenden haben die Befürchtung, dass der Charakter des Gewerbegebiets verloren geht. "Wir haben derzeit 30 Prozent weniger Laufkundschaft und Einnahmen", klagt dann ein Unternehmer. Mit der Aussage "Kunden trauen sich nicht mehr, ihre Autos hier zu parken. Andere rufen an und fragen, ob sie hier überhaupt noch hinkommen können" wird ein anderer Gewerbetreibender zitiert. Auch wenn nach Aussagen der klagenden Unternehmer diese Bedenken der Kunden alle unbegründet sind und nichts Negatives über die Flüchtlinge gesagt werden kann, wird aus dem Nichts ein Vorurteil bedient, und damit reiht man sich in die Reihe derer ein, die in Deutschland Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte nicht verurteilen. In einem "Faust"-Fragment von Gotthold Ephraim Lessing antwortet ein Geist dem Faust auf die Frage, was denn das Schnellste auf Erden sei: "Nicht mehr und nicht weniger als der Übergang vom Guten zum Bösen." Rasend schnell breitet sich hierzulande, wo es auch viel Gutes gibt, wieder der Fremdenhass aus. Mehr als 600 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte haben Sicherheitsbehörden bislang registriert, und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Die Unzufriedenheit einzelner Unternehmer auf dem Flugplatz mag seine Hintergründe haben. Aber Menschen, die eine friedliche Zukunft suchen, sollten dafür nicht verantwortlich gemacht werden. Wolfgang Rieder, Bitburg