Flugplatz Bitburg: Zehn Millionen Euro für Umweltsanierung ausgegeben und kein Ende in Sicht

Flugplatz Bitburg: Zehn Millionen Euro für Umweltsanierung ausgegeben und kein Ende in Sicht

Schon mehr als zehn Millionen Euro hat der Bund ausgegeben, um die Umweltschäden an der ehemaligen Air Base Bitburg zu beheben. Ein Ende der Arbeiten ist auch nach 20 Jahren nicht in Sicht. Denn neueste Untersuchungen zeigen, dass das Böden, Grundwasser und Gewässer erheblich mit Stoffen belastet sind, die als krebserregend gelten.

1994 zog die US-Air Force aus Bitburg ab - und sie hinterließ auf dem rund 500 Hektar großen Gelände neben 500 Gebäuden auch 500 Stellen, an denen deutsche Behörden mehr oder weniger massive Umweltverschmutzungen vermuteten.

Schon seit 20 Jahrenlaufen weitere Untersuchungen und Sanierungsarbeiten. Obwohl die Umweltbehörden am Flugplatz Bitburg für mehr als zehn Millionen Euro bereits Zigtausende Tonnen ölverunreinigter Böden abbaggerten, belastete Bodenluft absaugten und Grundwasser filterten, ist ein Ende nicht in Sicht.

Denn neueste Messungen zeigen, dass nicht nur die Bäche rings um den Flugplatz erheblich mit perfluorierten Tensiden (PFT) belastet sind, die nach Tierversuchen im Verdacht stehen, krebserregend zu sein, sondern auch die Böden und das Grundwasser. Bei den neuesten Untersuchungen im Auftrag des Bundes wurden in 25 Meter Tiefe immer noch PFT-Konzentrationen gemessen, die 2750 Mal höher sind als der geltende Richtwert. Dieser liegt bei 0,23 Mikrogramm pro Liter. Gemessen wurden bis zu 633 Mikrogramm. Die Messstellen befinden sich dort, wo die als Quelle der Verunreinigung vermutet wird: im Bereich der ehemaligen Feuerlöschübungsplätze.

Die Schäume, die dort jahrzehntelang bei Übungen versprüht wurden, enthielten PFT. Obwohl das Trinkwasser in der Umgebung des Flugplatzes aus sehr tiefen Schichten stammt, die von einer mächtigen Ton-Mergel-Schicht geschützt werden, wurden im Tiefbrunnen bei Sülm bereits minimale (allerdings deutlich unter dem Grenzwert liegende) Konzentrationen der Stoffe nachgewiesen.

Der Bund hat nun den Auftrag für weitere Analysen am Flugplatz erteilt. Mit der Wasserbehörde des Landes wird ein umfassendes Untersuchungskonzept zur PFT-Problematik erarbeitet. Umweltministerin Ulrike Höfken hat bereits angekündigt, dass die Altlasten, da, wo dies möglich ist, saniert werden sollen. Die Kosten lassen sich derzeit nicht abschätzen, könnten aber in die Millionen gehen.

Auf der Air Base Spangdahlem sucht eine deutsch-amerikanische Expertengruppe bereits seit rund einem Jahr nach den Quellen der Verunreinigung mit PFT und anderen Schadstoffen.

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