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Freund, Helfer, Bürgermeister

Freund, Helfer, Bürgermeister

PRÜM. Josef Junk ist neuer Chef der Prümer Polizei-Inspektion (PI). Die offizielle Amtseinführung war gestern – durch Polizeipräsident Manfred Bitter. Der TV hat den neuen PI-Leiter einer erkennungsdienstlichen Behandlung unterzogen.

TV-Redaktion Prüm, 12. Januar: Zur Vernehmung erscheint Herr Junk, Vorname Josef, geboren am 19. Dezember 1953 in Bitburg. Als Wohnort gibt Herr Junk Idenheim an. Nach Belehrung erklärt der Verdächtige seinen Verzicht auf einen Rechtsbeistand. Beginn der Vernehmung: 14 Uhr. Den Vorwurf, die Polizei-Inspektion Prüm im Handstreich übernommen zu haben, lässt Junk nicht gelten: "Das ist ganz normal gelaufen: Ich habe mich beworben, gegen fünf Mitbewerber durchgesetzt - und freue mich, dass der Polizeipräsident sein Vertrauen in mich setzt." Bitter - für die Mitbewerber. In welchen Dienststellen ist Junk bisher aktenkundig? "Ich wurde 1971 eingestellt", gibt er zu Protokoll. "Nach der Ausbildung kam ich als junger Polizist zuerst nach Altenahr, für fast zwei Jahre. Damals war dort noch richtig was los - mit Weinfesten und Kegelclubs. Manchmal ging es dabei richtig zur Sache." Dealerjagd und Gewaltdelikte

Es folgte eine Zwischenstation bei der Schutzpolizei Trier. Danach: Bitburg, Wechselschichtdienst. "1979 bin ich zur Kripo, war hauptsächlich mit der Sachbearbeitung von Rauschgift- und Umweltdelikten betraut. Eine besondere Erfahrung aus dieser Zeit: Die Blockade-Vorgänge am Flugplatz Bitburg - mit General Gerd Bastian, mit Petra Kelly und Joschka Fischer." 1993 die nächste Station: Kriminal-Inspektion Wittlich. "Dort war ich im Kommissariat K/1 (Kapitaldelikte) Sachbearbeiter und Stellvertreter des Leiters Peter Meier", versichert Junk. "Dann leitete ich vorübergehend das K/2 - Gewaltdelikte gegen Frauen und Kinder sowie Sexualdelikte. Das lässt man nicht alles hinter sich, wenn man die Tür zum Büro schließt... Drei Jahre war ich in Wittlich." Und dann zurück nach Bitburg: "Das war 1996. Dort war ich zunächst Sachbearbeiter im Kriminaldienst und ab 2002 Leiter der AG Eifel, der Drogenbekämpfung im Bereich Bitburg-Prüm. Da konnten wir viele Dealer hinter Schloss und Riegel bringen." Im Februar 2004 wurde Junk stellvertretender PI-Leiter in Prüm. "Ich habe also als Polizist so ziemlich alles bearbeitet, was anfällt." Den Titel eines Hauptkommissars, gibt der Befragte an, "habe ich mir erarbeitet! Ich habe den Beruf wirklich von der Pike auf gelernt. Da bin ich stolz drauf." Der Hang zum Polizistenberuf habe sich schon früh gezeigt, sagt Junk: "Ich habe eigentlich nie über einen anderen Beruf nachgedacht. Mir war immer klar, dass ich nach der Schule zur Polizei gehe. Ich bin so ein Typ, der gerne anderen weiterhilft, wo immer es geht. Ich bin ja auch Ortsbürgermeister bei uns im Dorf - vermutlich ist mir das einfach in die Wiege gelegt worden: Ich bin in einer Familie mit sechs Kindern aufgewachsen." Davon werde man einfach geprägt - dass man Rücksicht nehme auf andere. "Und bei uns haben alle irgendwie eine soziale Ader - unter meinen Brüdern sind ja noch zwei Ortsbürgermeisterkollegen." Auf diese Weise wolle er auch die PI leiten: "Selbstverständlich. Ich lege großen Wert auf das Soziale in der Dienststelle. Man kann nicht immer nur fordern." Schluss-Aussage: "Das Zwischenmenschliche muss stimmen, denn der Polizeiberuf ist nicht immer einfach. Ich nenne nur mal die Kollegen im Wechselschichtdienst - die haben Dienst an Weihnachten, Neujahr, an Wochenenden und sonstigen Feiertagen und können nicht bei ihren Familien sein. Wenn andere feiern und es sich gut gehen lassen, haben sie sich als Erste mit tödlichen Unfällen, Suiziden, Familiendramen, Unglücken und so weiter zu beschäftigen. Das bleibt nicht in den Kleidern haften, das nimmt man mit nach Hause." Ende der Vernehmung: 15 Uhr. Gelesen, genehmigt und unterschrieben von Josef Junk. Der Befragte wurde anschließend auf freien Fuß gesetzt, da er sämtliche Vorhaltungen glaubwürdig entkräften konnte.