Förderung für Hochbegabte aus der Eifelregion
Bitburg · Die Grundschule Nord in Bitburg eröffnet heute, Mittwoch, offiziell ihre Entdeckertagsschule. Künftig treffen sich dort jede Woche hochbegabte Kinder aus der ganzen Eifelregion, um neben dem regulären Unterricht speziell gefördert zu werden.
Bitburg. Arabisch lernen? Ein Haus planen? Oder chemische Experimente ausprobieren? Für 25 hochbegabte Kinder aus der Eifel wird das ab dem heutigen Mittwoch zur wöchentlichen Aufgabe. Zunächst steht aber erstmal eine kleine Einschulungsfeier auf dem Stundenplan, bevor sich die Schüler ab kommender Woche immer mittwochs von 8 bis 16 Uhr in der Entdeckertags-Grundschule Bitburg-Nord treffen. Die Kinder werden in der Zeit von ihren Schulen freigestellt.
Die Idee, das Projekt auch in Bitburg einzuführen, kam den Lehrern der Grundschule im Rahmen einer Zukunftswerkstatt: "Wir suchten nach neuen Möglichkeiten, die Schule weiterzuentwickeln, ohne in Konkurrenz mit anderen Schulen zu treten", sagt Ursula Hengels, Schulleiterin der Grundschule Bitburg-Nord. Nach einem Blick in andere Entdeckertagsschulen stimmte das Kollegium für das Konzept. "Viele Schulen beweisen bei der Bewerbung Eigeninitiative oder haben vorher Kontakt zu anderen Entdeckertagsschulen", sagt Wolf-Jürgen Karle vom Bildungsministerium Rheinland-Pfalz.
Nach der Zusage vom Land wurde in Bitburg ein Expertenteam aus vier Lehrern, darunter auch die Schulleiterin selbst, gebildet. Um sich auf die Aufgaben vorzubereiten, besuchten die vier Experten Fortbildungen und Tagungen des Ministeriums und tauschten sich mit anderen Entdeckertagsschulen aus.
Für die Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren ist der Entdeckertag ein Mix aus freier Arbeit, Sport, Sprachen lernen und AGs. Was die einzelnen Schulen anbieten, ist relativ freigestellt. Nur wenige Eckpunkte müssen nach Vorgabe des Landes beachtet werden.
So lernen die Kinder keine gängigen Schulsprachen, sondern Arabisch oder Türkisch. Ebenso gehört neben Kopfarbeit auch Bewegung zum Tagesablauf dazu. Bei den Themengebieten ist Mathe, Sachkunde und Deutsch vorgeschrieben, was davon allerdings ausgewählt wird, liegt in den Händen der Kinder.
In Bitburg gibt es beispielsweise neben einer in Zusammenarbeit mit dem St.-Willibrord-Gymnasium entstandenen Biologie AG auch eine zweisprachige Kunst AG. Sogar eine Architektin der FH Trier konnte gewonnen werden, um mit den Kindern den Weg vom Bauplan zum fertigen Haus nachzuzeichnen.
Die Schulleiterin Hengels hofft, dass die Grundideen des Projekts - freie und offene Unterrichtsstrukturen - auch im regulären Unterricht aufgegriffen werden, damit alle Kinder von der Entdeckertagsschule in Bitburg profitieren können. isa