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Forellen sollen Gäste angeln

Forellen sollen Gäste angeln

KRONENBURG. Der Kronenburger See entwickelt sich immer mehr zum touristischen Vorzeigeprojekt im Oberen Kylltal. Einen erheblichen Anteil daran hat der Schleidener Investor Elmar Scholzen.

Mit Elmar Scholzen, dem Eigner des Campingplatzes am Kronenburger See, des dortigen Jugendlagers und der Stadtkyller Tennishalle, kann man über beinahe alles reden, nur nicht über Geld. "Das sage ich ihnen nicht", kontert der Fleischer die Frage nach seinen bisherigen Ausgaben im Oberen Kylltal. Viel lieber berichtet er von dem Geld, das er hier sparen kann: Im Vergleich zu den Kanalgebühren am Campingplatz Schleiden, den Scholzen ebenfalls betreibt, komme er an der Oberen Kyll rund 10 000 Euro jährlich günstiger weg. "Investorfreundlich" nennt er das Klima im Kylltal - und meint damit nicht nur die geringeren Gebühren. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Kommunen - der Gemeinde Dahlem (Nordrhein-Westfalen) und der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll sei bislang "ohne jedes Problem" verlaufen. "Das geht nach dem Motto: Ein Mann, ein Wort", sagt Scholzen. "Woanders müssen Sie nach jeder Vereinbarung eine Aktennotiz machen, weil am nächsten Tag schon wieder alles anders ist." Dabei sind es in diesem Fall zwei Männer, mit denen Scholzen zu tun hat: Werner Arenz, Bürgermeister der Oberen Kyll, und Reinhold Müller, Gemeindechef im nordrhein-westfälischen Dahlem. Beide Kommunen bilden grenzüberschreitend auch den Verkehrsverein Oberes Kylltal und den Zweckverband für den See. Arenz und Müller sind dankbar für einen so spendablen Investor - und liefern gerne ihren Eigen-Anteil ab: "Wir haben unter anderem die Wasserfreizeit interessanter gemacht", sagt Müller, "wir haben den Jugendzeltplatz gebaut und an Herrn Scholzen vermietet. Das bietet er jetzt mit dem Jugend-Camp als Einheit an." Kurz: Der See hat, nach den Zeiten der Verschmutzung, wieder sauberes Oberwasser. Dennoch gebe es gerade deshalb Ärger, wie Arenz bekennt. Die Maßnahmen zur Reinhaltung haben einige Bauern auf die Palme getrieben. Arenz: "Da ist schwer Wallung. Insbesondere in Ormont." Allerdings seien das nur vereinzelte Landwirte. "Ich habe dafür auch Verständnis", sagt Müller, "aber denen wird nicht mehr zugemutet als normalerweise." Und dabei soll es bleiben, "denn der See ist für uns das Kernstück". Eine saubere Leistung ist auch der erste Platz beim Wettbewerb "vorbildliche Campingplätze in Rheinland-Pfalz" im Vorjahr (der TV berichtete). Das liege allerdings auch am Betreiber-Ehepaar Helmut und Margret Schreiner, sagt Scholzen. Die beiden versorgen zum Beispiel ihre Gäste mit ständig frischen Broschüren und vielen Tipps für Ausflüge in die Umgebung. Noch eine erfreuliche Neuigkeit hat Reinhold Müller zu melden: "Eine Segel- und Surfschule wird sich hier etablieren." Betreiber: Der Kronenburger Peter Walker, der auch das dortige Buchcafé besitzt. Die Zeichen stehen also gut für Ort und See, zumal sich auch der Ferienpark mittlerweile aufgerappelt hat und deutlich bessere Buchungen verzeichnet. Dabei war der See einst gar nicht als Gäste-Bringer geplant: "Was hier entstanden ist", sagt Andreas Wisniewski, Geschäftsführer des Verkehrsvereins, "ist eigentlich die Erfolgsgeschichte eines ursprünglichen Rückhaltebeckens." Auf Erfolg setzt auch Scholzen, denn noch hat er hier nichts verdient: "Bisher haben wir nur investiert, in den schwarzen Zahlen sind wir aber noch nicht." Vielleicht helfen ja die Angler: "Anfang März setzen wir Fische ein", sagt Scholzen. Allerdings nur in der oberen See-Hälfte, und vornehmlich kleinere Kaliber. Im unteren Teil sitzen hingegen die Raubfische. Scholzen, lächelnd: "Das macht der Zweckverband."