1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Forstwissenschaftler setzen auf noch durchmischtere Wälder als bisher

Forstwirtschaft : Landesforsten Rheinland-Pfalz untersuchen Bäume auf Klimastabilität

Waldforscher begutachten im Eifeler Forst Baumarten auf ihre Klimastabilität. Versuch mit Walnüssen erscheint aussichtsreich.

(red) Trockenheit, Hitze, Extremniederschläge und erhöhte Sturmgefahr, all das sind Auswirkungen der menschengemachten Klimakrise. Um die Wälder zukünftig noch klimastabiler zu machen, bedarf es standortangepasster Mischwälder mit einer deutlich größeren Risikostreuung als bisher.

Daher werden neben den bekannten und erprobten Baumarten, wie zum Beispiel der Eiche, Buche, Lärche oder Tanne, auch sogenannte ergänzende Baumarten gesucht, die nach heutigem Stand des Wissens mit den sich ändernden Klimabedingungen zurechtkommen. Diese sind entweder durch die Eiszeiten verschwunden oder auch nicht ursprünglich in Deutschland beheimatet, stammen jedoch aus dem südeurasischen Raum.

Die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) der rheinland-pfälzischen Landesforsten hat Artensteckbriefe mit einer Baumarteneignung als Entscheidungshilfe für die Baum­artenwahl entwickelt. Aktuell ist der für die Forstpflanzenanzucht zuständige Mitarbeiter Patrik Lemmen landesweit auf der Suche nach geeigneten Samenbäumen klimastabiler Baumarten, insbesondere Walnuss, Schwarzkiefer und Französischer Ahorn.

Er hat kürzlich das Forstamt Bitburg bereist. Bei seiner Suche in Hüttigen/Kyll und Röhl wurde er von den örtlichen Forstleuten unterstützt. Besichtigt wurde ein jüngerer Walnusswald, der vor Jahren aus den Samen einheimischer Bäume angelegt wurde.

Der zuständige Revierleiter, Burkhard Pickan aus Röhl, erläutert: „Ich habe schon früh erkannt, welches Potential in der Baumart Walnuss steckt, und diese auf einer großen Fläche anpflanzen lassen. Die Bäume haben sich toll entwickelt“.

Ein weiterer von den Forstleuten begutachteter Wald barg eine große Überraschung. Im Arenbergischen Forst wurden bereits vor 116 Jahren Schwarzkiefern angepflanzt, die ursprünglich wohl aus Korsika stammen. Diese sind sehr gut an trockene Wuchsbedingungen angepasst und sind bis heute äußerst vital.

„Ich bin begeistert von der guten Qualität dieser Bäume“, so Tarlach Wohlers, Revierleiter im Privatwald Arenberg. Falls die genetische Untersuchung positiv ausfällt, könnten die Samen dieser Schwarzkiefern zukünftig geerntet werden. Somit hätten viele Waldbesitzenden die Chance, diese Baumart als zusätzliche Mischung in ihren Wäldern einzubringen.

„Auch im Gemeindewald Röhl kommen auf mehr als einem Hektar Schwarzkiefern vor, die sich zukünftig als Erntequelle für Saatgut eignen könnten“, so die Einschätzung von Patrik Lemmen von der FAWF.