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Formaldehydbelastung in der Grundschule Mettendorf: Suche nach Ursache geht weiter

Formaldehydbelastung in der Grundschule Mettendorf: Suche nach Ursache geht weiter

Seit im Sommer in den Klassenräumen der Mettendorfer Grundschule eine erhöhte Konzentration der Chemikalie Formaldehyd festgestellt wurde, sind die Behörden auf der Suche nach der Ursache. Diese Suche jedoch war bislang ähnlich erfolglos wie der Einsatz von Luftreinigern. Nun sind weitere Maßnahmen geplant.

Leise surren die beiden Luftreinigungsgeräte im Klassenraum der Grundschule Mettendorf vor sich hin. Sie fallen kaum auf. Denn besonders groß sind sie nicht. Besonders wirkungsvoll aber auch nicht. "Die Geräte bringen zu wenig", sagt Hilde Konrath, Mitarbeiterin der VG-Verwaltung Südeifel. Sie verweist auf Messergebnisse, wonach die Schadstoffbelastung in der Klasse mit den beiden Geräten nur unwesentlich besser ist als im benachbarten Klassenraum, wo keine Aktivkohlefilteranlagen aufgestellt wurden. In dem Raum ohne Filter wurde eine Formaldehydbelastung von 118 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen, in dem Raum mit den Filtern waren es 102 Mikrogramm.

Immerhin: Im Sommer, als die Schadstoffbelastung in der erst vor wenigen Jahren in Holzbauweise neu errichteten Grundschule Mettendorf zum ersten Mal gemessen wurde (der TV berichtete), lagen die Werte in diesen Klassenräumen bei 160 bis 180 Mikrogramm. Die Luft ist also besser geworden - was aber allem Anschein nach mit der konsequenten Lüftung der Räume zusammenhängt. Vor und nach jeder Unterrichtsstunde werden die Fenster geöffnet. Warum die Schadstoffwerte aber nach wie vor über dem Richtwert von 100 Mikrogramm liegen, weiß keiner. "Wir tasten uns vor", sagt Norbert Schneider, Erster Beigeordneter der VG und zudem Vorsitzender des Ausschusses für ländliche Entwicklung und Bauen, der gemeinsam mit Kollegin Konrath im Rahmen der Ausschusssitzung über den aktuellen Sachstand informiert.

Die Reduzierung der Schadstoffbelastung in der Luft ist das eine, die Suche nach der Ursache das andere. Und was Letzteres betrifft, so kommt die VG nur mühsam voran. Wie Konrath erklärt, wurden zwischenzeitlich Proben aus einer der Holz-Innenwände entnommen und untersucht. Die dort gemessene Konzentration an Schadstoffen habe allerdings unter dem zulässigen Grenzwert gelegen und im Lauf des vierwöchigen Untersuchungszeitraums sogar stark abgenommen. An den Wänden liegt es demnach also nicht.

"Wir sind das Inventar aller Räume durchgegangen, um mögliche Quellen ausfindig zu machen", sagt Konrath. Dazu zählten auch die zum Teil alten Schränke und Regale, von denen einige bereits entfernt worden seien. Wie Konrath und Schneider erklären, könnten auch die Holzdecke oder die darunter liegenden Leimbinder die Quelle sein. Das im Labor zu testen, sei allerdings problematisch. "Wir können ja nicht einfach ein Stück aus der Decke oder den Trägern herausschneiden", so Schneider.

Deshalb einigen sich die Mitglieder des Ausschusses auf eine andere Vorgehensweise. So sollen in einem der Klassenräume die Decke und die Leimbinder mit einer Folie luftdicht abgeklebt werden, um dann erneut zu messen, inwieweit sich die Schadstoffbelastung gegenüber dem baugleichen Nachbarraum ohne Folie verändert. Darüber hinaus haben sich die Mitglieder ebenfalls einstimmig darauf verständigt, statt der Aktivkohlefilter Vlies aus Schafwolle einzusetzen - als Ersatz für die bereits entfernten Akustikelemente.

In einem der Klassenräume soll so getestet werden, inwieweit die nachweislich luftreinigende Wirkung der Schafwolle zur Schadstoffbelastung beiträgt.

Kritik an weiterem Unterricht

Einigen Ausschussmitgliedern gehen diese Maßnahmen aber nicht weit genug. So kritisiert SPD-Ratsmitglied Horst Zwank, dass trotz der erhöhten Schadstoffwerte weiter in den Räumen unterrichtet werde. "Man sollte es wirklich in Betracht ziehen, dass die Schüler und Mitarbeiter zu ihrem eigenen Schutz das Gebäude verlassen", sagt Zwank. Und Paul Lentes (Liste Lentes) äußert starke Zweifel in Bezug auf die Wirkung der Schafwolle. Er fände es sinnvoller, direkt eine Lüftungsanlage zu installieren.

"Wenn das unbedingt gewünscht ist, muss man darüber im VG-Rat beraten", meint dazu Schneider. Schulleiterin Annette Streit hält davon allerdings wenig. Denn eine Lüftungsanlage sei nun mal nicht lautlos und störe deshalb den Unterricht. Und was den von Zwank geforderten Umzug in andere Räume betrifft, so sieht die Schulleiterin überhaupt keine Möglichkeit, das logistisch umzusetzen. Abgesehen davon sehe auch das Institut für Lehrersicherheit angesichts der derzeitigen Werte keinen Anlass für eine Räumung der Schule.

"Wir sind ständig im Austausch mit den Fachbehörden", meint auch Schneider. Und bislang gebe es weder eine Anordnung noch eine Empfehlung, das Gebäude zu verlassen, fügt er hinzu und betont: "Wir machen hier nichts, was zur Gefährdung der Schüler und Lehrer beiträgt."