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Fluglärm in der Eifel: Der Streitpunkt am Himmel

Umwelt : Fluglärm in der Eifel: Der Streitpunkt am Himmel

Vergangenes Jahr hat der Fluglärm die Bürger rund um den Flugplatz Spangdahlem besonders belastet. Manfred Rodens, Bürgermeister der VG Speicher, hat darüber kürzlich mit den US-Militärs gesprochen. Hat er etwas erreicht?

Ein ruhiger Spaziergang sollte es werden. Doch mit der Ruhe ist es an diesem Tag schnell vorbei. Als Oswald Krumeich mit seiner Frau in den Speicherer Wald spaziert, hört er statt Vogelgezwitscher ein ohrenbetäubendes Dröhnen.

Mit Gebrüll schießen nacheinander acht Düsenjäger über seinen Kopf. Sie waren gerade von der Air Base Spangdahlem gestartet. „Das war so laut, dass man minutenlang sein eigenes Wort nicht verstehen konnte“, sagt der Speicherer SPD-Chef.

Solche Momente sind die Anwohner des Flugplatzes gewohnt. Jeder Beilinger, Binsfelder oder Herforster hat eigene Anekdoten zu erzählen: Von Beerdigungen, bei denen man den Pfarrer nicht versteht, von Grillfesten, die wegen des Lärms nach drinnen verlegt werden.

Im Sommer 2018 ist es nach Einschätzung vieler Bürger besonders schlimm gewesen mit dem Krach. Spezialflugzeuge von anderen Stützpunkten trainierten in der Eifel, auch nachts. Das bewog die Speicherer Sozialdemokraten um Fraktionssprecher Krumeich, das Thema in einer Verbandsgemeinderatssitzung anzusprechen. Sie forderten von Bürgermeister Manfred Rodens (CDU), mit den Amerikanern über die Belastung zu sprechen (der TV berichtete).

Das hat der VG-Chef auch, wie verabredet, getan. In einer Ratssitzung stellte er die Ergebnisse des Gesprächs vor. Commander Jason Bailey habe ihm versichert, dass die Air Base die Sorgen der Bürger ernst nehme. Rodens wies aber auch darauf hin, dass die Jets heute deutlich seltener über Spangdahlem röhrten als noch vor Jahren.

Und das kann Rodens mit Zahlen belegen: Demnach heben derzeit täglich 22 bis 24 Flugzeuge vom Stützpunkt ab. Weniger seien es nie gewesen. 2018 habe die Air Base 10 000 Starts und Landungen aufgezeichnet. Noch 2005 habe es 23 000 Flugbewegungen gegeben, sagt Rodens. „Von einer erhöhten Belastung kann also nicht die Rede sein.“

Vergessen würden bei den Debatten außerdem immer die vielen positiven Aspekte der Stationierung. 850 Zivilbeschäftigte arbeiten derzeit auf der Base, viele von ihnen stammen aus der Region. Auch Eifeler Vermieter, Gastronomen, Baufirmen und Taxiunternehmen verdienten an den Amerikanern. SPD-Chef Krumeich sieht diese Vorteile durchaus, sagt er. Davon unbenommen sei aber die Lärmbelastung: „Wir stellen den Flugplatz ja nicht grundsätzlich in Frage. Die Amerikaner sollen nur ein wenig mehr Rücksicht auf unsere Bürger nehmen.“ Die Verwaltung setze sich dafür aber nicht genug ein. Auch von dem Ergebnis des jüngsten Gesprächs zwischen den Amerikanern und dem Bürgermeister sei er nicht beeindruckt: „Zufrieden sein kann man damit nicht.“ Er hätte sich gewünscht, dass Rodens zumindest die Übungsflüge der sogenannten AWACS-Maschinen anspricht. Diese Aufklärungsflugzeuge seien immer wieder in Spangdahlem zu Gast und verursachten beim Training „einen haarsträubenden Lärm“. Der SPD-Chef findet, dass sie ruhig woanders üben könnten: „Das muss sich doch nicht alles in Spangdahlem abspielen.“ Gesagt hatte Rodens dazu nichts.