1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Flut und Ebbe an der Sauer

Flut und Ebbe an der Sauer

Die Bollendorfer und weitere Sauergemeinden haben gelernt, mit zwei Extremen umzugehen. Zum einen mit dem jährlichen Hochwasser, von dem man nie sagen kann, wie schlimm es wird. Und zum anderen mit der Ebbe in den öffentlichen Kassen, von der anzunehmen ist, dass sie von langer Dauer sein wird und noch nicht am Tiefstand angekommen ist.

Damit sind die Spielräume für das Projekt Hochwasserschutz abgesteckt. Der Verweis darauf, dass er eine grenzüberschreitende Angelegenheit ist, hilft wenig. Die Luxemburger tun diesbezüglich zwar viel: Sie pumpen nicht nur ein paar Millionen in diese Aufgabe, sondern gehen auch mit Weitsicht und mit Sinn für ökologische Lösungen an die Sache heran. Die geplante Auenlandschaft unterhalb der neuen internationalen Gemeinschaftskläranlage ist ein gutes Beispiel dafür. Die Auswirkungen auf die deutsche Nachbarseite der Sauer werden begrenzt bleiben. Dennoch: Es gibt keine Alternative zu einer solchen koordinierten Herangehensweise und dazu, dass die Nachbarn sich über den Fluss hinweg immer wieder treffen, sich informieren, sich verständigen. Über den Erfolg braucht man sich gleichwohl ad hoc und mit Blick auf die nächsten drohenden Schneeschmelzen keine Illusionen zu machen. Und so fordern die Bollendorfer, bescheiden geworden, als wichtigste Sofortmaßnahme, die unbedingt greifen muss: Nächstes Mal muss das Hochwassermeldesystem funktionieren. Will sagen: Wenn schon für Schutzvorhaben kein Geld da ist, dann sollte wenigstens - um sich auf die Flut vorbereiten zu können - rechtzeitig gemeldet werden, wann und in welchen Abstufungen mit ihr zu rechnen ist. m.pfeil@volksfreund.de