Freizeit-Center liegt noch auf Eis

Freizeit-Center liegt noch auf Eis

KYLLBURG. Mit einem spektakulären Plan zu Betrieb und Vermarktung eines "Kylltal Riverside Freizeit- und Recreation-Center" ist Winfried Clemens vorgeprescht. Stadt und Verbandsgemeinde (VG) Kyllburg prüfen nun die Umsetzung.

Seit acht Jahren betreibt Winfried Clemens (63) die Gaststätte "Eifel-Center" in Malbergweich. Der Wirt ärgert sich schon lange darüber, was im Kyllburger Freibad, das von der VG betrieben wird, läuft. Nur zwei seiner Kritikpunkte: "Im Jahrhundertsommer hat das Bad um 19 Uhr dicht gemacht. Das Gesamtwerbebudget eines Jahres lag bei 463 Euro - inklusive einer Anzeige zur Suche eines Schwimmmeisters." Clemens will alles ganz anders aufziehen. Seit Sommer 2004 hat er über sein detailliertes Konzept mehrfach mit Bürgermeister Bernd Spindler (SPD) und zuletzt auch mit Stadtbürgermeister Winfried Müller gesprochen. Da die komplette Privatisierung für einen symbolischen Preis abgelehnt wurde, will Clemens mit seiner Firma ITM (Innovatives Trend Marketing Unternehmen) den Gesamtkomplex zunächst auf fünf Jahre pachten. Seine Pläne sehen im einzelnen vor: Das Freibad soll durch Umbauten, neue Ausstattung und Dekoration, verlängerte Öffnungszeiten und reduzierte Preise attraktiver werden. Außerdem sollen Sonderaktionen Besucher locken. Neben dem Tennisplatz (Erbpachtvertrag zwischen Stadt und Sportverein) sollen unter anderem ein Bolzplatz und ein Zeltplatz entstehen. Das Tennishäuschen soll zum Verwaltungsgebäude erweitert werden. Die Campingschänke soll eine moderne Gaststätte werden. Die nötigen Investitionen sieht das Konzept durch Bezugsverträge mit Brauerei und Verleger vorfinanziert. Auch zu den laufenden Konditionen hat Clemens genaue Vorschläge unterbreitet. "Wir müssen ein Urlaubsambiente schaffen, den Gästen etwas bieten und das Ganze richtig vermarkten. Mit privatem Unternehmergeist lässt sich der Umsatz deutlich steigern, was wiederum der VG viel Geld spart", versichert der Erfinder des Energy-Drinks "El Torro"."Alle Optionen offen halten"

Den Ende Februar auslaufenden Fünf-Jahres-Vertrag über die Freibad-Gastronomie verlängerte die VG trotz Clemens' Angebot um ein Jahr mit dem bisherigen Pächter Hajo Römer. Für den parteilosen Clemens eine Enttäuschung, denn er will Investoren und Personal nicht zu lange hinhalten und drückt aufs Tempo. Spindler schreibt dazu in einem Brief an Clemens: "Der Hauptausschuss hat sich bei seiner Entscheidung im Wesentlichen davon leiten lassen, dass offenkundig noch Zeit benötigt wird, um das gemeinsame und angestrebte große Projekt mit der Stadt Kyllburg 2006 realisieren zu können." Damit sei jedoch keineswegs eine Vorentscheidung für 2006 gefallen. Im Gespräch mit dem TV verweist Spindler auf den noch zweieinhalb Jahre laufenden Pachtvertrag zwischen der Stadt und der Betreiberin des Campingplatzes. Es sei noch nicht klar, ob der Platz bald frei werde. Spindler: "Ohne Camping hätte Herr Clemens aber möglicherweise die Freibad-Gastronomie nach dem einen Jahr nicht weiterführen wollen. Das war dem Ausschuss zu unsicher. Deshalb haben wir den Vertrag um ein Jahr verlängert, um uns alle Optionen offen zu halten." Über das "interessante und überzeugende Konzept" Clemens' werde der VG-Rat voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte entscheiden.

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