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Frisch geölt und gefönt in den Ring

Frisch geölt und gefönt in den Ring

BITBURG. Über 50 schottische Hochlandrinder wurden am Wochenende in der Auktionshalle in Bitburg zur Schau gestellt. Dabei hatten die Besucher die Möglichkeit, diese in der Region eher seltene Rasse einmal aus der Nähe zu betrachten.

Sie sehen aus, als hätten sie die letzte Eiszeit überlebt. Ein langes zotteliges Fell, dazu gewaltige, gebogene Hörner. Die Rede ist von den schottischen Hochlandrindern. 21 Züchter aus Rheinland-Pfalz, den benachbarten Bundesländern und dem angrenzenden Ausland führten ihre Tiere bei der 16. Jungtierschau der Hochlandrinder, die vom Westdeutschen Highland Cattle Züchterverband veranstaltet wurde, vor. Unter ihnen Daniela Löffler, die extra von Bad Berleburg in Nordrhein-Westfalen nach Bitburg gekommen war, um drei ihrer Highland-Rinder den kritischen Augen der Jury zu präsentieren. Doch bevor die Rinder den Juroren vorgeführt werden können, bedarf es erst einiger "kosmetischer" Vorbereitungen. Damit die Hörner der Rinder beispielsweise richtig glänzen, werden sie mit Öl eingerieben. Zusätzlich werden die zotteligen Rinder ausgiebig gekämmt und gefönt, bevor sie in den Ring geführt werden. Das Fönen der Rinder vor der Präsentation ist wichtig, weil sie aufgrund ihres langen und dichten Felles ansonsten schnell anfangen zu schwitzen. "Bekannt sind die schottischen Hochlandrinder besonders wegen ihrer guten Fleischqualität. Das Fleisch ist unter anderem cholesterinärmer als das von anderen Rinderrassen", sagt Daniela Löffler. Auf ihrer heimischen Weide stehen 53 Hochlandrinder. Obwohl die Tiere durch die langen Hörner und das zottelige Fell auf den normalen Betrachter eher bedrohlich wirken, sind die Rinder extrem friedfertig. Sie lassen sich ohne weiteres auf der Weide mit anderen Tieren halten. Bei Löfflers grasen so schottische Hochlandrinder und Pferde gemeinsam auf einer Weide. Daniela Löffler fasziniert bei dem "König unter den Rinderrassen" besonders das Fell und die Hörner, die schon "sehr viel her machen". Gertrud Werner von der Landwirtschaftskammer bewertet die knapp 50 vorgeführten Rinder. Dabei achtet sie auf viele Details. Da es sich in Bitburg um eine reine Schau handelt, kommt es bei den Tieren vor allem auf das äußere Erscheinungsbild an. "Die Übergänge und die Form müssen stimmen", sagt Gertrud Werner. So ist es beispielsweise wichtig, dass der Kopf eine dreieckige Form aufweist, das Tier muss recht muskulös und die Klauen müssen intakt sein. Gute Klauen sind bei dieser Rinderrasse sehr wichtig, da die Tiere die meiste Zeit des Jahres draußen auf der Weide stehen und außerdem ein recht hohes Alter erreichen können. Ein wichtiger Punkt bei der Bewertung sind natürlich auch die auffallenden Hörner. Während sie bei den männlichen Tieren nach vorne gebogen sein müssen, ist es wichtig, dass sie bei den Kühen eine Biegung nach oben hin aufweisen. Diese Kriterien erfüllten die vorgeführten Rinder von Daniela Löffler, und so konnte diese zufrieden mit der Schau und dem Ergebnis ihrer Tiere die Heimreise nach Bad Berleburg antreten.