Freie Fahrt für freie Bürger

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Verkehr

Zu unserem Bericht "Viel Verkehr, viele Unfälle" (TV vom 2. August) zur Unfallstatistik im Eifelkreis Bitburg-Prüm schreibt dieser Leser:
Schon beim Aufschlagen dieser Seite gingen mir Nachrichten, Meldungen und Bilder durch den Kopf, die ich in den zurückliegenden Monaten, auch an anderer Stelle, in den Medien zur Kenntnis genommen habe, die von Unfällen mit Senioren nicht nur berichteten, sondern auch verkündeten, dass die Zahl der Unfälle, die durch ältere Fahrer verursacht werden, zunehmen. Häufig wurde dann auch die Forderung laut, den Führerschein nur noch befristet zu erteilen und ältere Fahrzeugführer hinsichtlich ihrer Fahrtüchtigkeit regelmäßig zu überprüfen. Nun fragte ich mich, sollte es im Eifelkreis einen signifikanten Anteil "Senioren-Unfälle" geben? Ich persönlich gehöre inzwischen zu dem Kreis der "älteren Fahrzeugführer" an, ich bin in diesem August 50 Jahre im Besitz einer Fahrerlaubnis und das unfallfrei. Natürlich verfolge ich die immer wieder nach "Senioren Unfällen" aufkommenden Forderungen nach einer regelmäßig erneuerten Fahrprüfung für Senioren, da ich als aktiver Automobilist auch in Zukunft mobil und im Besitz eines Führerscheines bleiben möchte. Eine Headline, wie jetzt im TV am 2. August 2017, schreckt dann schon auf.
Nachdem ich den Artikel aufmerksam gelesen habe, stelle ich fest, dass die Headline "Immer mehr Senioren-Unfälle" irreführend ist. Die Zunahme der Senioren-Unfälle bezieht sich auf die Zunahme an Parkunfällen im Eifelkreis, bei denen die Polizeidienststellen eine Zunahme der Unfallbeteiligten über 70 Jahre registriert haben. Sicher sind solche Blechschäden höchst ärgerlich und sollten auch bei entsprechender Aufmerksamkeit und Parkverhalten nicht sein. "Damit müssen wir leben", meinte der befragte Polizeibeamte. Wenden/Rückwärtsfahren sind mit 22 Prozent der Unfallursache sicher ein beachtlicher Anteil der Verkehrsunfälle, die aber sicher nicht alleine auf die Altersgruppe der über 70 Jahre alten Fahrzeugführer zurückgeführt werden kann. Insofern ist die gewählte Headline unzutreffend, irreführend und bedient gerne zuletzt aufgekommene Klischees vom fahruntüchtigen Senior. Dieser Stigmatisierung möchte ich an dieser Stelle entschieden entgegentreten. Wie im Beitrag zutreffend ausgeführt wurde, erfordert der schwache öffentliche Nahverkehr in der Eifel eine hohe Fahrzeugdichte und zur eigenen Mobilität Auto und Führerschein. Dies nicht nur in jungen Jahren, sondern auch im Alter! Ich persönlich bin der Meinung, dass der freie Bürger auch die Freiheit hat, sollte er selbst oder in der Familie von dauerhafter Fahruntauglichkeit erfahren, die Hände vom Steuer zu lassen.
Wolfgang Rieder, Bitburg

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