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Folgenschwere Unachtsamkeit

Folgenschwere Unachtsamkeit

Ein 80-Tonnen-Autokran ist am Dienstagabend auf der Landstraße 5 zwischen Lasel und Steffeln einen Abhang hinuntergestürzt. Dabei wurde der Fahrer leicht verletzt. Für die Bergung mussten zwei Kräne einer Spezialfirma aus Trier anrücken. Die Straße war für mehrere Stunden gesperrt.

Nimshuscheid. Wie bekommt man einen 80-Tonnen-Kran einen Abhang wieder hin auf auf die Straße? Richtig: Mit einem größeren und schwereren Kran. Oder besser: Mit zwei größeren und schwereren Kränen.

Aber wie kommt ein 80-Tonnen-Kran eigentlich in einen Abhang? Das ist die Frage, die auch die Polizei in Prüm beschäftigt hat.

Nach ersten Ermittlungen war der Kranführer am Dienstagabend gegen 19.15 Uhr auf der Landstraße 5 (L 5)zwischen Lasel und Steffeln kurz hinter der Nimshuscheider Mühle aus Unachtsamkeit mit der rechten Seite von der Fahrbahn abgekommen und sofort in den vom Regen aufgeweichten Boden eingesunken. Der Fahrer versuchte noch, sein Fahrzeug mit Gegenlenken wieder auf die feste Straße zu bekommen, doch nach rund 40 Metern gab der Boden vollends nach. Der Kran kippte nach rechts weg, überschlug sich und blieb am Fuß des Abhangs auf der Seite liegen.

Der Fahrer erlitt bei dem Unfall mehrere Prellungen, konnte sich aber selbst aus seinem Fahrzeug befreien und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Höchste Konzentration bei den Kranführern



Um den Kran wieder auf die Straße zu bekommen, rückte am Mittwochmittag ein Spezialunternehmen aus Trier mit zwei Kränen an. Dafür musste die L 5 wiederum für mehrere Stunden gesperrt werden. Zunächst galt es, den havarierten Kran aufzurichten, damit Ketten angebracht werden konnten, die den Ausleger mit dem Unterbau verbanden. Denn am Ausleger sollte der Kran angehoben werden. Nach mehrstündigen Vorbereitungen war es schließlich so weit: Millimeter um Millimeter richtete sich der verunglückte Kran auf und schwebte anschließend den Abhang hinauf, bis die etwas platten Reifen endlich auf der festen Straße abgesetzt werden konnten. Keine leichte Aufgabe für die beiden Kranführer, denn die Arbeit erfordert eine äußerst präzise Abstimmung, sonst hat man statt einem zwei oder gar drei umgestürzte Kräne.

Die genaue Höhe des Sachschadens ist noch unbekannt, sie dürfte sich aber um die 100 000 Euro bewegen. Allein der Einsatz der zwei Kräne zur Bergung des havarierten Krans wird mit rund 15 000 Euro veranschlagt.