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Foto-Ausstellung „Heimat ist ...“ in der Tankstelle Schau in Waxweiler

Ausstellung : Foto-Ausstellung „Heimat ist ...“ wird in Tankstelle in Waxweiler gezeigt

Was passiert, wenn man einen ungewöhnlichen Ausstellungsort findet, zeigt eine Geschichte aus Waxweiler. Dort werden Fotos in einem besonderen Raum gezeigt.

Heimat ist ...? Für jeden eine andere. Die Familie, die Freunde, ein Lieblingsessen, ein Buch, das eigene Haus oder aber ein anderer Ort. Zum Beispiel die Tanke in Waxweiler.

Seit 1934 gibt es den Betrieb der Familie Schaus. Heute managen Irmburg und Franz-Josef Schaus zusammen mit ihrem Team die Tankstelle. Sie ist, wie Irmburg Schaus sagt, „ein Stück Waxweiler Geschichte“. Und für viele auch sicher ein Stück Heimat. So kämen viele Menschen, die früher hier gelebt hätten und Waxweiler besuchten, „zuerst mal in die Tanke“ – um ein Bier zu trinken, zu quatschen, Neuigkeiten auszutauschen.

Das gilbt besonders für einen Bereich der Tankstelle, in dem sich früher ein kleiner Shop befand, der heute aber ein Biker-Treffpunkt ist. Henry’s Corner heißt der etwa 25 Quadratmeter große Raum, der nach dem verstorbenen Sohn der Schaus’ benannt ist. Dort treffen sich, vor allem im Sommer, Motorradfahrer, um Pause zu machen, an ihren Maschinen zu schrauben oder an Henry zu denken, der ebenfalls ein Biker war.

In dieser Zeit steht der Raum aber meist leer. Nur wenige Motorradfahrer sind unterwegs und gemütliche Treffen wegen Corona ohnehin kaum möglich. Was den Waxweilerer Michael Fischer auf eine Idee brachte. Der ehrenamtliche Bildungsbeauftragte der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Waxweiler war auf der Suche nach einem Raum für eine Foto-Ausstellung, die den Namen „Heimat ist ...“ trägt. Und fand, dass Henry’s Corner dafür geeignet ist. „Ich selbst wäre nie auf diese Idee gekommen“, sagt Irmburg Schaus. Aber sie stimmte gerne zu.

Und so werden ab 1. Dezember hier einige Bilder aus dem Fotowettbewerb gezeigt, zu dem die KEB Saarbrücken und die KEB Westeifel aufgerufen hatten. Menschen sollten Fotos einreichen und in einem kurzen Text erläutern, warum das dargestellte Motiv für sie Heimat bedeutet. Das Ganze lief im Rahmen des Mottos „Liebenswert Heimat“, unter dem die KEB im Bistum Trier aktuell arbeitet.

Wolfgang Vierbuchen, Leiter der KEB Westeifel, der zusammen mit Michael Fischer auf der Suche nach einem Ausstellungsort in Waxweiler gewesen war, freut sich ebenfalls darauf, einige Fotos an diesem ungewöhnlichen Ort zu zeigen. „Dass wir in einer Tankstelle mal ausgestellt hätten, daran kann ich mich nicht erinnern“, sagt er.

Aber nicht nur dieser Ort begeistert ihn, sondern auch die Beiträge selbst und die starke Resonanz auf den Wettbewerbsaufruf. So seien allein bei der KEB Westeifel mehr als 200 Bilder eingegangen, und die Auswahl der 15 Siegerfotos sei für die Jury sicher nicht leicht gewesen.

Nach der Prämierung gingen diese Beiträge, aber auch andere aus dem Wettbewerb, auf Reise: Sie waren zuletzt in Gerolstein, Daun und Trier zu sehen und werden nun im kleinsten Raum der Ausstellungstour gezeigt: in Henry’s Corner. Dazu wurde aus dem Biker-Treff alles ausgeräumt – Möbel, Bilder, Werkzeug. Der Raum ist nun Heimat für die Bilder. Und ab 31. Dezember, wenn sie weiterziehen in die Kreissparkassen-Hauptstelle nach Bitburg, wird der Raum wieder zu einer anderen Heimat. Zur Heimat der Biker.

Kunst an der Tanke in Waxweiler: In Henry’s Corner werden im Dezember Fotos der Ausstellung „Heimat ist ...“ gezeigt. Foto: tv/Michael Fischer

Eine kleine Auswahl der eingereichten Fotos aus dem Wettbewerb „Heimat ist ...“ kann im Dezember in Henrys Corner an der Tankstelle Schaus in Waxweiler, Luxemburger Straße 33, zu deren Öffnungszeiten zwischen 8.30 und 19 Uhr besichtigt werden. Beim Besuch gelten die aktuellen Corona-Regeln. Ein kostenloses Begleitheft zum Mitnehmen ist ausgelegt. Der Eintritt ist frei.
Info: www.keb-westeifel.de
Weitere Fotos: www.volksfreund.de

Hier geht es zur Bilderstrecke: „Heimat ist...“ wird in Tankstelle in Waxweiler gezeigt