Flüssiges aus Erdorf wird überflüssig

Flüssiges aus Erdorf wird überflüssig

Für die Menschen in Metterich ändern sich am 15. Oktober die Druckverhältnisse in ihrer Wasserleitung. Grund dafür ist der Anschluss an den Tiefbrunnen Sülm und damit verbunden das Abnabeln von der umstrittenen alten Brunnenanlage in Erdorf. Mit diesem letzten Akt haben die VG-Werke Bitburg-Land ihre Wasserversorgung komplett neu geordnet.

Metterich/Sülm/Erdorf. Bald ist Schicht im Schacht. Zumindest in Erdorf, wo die 60 Jahre alte Brunnenanlage während der vergangenen Jahrzehnte die Kyllgemeinden der VG Bitburg-Land und Speicher mit Wasser versorgt hat. Besonders gut war das Wasser nie. Die Messwerte schwankten des öfteren im oberen Grenzbereich, und damit die Flüssigkeit überhaupt bedenkenlos an Haushalte verschickt werden konnte, wurde sie mit ausreichend Chlor angereichert. Doch damit ist jetzt Schluss, denn nach Hüttingen und Gondorf wurde jetzt auch Metterich an das neue Wasserversorgungssystem der VG-Werke Bitburg-Land angeschlossen, so dass keine Gemeinde mehr an dem Brunnen hängt. Lediglich ein Aussiedlerhof werde jetzt über diesen Brunnen versorgt, sagt Werner Eppers, stellvertretender Werkleiter der VG Bitburg-Land, doch der gehöre zu Bitburg, und um dessen Anschluss müsse sich die Stadt kümmern."Im Prinzip haben wir jetzt jedes Dorf auf zwei, wenn nicht sogar auf drei Beinen stehen", sagt Eppers. Mit dem Anschluss der Gemeinde Metterich an den Sülmer Tiefbrunnen sei gewährleistet, dass jede Gemeinde im Notfall über eine andere Quelle versorgt werden könne. Letztlich überflüssig geworden ist der Erdorfer Brunnen mit der Fertigstellung der 7,4 Kilometer langen Wasserleitung zwischen dem Hochbehälter Langenstein bei Scharfbillig und Gondorf (der TV berichtete).Zudem fördern die Verbandsgemeinde-Werke aus dem neuen Brunnen in Bettingen, den sie gemeinsam mit dem Kreiswasserwerk betreiben, ausreichend Wasser, um die Sülmer Anlage zu entlasten. Rund 4,5 Millionen Euro seien inklusive Landeszuschüsse und Kreisbeteiligung in den vergangenen Jahren in die neue Wasserversorgung und den Bettinger Brunnen investiert worden, so Eppers. Im Zuge dieser Maßnahme seien auch alte Leitungen saniert worden.Für die Mettericher macht sich der Wechsel am Ende der Wasserleitung insofern bemerkbar, dass die Qualität besser und sich der Druck vor allem in den höheren Dorflagen um zweieinhalb Bar erhöhen wird. Gegebenenfalls müssen die Anwohner deshalb Druckventile an der Heizung anders eingestellen oder Druckminderer eingebauen.Neubaugebiet rückt in greifbare Nähe

Was aus dem alten Brunnenhäuschen in Erdorf wird, bleibt abzuwarten. 2009 läuft dort das Wasserrecht aus. Für den Bitburger Stadtteil Erdorf bedeutet das, dass wieder gebaut werden darf. Da der Brunnen sein Wasser aus nur 30 Metern Tiefe (in Bettingen sind es 215 Meter) schöpft, liegt Erdorf derzeit zu zwei Dritteln in einem Wasserschutzgebiet, was die Schaffung eines Neubaugebiets bisher nicht zuließ. Deswegen gibt es bereits seit Beginn der 90er Jahre Verhandlungen zwischen Stadt und VG, um den Brunnen in städtischen Besitz zu bekommen. Allerdings wurden sich die Parteien preislich nicht einig, und da das Wasserrecht ohnehin nur zeitlich begrenzt war, hat auch hier der Druck mit den Jahren immer mehr nachgelassen.

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