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Frank Schaal geht nach Berlin

Frank Schaal geht nach Berlin

Seit 13 Jahren leitet Frank Schaal die Bitburger Tourist-Information. Für ihren Umzug in die neue Stadthalle hat er hart gekämpft - und wird nun überraschenderweise nicht dabei sein, wenn es so weit ist. Denn im Februar tritt er in Berlin eine Professorenstelle an.

Bitburg. Die Bitburger Tourist-Information zieht kommendes Jahr um, und auch ihr Leiter Frank Schaal wird seine Koffer packen. Doch gehen er und sie nach 13 gemeinsamen Jahren nun getrennte Wege.

Während seine Kollegen, all die Prospekte, Karten und Gastgeberverzeichnisse nur ein paar Hundert Meter zurücklegen müssen, ehe sie in der Stadthalle eine neue Bleibe finden, wird es Schaal in sehr viel weitere Ferne ziehen. Er geht nach Berlin, wo ihm die private "International Business School Berlin" eine Professur angeboten hat. Dort wird er ab Mitte Februar Tourismus-, Destinations- und Eventmanagement lehren und erforschen. Ein Angebot, über das er sich sehr freut.

Attraktives Angebot zum richtigen Zeitpunkt



Zum einen, weil er schon immer ein Faible für die Wissenschaft hatte: Trotz der Vollzeitstelle in Bitburg hat er seit 1996 als Dozent an der Uni Trier Forschungspraktika im Bereich Fremdenverkehrsgeographie geleitet und dort 2004 auch promoviert.

Zum anderen kommt das Angebot vielleicht gerade zum rechten Zeitpunkt: Die Wahlen, aus denen der Kandidat Frank Schaal nicht als Bitburgs neuer Bürgermeister hervorgegangen ist, sind Vergangenheit - ebenso wie die hitzigen Debatten um den Umzug der Tourist-Information, der nun, auch dank Schaals Engagement, beschlossene Sache ist.

Doch nicht nur auf diesen Erfolg, auch auf einige andere Dinge, die er seit 1996 als Leiter der Tourist-Info bewegt hat, ist Schaal stolz. Auf "sein Baby", das Eifel-Gäste-Journal zum Beispiel, das in einer Auflage von 100 000 Stück erscheint, auf ein Programm für Busreiseveranstalter, auf Internetseiten, die schon früh besser waren als die meisten anderen, oder darauf, "über den Tellerrand geschaut" und mit anderen kooperiert zu haben.

Immer mit dem Ziel, den Gästen das Beste zu bieten. Der Boden sei gut beackert, sagt Schaal. "Die Saat kann problemlos wachsen."

Zweckverband steht vor dem Umbruch



Und Schaal kann weiterhin dazu beitragen. Denn in seiner gestrigen Sitzung hat sich der Zweckverband Feriengebiet Bitburger und Speicherer Land darauf geeinigt, ihm weiterhin einzelne Projekte zu übertragen. Dennoch wird auf den Verband nun eine Zeit der Umbrüche zukommen: Seine Geschäftsführung wird künftig anders organisiert (siehe Extra).

"Vielleicht ist es auch ganz gut, wenn jetzt nochmal etwas Neues kommt", sagt Schaal, der zudem überzeugt ist, dass die Tourist-Information nach ihrem Umzug ganz andere Möglichkeiten eröffnet als zurzeit. Seinem eigenen Umzug blickt er, obwohl er ein "absoluter Berlin-Fan" ist, mit gemischten Gefühlen entgegen. Fällt doch, bei aller Vorfreude, Abschiednehmen immer schwer. Extra Zweckverband: Mit dem Weggang von Frank Schaal steht auch der Zweckverband Feriengebiet Bitburger und Speicherer Land vor einem Umbruch. Der Verband hat gestern Abend beschlossen, Schaals Stelle nicht neu auszuschreiben. Stattdessen soll Elfriede Grewe, Geschäftsführerin der Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg, die unter anderem das Cascade-Bad und die Halle 300 betreibt, die Leitung des Zweckverbands kommissarisch übernehmen. Zudem hat man sich darauf geeinigt, dass Schaal weiterhin einzelne Tourismusprojekte des Feriengebiets betreuen wird. (rh)