Forscher graben weiter in der Schakengasse in Bitburg

Archäologie : Sie graben sich durch bis ins mittelalterliche Bitburg

Archäologen haben etliche Reste der einstigen Bitburger Stadtbefestigung freigelegt. Eine Mauer gibt dem Grabungsteam noch Rätsel auf.

Bei den Grabungen am Ende der Schakengasse haben die Archäologen von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) bereits verschiedene Mauerstücke der mittelalterlichen Stadtbefestigung freigelegt, die auf das Jahr 1340 datiert, dem Jahr der Stadterweiterung. Seit 1. August sind die Wissenschaftler und Grabungshelfer in der Schakengasse am Werk (der TV berichtete am 8. August) und ihr Einsatz wird noch bis Ende Oktober dauern. Zumal der gesamte Platz „Am Markt“ mittlerweile aufgebuddelt ist und eventuell noch neue Erkenntnisse über die Stadtbefestigung für die Forscher bereithält.

„Die Sache gestaltet sich jedoch komplizierter als gedacht“, sagt der Grabungsleiter Lars Blöck auf TV-Anfrage. Die südliche Wange des Turms sei entdeckt worden, aber nicht so gut erhalten. Und eine freigelegte Mauer, in Richtung Bitburger Brauerei gelegen, gebe noch Rätsel auf, die Blöck und sein Team noch entschlüsseln möchten.

Zum Thema „Schwarze Erde“ sei die Sensation ausgeblieben, sagt der Archäologe auf Nachfrage: Die Experten hatten gehofft, bei den Grabungen im Kobenhof auf diese sogenannte schwarze Erde zu stoßen, die Aufschlüsse über die Zeit zwischen dem 5. und 10. Jahrhundert hätte liefern können. Schwarze Erde kann uralte Holzpartikel enthalten, die wichtige Erkenntnisse über das Leben in römischen und mittelalterlichen Siedlungsstrukturen liefern können.

„Früher wurde diese Schicht oft weggebaggert, heute weiß man um ihre Bedeutung und es gibt moderne Verfahren, um sie zu untersuchen“, so der Wissenschaftler. Im Jahr 2011 war auf einem Nachbargrundstück am Kobenhof schwarze Erde entdeckt worden. Sie wurde jedoch damals nicht untersucht.

Und die Hoffnung auf einen ähnlichen Fund an der neuen Grabungsstelle war vergebens. „Durch einen Bombentrichter sind leider alle römischen Schichten am Kobenhof zerstört worden, die uns neue Erkenntnis gebracht hätten“, sagt Blöck.

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