Folklore-Festival in Bitburg: Wiedersehen macht Freu(n)de

Tanz und Musik : Folklore-Festival in Bitburg: Wiedersehen macht Freu(n)de

Tanz und Musik auf den Plätzen der Stadt und Gruppen aus aller Herren Länder sorgen für internationales Flair beim Folklore-Festival in Bitburg.

Wenn Bitburg in Feierlaune ist, dann richtig: morgens, mittags, abends und nachts geht es auch noch weiter. Für manche bis in den frühen Morgen.

Folklore-Festival Bitburg - Impressionen vom Sonntag. Foto: Rudolf Höser

Bekannt für ihr Durchhaltevermögen sind unter den Gästen etwa die Götz Buam aus Jagsthausen, die nachts noch auf den Tischen in der Stadthalle für Stimmung gesorgt haben – und morgens direkt wieder zum Frühschoppen aufspielen. Ähnlich wie die Band Coronation Brass aus Wales, für die die Nächte in Bitburg auch eher kurz sind.

Folklore-Festival Bitburg 2019 - Impressionen vom Einzug der Nationen Samstagabend in die Stadthalle Bitburg. Foto: Rudolf Höser

Diese beiden Formationen kommen seit Jahren und  Jahrzehnten schon zum Folklore-Festival – und das nicht ohne Grund. „Es ist einfach schön, all die Bekannten wieder zu sehen“, sagt Horst Bauer von den Götz Buam. Das die beiden Gruppen längst ihre Fans in der Eifel haben, versteht sich von selbst. Aber am Ende macht es die Mischung.

Folklore-Festival Bitburg 2019 - Impressionen vom Einzug der Nationen Samstagabend in die Stadthalle Bitburg. Foto: Rudolf Höser

Alte Bekannte, neue Freunde, beliebte Hits, fremde Klänge, von Rock bis Blasmusik: Das Folklore-Festival bietet mehr als Tracht und Lederhosen. Die große Frage am Festsonntag: Fehlt der Umzug oder nicht? Dazu gehen die Meinungen unter den Festgästen auseinander. Während manche es vermissen, nicht alle Gruppen vorbei marschieren zu sehen, finden wieder andere es besser, dass sie nun mehr von den Tänzen der Ensembles auf den Bühnen mitbekommen. Die Plätze waren am Sonntagnachmittag gut gefüllt.

Deutliches Bekenntnis zu Europa: Die Band Coronation Brass aus Großbritannien beim Einzug der Nationen mit Europaflagge. Foto: Rudolf Höser

Publikumsliebling war dieses Jahr die Gruppe aus Peru, die „Exoten“ mit der weitesten Anreise. Mit mitreißender Musik sorgten die Tänzer und Tänzerinnen für Stimmung. Wie  auch die Ensembles aus Frankreich, Ungarn, Weißrussland, Österreich, Tschechien, Bosnien-Herzogowina und Polen. Tracht, Tanz und Musik: Der Zauber anderer Länder ist die Hauptzutat für Bitburgs Fest, keine Frage.

Neuer Rekord beim Bierfassrollen im Karenweg: Dieses Mal haben sich 18 Mannschaften, darunter fünf Frauen-Teams, beteiligt. Foto: Rudolf Höser

Das merken auch die beiden Gästebetreuerinnen Alina Thommes und Hanna Goedert. Bereits zum fünften Mal sind sie Ansprechpartner für eine Tanzgruppe. Dieses Mal betreuen sie Weißrussland. „Das sind wunderbare Menschen, sehr unkompliziert“, erzählt Goedert. Einige der Gäste können Deutsch, sonst spricht man Englisch miteinander. „Ein paar russische Vokabeln haben wir aber auch schon gelernt“, sagt Thommes. In den Jahren zuvor hatten beide schon viele unterschiedliche Nationen erlebt, aus Belgien, den Niederlanden, Polen oder Lettland. Für die beiden ist der Startschuss des Festivals immer beim Treff der Kulturen.

Von wegen ins Wasser gefallen: Die Stimmung am Samstagabend auf dem Festplatz, wo die Rainer Tures Band (rechts) gespielt hat, war top. Und der Platz nach dem Regen auch wieder gut gefüllt. Ähnlich sah es am Spittel und beim Retro-Grenzlandtreffen aus, wo die Unplugged Gang und Strange Brew spielten. Foto: Rudolf Höser

Neu in diesem Jahr: Das Retro-Grenzlandtreffen. Hinter den Buden und (recht wenigen) Fahrgeschäften des Vergnügungsparks auf dem Beda-Platz hat Frank „Lippi“ Lippert mit seinem „fleißigen Ameisenhaufen“ ein gemütliches Plätzchen geschaffen. „Ohne all die Helfer hier würde das alles nie funktionieren“, sagt „Lippi“, der sich über den guten Zuspruch sichtlich freut. Günstiges Bier, rockige Musik und eine entspannte Atmosphäre locken das Publikum hierher. Das hört man auch von den Besuchern, die besonders das harmonische Miteinander und etwas Unperfekte loben. Die Sitzgarnituren können die Gäste sich selbst so aufstellen, wie sie gebraucht werden und die offene, etwas improvisiert aussehende Bühne entfaltet ihren ganz eigenen Charme.

Folklore-Festival Bitburg - Feiern an der innogy-Bühne Grüner See am Samstagabend. Foto: Rudolf Höser

Auf dem Spielplatz der Konrad-Adenauer-Anlage können die Kinder toben, genauso wie im Zuckerparadies Vergnügungspark. Am Grünen See sorgen am Sonntag ein Clown und Sandras Kid Car für Bespaßung.

Folklore-Festival Bitburg - Feiern an der innogy-Bühne Grüner See am Samstagabend. Foto: Rudolf Höser

Aber zum Erlebnis wird die Eifeler Wochenend-Weltreise erst dank der gut gelaunten Gäste, die Feier-Kondition beweisen und in ihrer Schunkellaune auch zu vorgerückter Stunde so schnell nicht aus dem Takt zu bringen sind. Leute treffen gehört eben auch mit zum Programm. Und Wiedersehen macht Freunde.

Unverzichtbar: Die Götz Buam spielen auch noch nachts auf dem Tisch. Foto: Rudolf Höser
Folklore-Festival Bitburg - Impressionen vom Sonntag. Foto: Rudolf Höser

Das Programm am Montag, 15. Juli: Auf den Bühnen der Stadt treten ab 11 Uhr die Folklore-Gruppen auf. Auf dem Spittel singt Mundartsängerin Sylvia Nels ab 17 Uhr gemeinsam mit dem Publikum Volkslieder, am Petersplatz spielt ab 20.45 Uhr Coronation Brass, am Grünen See spielen Freaky Voices, in der Stadthalle beginnt um 20 Uhr die große Folklore-Abschiedsgala und auf dem Retro-Grenzlandtreffen am Beda-Platz öffnet der Bierstand um 12 Uhr; ab 16 Uhr ist dort Karaoke.

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