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Flugplatz Bitburg: 7,8 Millionen Euro für mehr Gewerbeflächen

Flugplatz Bitburg: 7,8 Millionen Euro für mehr Gewerbeflächen

Das Erfolgsmodell Flugplatz Bitburg geht in die nächste Runde: Zweckverband, Land und Bund wollen in den kommenden fünf Jahren knapp 7,8 Millionen Euro für die weitere Erschließung von Gewerbeflächen auf dem Flugplatz Bitburg investieren. Die Mitglieder des Zweckverbands haben dem bereits zugestimmt.

Bitburg. Wer den Flugplatz Bitburg über das Internet ansteuert, landet sowohl beim Zweckverband Flugplatz Bitburg als auch bei der Flugplatz GmbH. Optisch unterscheiden sich die Internetpräsentationen kaum, so dass man meinen könnte, es handle sich um zwei gleichberechtigte Partner, die sich den Flugplatz für ihre Zwecke teilen. Doch der Eindruck täuscht. Denn die Flugplatz GmbH ist letztlich nur eines von etwa 170 Unternehmen auf dem knapp 500 Hektar großen Gelände. Und die bislang gescheiterten Bemühungen, dort einen großen Flughafen einzurichten, haben die Ausgangslage der GmbH nicht unbedingt verbessert. Im Gegenteil.
So arbeitet der Zweckverband derzeit an einer Vermarktung von 27 Hektar im B-Shelter- und weiteren elf Hektar im C-Shelter-Bereich. Beide Areale grenzen unmittelbar an das Flugfeld und waren bislang für flugaffines Gewerbe - also Firmen, die etwa Flugzeuge herstellen, warten oder umrüsten - reserviert. Weil sich jedoch die Pläne für einen großen Industrie- und Frachtflughafen Bit-Airport zerschlagen und sich die politischen Gremien eindeutig gegen weitere Bemühungen in diese Richtung ausgesprochen haben, können sich nun auch andere Gewerbebetriebe auf diesen Flächen ansiedeln.Kommunen für die Erschließung


"Der B-Shelter-Bereich ist schon in der Vermarktung", sagt Helmut Berscheid, Geschäftsführer des Zweckverbands, und verweist auf ein halbes Dutzend Interessenten, das derzeit in Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) steht. Wegen des großen Interesses werde dieser Bereich wohl auch als Erstes erschlossen.
Voraussetzung dafür ist allerdings zunächst der Abschluss eines Vertrags. Genau genommen handelt es sich dabei um den dritten Nachtrag zum städtebaulichen Vertrag von 1995, mit dem die drei Vertragspartner Bima, Zweckverband und das Land Rheinland-Pfalz seinerzeit das Erschließungsprojekt definiert und die Verteilung der Kosten geregelt haben.
27,6 Millionen Euro sind auf Grundlage dieses Vertrags bislang in die Umnutzung des ehemaligen US-Militärstützpunkts geflossen. Weitere 7,8 Millionen Euro stehen nun für die B- und C-Shelter-Bereiche auf dem Plan. Wie Berscheid erklärt, haben die Mitgliedskommunen des Zweckverbands alle zugestimmt, so dass nun der auf fünf Jahre befristeten Verlängerung des Vertrags zugestimmt werden könne.
Wie es nun in der Flugplatz GmbH mit den neuen Gesellschaftern weitergeht, die zuletzt die ehemaligen Geschäftsanteile von Frank Lamparski ersteigert haben (der TV berichtete), ist offen. Für Berscheid ist das aber für das neue Kapitel, das der Zweckverband nun aufschlägt, nachrangig: "Die Entwicklung der Flugplatz GmbH ist für den städtebaulichen Vertrag, den wir nun abschließen wollen, nicht von Bedeutung."Extra

27,6 Millionen Euro haben Bima (50 Prozent), Land (40 Prozent) und Zweckverband (zehn Prozent) seit Mitte der 1990er in die Erschließung des Flugplatzes investiert. 5,59 Millionen Euro sollen nun nach demselben Verteilungsschlüssel in den Shelterbereich B und weitere 2,3 Millionen Euro in den Bereich C investiert werden - insgesamt also 7,89 Millionen Euro. Größter Brocken ist dabei der Straßenbau, der laut Planung 3,85 Millionen Euro kosten wird, gefolgt von den Ausgaben für Regen- und Schmutzwasserentsorgung (2,735 Millionen Euro), Wasserversorgung (776 000 Euro) sowie Grüngestaltung (531 000 Euro). uheExtra

Mitglieder im Zweckverband Flugplatz Bitburg sind der Eifelkreis Bitburg-Prüm (37 Prozent), die Stadt Bitburg (37 Prozent), die Verbandsgemeinde Bitburg-Land (24 Prozent) und die benachbarten Ortsgemeinden Scharfbillig und Röhl (je ein Prozent). Der Zweckverband ist damit rein in kommunaler Trägerschaft, anders als die Flugplatz Bitburg GmbH. Dort sind derzeit 45,79 Prozent der Anteile in privater Hand. Die restlichen Anteile halten noch Stadt und Kreis, die diese aber verkaufen, beziehungsweise kündigen wollen. uhe