Friede, Freude, Flurbereinigung

Friede, Freude, Flurbereinigung

Sie hat die Bürger in Uppershausen einst gespalten und das Dorfleben vergiftet. Nun scheinen die Wogen aber geglättet: Die Flurbereinigung in Uppershausen ist nach einstigem Zank friedvoll abgeschlossen worden.

Uppershausen. (neb) Eine Dorfgemeinschaft ist über Generationen hinweg zerstritten. Wegen einer Bodenreform, die nur von Teilen der Bürger gewollt war. Ein Szenario, das Ende der 90er Jahre in Uppershausen, einer 80-Einwohner-Gemeinde auf dem Höhenzug zwischen Neuerburg und Krautscheid, durchaus nicht unwahrscheinlich schien. Auslöser für die Unstimmigkeiten war der Wunsch einiger Landwirte im Frühjahr 1995, das immerhin knapp 140 Jahre alte Kataster für Uppershausen zu ändern und durch eine Flurbereinigung (siehe Extra) große zusammenhängende Flächen zu bekommen, die sich leichter bewirtschaften ließen (der TV berichtete mehrfach).

Die Eigentümer einiger Parzellen befürchteten allerdings damals, dass ihre guten Flurstücke in große Flächen integriert und sie stattdessen mit ungünstigen Lagen abgespeist würden - und dafür auch noch zahlen müssten. Das Kulturamt Prüm, das inzwischen im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) aufgegangen ist, entdeckte bei einer sogenannten agrarstrukturellen Vorplanung in der Gemarkung Uppershausen "agrarstrukturelle Mängel", die es zu beseitigen gelte.

Ein zunächst angestrebter Landtausch scheiterte, die Fronten schienen verhärtet. Ein offizielles Flurbereinigungsverfahren für das 359 Hektar umfassende Gebiet wurde eingeleitet, zum Missfallen einiger Landbesitzer. Das war Ende der 90er.

Mehr als zehn Jahre später scheinen die Unstimmigkeiten von einst fast vergessen. "So, wie es jetzt ist, sind alle zufrieden", sagt Hermann Moos, Ortsbürgermeister von Uppershausen, nach dem formellen Ende der Flurbereinigung.

Neue Gehwege und Parkplätze



Die Bodenreform habe für die Gemeinde viel Positives gebracht - beispielsweise Gehwege, Parkmöglichkeiten am Friedhof, ein Grundstück für das neue Dorfgemeinschaftshaus sowie ein "schönes und sehr gutes Netz von Wald- und Wirtschaftswegen". Auch haben sich wohl die anfänglichen Befürchtungen einiger Grundstückseigentümer nicht bewahrheitet, schlechte Austauschflächen zugesprochen zu bekommen. "Die Fläche wurde von Sachverständigen bewertet, damit ein fairer Tausch gewährleistet werden konnte", betont Planer Michael Loser vom DLR. Auch er zieht ein positives Fazit von der abgeschlossenen Flurbereinigung in Uppershausen, deren Umsetzung insgesamt rund 500 000 Euro gekostet hat. Der größte Anteil daran fiel auf den Ausbau des Wegenetzes, das von vier auf 18 Kilometer erweitert werden konnte. 86 Prozent der Kosten wurden laut DLR durch Zuschüsse finanziert, 14 Prozent von den Landbesitzern in Eigenleistung aufgebracht - je nach Größe der Flurstücke.

Was einst als Streit begann, scheint inzwischen Vorbild für andere zu sein: Einige umliegende Ortsgemeinden haben nämlich eigens eine Flurbereinigung beim DLR beantragt. Extra Unter Flurbereinigung versteht man die Neuordnung des landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Grundbesitzes mit dem Ziel, kleinere verstreute Flächen zu einzelnen größeren zusammenzulegen, um sie besser bewirtschaften zu können. Es handelt sich um eine gesetzliche Maßnahme. Zur Flurbereinigung gehört auch das Schaffen von Wegen, Straßen und Gewässern sowie ähnlicher öffentlicher Einrichtungen. Heute verwirklicht man gleichzeitig mit der Flurbereinigung auch Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen in dem betroffenen Gebiet. (neb)