Fest: Folklore-Festival Bitburg: Wenn die Eifel Tango-Feuer fängt (Fotos)

Fest : Folklore-Festival Bitburg: Wenn die Eifel Tango-Feuer fängt (Fotos)

Bitburg eröffnet mit einem „Argentinischen Abend“ vor rund 400 geladenen Gästen offiziell das 54. Folklore-Festival.

Es war die Zeit der Einwanderer in Buenos Aires, damals im 19. Jahrhundert, als der Tango entstand. In Scharen kamen die Menschen in dieser Zeit aus Spanien, Italien oder auch Osteuropa nach Argentinien. Die Armenviertel am Stadtrand von Buenes Aires wurden Schmelztiegel der Nationen – und Geburtsstätte des Tangos. Einflüsse andalusischer Folklore und Volkslieder der Neapolitaner verbanden sich mit südamerikanischer Musiktradition zu etwas Neuem. Tango – ein Ausdruck von Leidenschaft, enttäuschter Liebe, Heimweh und Melancholie.

Mit dieser temperamentvollen Musik, voller Stolz, aber auch voller Schmerz, nahm die Gruppe „Malevaja Porteno“ aus Buenes Aires die Festgäste im Haus Beda am Donnerstagabend mit auf eine Reise in eine andere Welt, in eine andere Zeit. Die Tänzer des Ensembles begeisterten mit Anmut und Ausdrucksstärke. Ohne Zugabe wollte sich das Publikum von dieser Gruppe nicht verabschieden.

Das Folkore-Festival Bitburg 2018 ist seit gestern Abend eröffnet. Zu Gast war die Tangogruppe Malevaje Porteno aus dem argentinischen Buenos Aires. Foto: Klaus Kimmling. Foto: Klaus Kimmling

Zuvor hatte Bürgermeister Joachim Kandels den Gesandten der Botschaft der Argentinischen Republik in Berlin, Sebastián Sayús, als Festredner begrüßt – und nebenbei Familie Poss zum doppelten Enkelglück gratuliert. Die Inhaber des Eifelbräus sorgten beim „Argentinischen Abend“ mit dem das 54. Folklore-Festival eröffnet wurde, für ein sensationell gutes Buffet mit landestypischen Leckereien: Empanadas (gefüllte Teigtaschen), Roastbeef mit Chilisoße, mit Thunfischcreme gefüllte Tomaten und mehr. „Tochter und Sohn unserer Caterer sind beide gestern Eltern geworden. Die beiden Mädchen kamen im Abstand von nur 20 Minuten zur Welt“, sagte Kandels. Keine Frage: Das war einen Zwischenapplaus wert.

Standing Ovations: Das Festpublikum hat Feuer gefangen. Zwischen Landrat Joachim Streit und Bürgermeister Joachim Kandels der Gesandte der Botschaft der Argentinischen Republik in Berlin, Sebastián Sayús. Foto: Klaus Kimmling

In seiner Ansprache erinnerte der Bürgermeister an 1978, als Argentinien Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft war, Weltmeister wurde, und für Deutschland die Spielergeneration um Karl-Heinz Rummenigge auf dem Platz stand. Damals reiste das Team noch mit einem WM-Lied in die Ferne: „Buenos Dias Argentinia, willkommen fremdes Land. Buenos Dias Argentinia, komm’ wir reichen uns die Hand“ (Video dazu auf unserer Facebook-Seite Volksfreund Bitburg) war das Lied der deutschen Mannschaft damals.

Das Folkore-Festival Bitburg 2018 ist seit gestern Abend eröffnet. Zu Gast war die Tangogruppe Malevaje Porteno aus dem argentinischen Buenos Aires. Foto: Klaus Kimmling. Foto: Klaus Kimmling

„Und darum geht es doch, wenn Menschen aus verschiedenen Nationen aufeinandertreffen“, sagte Kandels, „Es geht darum, sich die Hand zu reichen.“ Ob nun bei einer WM – die diesmal für Deutschland wie Argentinien ja nicht so lange dauerte – oder eben dem Folklore-Festival: „Gewinnen oder verlieren ist nicht alles. Ziel muss es sein, sich zu begegnen im fairen Spiel, im fairem Miteinander“, sagte der Bürgermeister und wünschte allen Besuchern des Bitburger Festivals, dass sie viele bereichernde Momente der Begegnung, des Miteinanders und der Freundschaft erleben. Keine Frage: Bitburg startet nun in seine ganz eigene Weltmeisterschaft – die WM der Gastfreundschaft.

Das Folkore-Festival Bitburg 2018 ist seit gestern Abend eröffnet. Zu Gast war die Tangogruppe Malevaje Porteno aus dem argentinischen Buenos Aires. Foto: Klaus Kimmling. Foto: Klaus Kimmling

Von der bekam auch Sebastián Sayús, Gesandter der Argentinischen Botschaft, gleich einen Eindruck: Es gab großen Applaus für seinen Vorschlag, eine Partnerschaft zwischen Bitburg und einer argentinischen Gemeinde zu begründen, und fasziniert ließ sich das Festpublikum von ihm in das Land der majestätischen Anden, der Gletscher und  Wasserfälle, Lärchenwälder, Steppen und Rinderherden entführen – bis nach Buenes Aires, der knapp drei Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt, aus der das Ensemble stammt, das in Bitburg dafür sorgte, dass der argentinische Funke gleich übersprang.

Sebastián Sayús, Gesandter der Botschaft der Argentinischen Republik in Berlin, beim obligatorischen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Bitburg. Foto: Klaus Kimmling

Bis in den Morgen sollte dieser Abend noch dauern, bei dem dank der exzellenten Bewirtung durch die Bitburger Volkstanzgruppe und dem Team vom Weinhaus Vinum Bitburg niemand auf dem Trockenen sitzen musste.

Und so kommt eins zum anderen, und wenn das Fest dann erst mal angefangen hat, hört es so schnell nicht auf. Jetzt ist die Eifel also wieder Schmelztiegel der Nationen, Gastgeber für Tanz- und Musikensembles aus aller Herren Länder und vieler, vieler Besucher.

Seien Sie dabei und lassen Sie uns gerne wissen, wie Ihnen das neue Konzept des Folklore-Festivals gefällt, das erstmals vom Festplatz am Alten Gymnasium zur Stadthalle verlagert wurde. Schicken Sie Ihre Meinung in wenigen Sätzen an eifel@volksfreund.de (Name und Wohnort bitte nicht vergessen).

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