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Förderverein Schloss Malberg wehrt sich gegen Windkraft-Standorte

Geplante Windkraftanlagen bei Malberg : Sorge um Aussicht und Kulisse

Der Förderverein Schloss Malberg wehrt sich gegen die Ausweisung möglicher Windkraft-Standorte westlich des Schlosses. Durch Windräder am Horizont werde der besondere Wert der historischen Anlage zunichtegemacht, so die Begründung.

Wer wissen will, wie sich das Neuerburger Stadtbild verändert, falls auf dem Höhenrücken Auf Lindscheid zwei Windkraftanalgen errichtet werden, muss nicht warten, bis es soweit ist. Die Gegner des Projekts haben dazu bereits vor Jahren eine Bildmontage erstellt, die genau das zeigen soll. Dass dabei allerdings die Maßstäbe auch richtig wiedergegeben wurden, dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Eindrucksvoll ist die Illustration aber allemal.

Eine ähnliche Fotoarbeit gibt es nun auch mit Malberg als Motiv. Sie zeigt im Vordergrund das Schloss und im Hintergrund sechs Windkraftanlagen, die oberhalb des Kylltalls im Waldgebiet südlich von Sefferweich und Malbergeweich, im Bereich „Hohnert“ errichtet wurden. Das heißt: Diese bis zu 230 Meter hohen Windräder wurden nicht wirklich gebaut, sondern ebenfalls nur in ein Foto eingefügt.

Der Unterschied zu Neuerburg ist allerdings, dass diese Bildmontage von einem auf Windkraft spezialisierten Trierer Planungsbüro erstellt wurde. Und zwar genau von jenem Büro, das auch die VG Bitburger Land bei der seit Jahren laufenden Fortschreibung des Flächennutzungsplans für den Bereich Windkraft begleitet. In Auftrag gegeben hat diese Montage allerdings nicht die VG, sondern der Förderverein Schloss Malberg.

Der sorgt sich um die Kulisse des bedeutenden Kulturdenkmals. Und wie das Ergebnis der Auftragsarbeit aus Trier zeigt, ist diese Sorge nicht unbegründet. Sollten auf der Eignungsfläche Hohnert tatsächlich sechs Anlagen errichtet werden, so wären diese auch im Sichtfeld des Schlosses. Mit der romantischen Postkartenidylle wäre es dann vorbei.

Der Förderverein möchte das nicht hinnehmen und hat deshalb bei der nun dritten öffentlichen Auslegung des Windkraft-Flächennutzungsplans seine Einwände formuliert. Dass dieser Planentwurf bereits zum dritten Mal ausgelegt wurde, liegt daran, dass der Kreis bei der vorherigen Offenlegung unter anderem das Fehlen von Detailkarten der zukünftigen Windkraft-Sondergebiete moniert hatte. Das wiederum hätte die VG ignorieren können. Da aber die Kreisverwaltung den Flächennutzungsplan am Ende genehmigen muss, eine solche Genehmigung jedoch fraglich ist, wenn die Einwände des Kreises im Vorfeld ignoriert werden, hat sich die VG dazu entschieden, den Plan ein drittes Mal auszulegen.

Dieses Mal dann auch mit den vom Kreis geforderten Detailkarten. Vom 25. Mai bis 26. Juni hatte erneut jeder Bürger und jede Einrichtung die Möglichkeit, schriftliche Einwände gegen den Plan einzureichen. Und der Förderverein Schloss Malberg hat genau das getan. „Die Bedeutung des Schlosses liegt nicht nur in den Gebäuden und seinen Kunstschätzen, sondern auch in der Lage des gesamten barocken Ensembles auf dem Bergsporn oberhalb Malbergs“, begründet der Verein seinen Einwand.

Durch eine Errichtung von Windkraftanlagen auf der Vorrangfläche, gehe der „einmalige Blick aus dem barocken Garten in das idyllische Kylltal“ vollkommen verloren. Gleiches gelte auch für den Blick aus Richtung Kyllburg. „Damit würde der besondere Wert der Anlage durch die Sichtbezüge und die Dominanz der neuen Windräder zunichte gemacht“, heißt es in der Stellungnahme. Aus Gründen des Denkmal- und Landschaftsschutzes sei dieser Bereich deshalb für Windkraft ungeeignet, so das Fazit des Fördervereins.

Ob die Verbandsgemeinde das ähnlich sieht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Nachdem die erneute öffentliche Auslegung der Pläne nun beendet ist, muss das für den Flächennutzungsplan zuständige Büro nun die eingereichten Einwände bewerten und diese Sammlung dann dem VG-Rat zur Entscheidung vorlegen. Doch selbst wenn das Gremium bei dem bisherigen Planentwurf bleibt und damit auch an der Vorrangfläche westlich von Schloss Malberg festhält, so heißt das noch lange nicht, dass dort auch Anlagen errichtet werden können.

Mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplans werden nämlich zunächst einmal auf Grundlage aller relevanten Kriterien die Bereiche definiert, die für Windkraft tabu sind. Was dann noch übrig bleibt, sind die Flächen, auf denen der Bau von Windkraftanlagen zwar nicht ausgeschlossen, deswegen aber noch lange nicht erlaubt ist. Schließlich muss jedes Windrad einzeln genehmigt werden. Und zu den Faktoren, die eine solche Genehmigung erschweren, gehören neben Umwelt- und Naturschutzauflagen im Bitburger Land auch noch das von der Deutschen Flugsicherung betriebene sogenannte Drehfunkfeuer in Nattenheim sowie das Wetterradar in Neuheilenbach, das der Deutsche Wetterdienst betreibt.

Beide Institutionen beharren auf der Einhaltung eines Schutzabstands, damit die Funktion ihrer Anlagen nicht beeinträchtigt wird. Und das Vorranggebiet westlich des Schlosses gehört zu den Flächen, wo Windkraftinvestoren mit Widerstand aus beiden Richtungen rechnen müssen.