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Frische Luft für den Tettenbach

Frische Luft für den Tettenbach

Zwischen Tettenbachweg und Tafel liegt ein kleiner Park mit zwei Weihern im Dornröschenschlaf. Der Stadtrat Prüm hat in seiner jüngsten Sitzung die Modernisierung der Anlage beschlossen.

Prüm. Idyllisch plätschert der Tettenbach durch sein Bett. Vögel zwitschern, das Rauschen des Wassers ist allgegenwärtig in dem kleinen Park zwischen Tafel und Tettenbachweg in Nähe der Prümer Feuerwache. Allein der Zustand der Anlage trübt die Lust, auf dem Damm zwischen Bach und Weiher zu flanieren. Die Wege, Treppenanlagen und die Bachbrücke erscheinen nicht gerade vertrauenserweckend. Alles wirkt alt und brüchig. Dort, wo der Bach für 120 Meter in einem Rohrsystem verschwindet, ist das Erdreich eingestürzt. Der Park hat seine besten Zeiten lange hinter sich. Geht es nach dem Prümer Stadtrat, könnte er aber bald aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden.
"Eigentlich ist es dort wunderschön, es muss nur wirklich dringend etwas getan werden", sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. Weil das Rohrsystem an zwei Stellen zusammengebrochen sei, habe man ein Konzept zur Renaturierung des Tettenbachs und zur Modernisierung des Parks in Auftrag gegeben.
Der erste Abschnitt: Stefan Jovy vom Prümer Ingenieurbüro Scheuch erklärt, dass das Projekt in zwei Abschnitte zu gliedern sei. Der erste und wichtigste befasst sich allein mit der Gewässersituation. Jovy schlägt vor, den Damm zwischen Bach und dem größeren der zwei Weiher ein kleines Stück zu verbreitern und den Bach selbst wieder im ganzen Park ans Tageslicht zu holen. "Die Rohre sind kaputt. Daran muss sowieso was getan werden." "Weil es sich um eine Renaturierung handelt, können wir auf Fördergelder von bis zu 90 Prozent hoffen", sagt Weinandy. Zudem sieht das Konzept vor, den zweiten wesentlich kleineren Weiher zu verfüllen. Über dem Bach sollen an zwei Stellen Zinkbrücken aufgebaut werden.

Der zweite Abschnitt: Die Vorplanung befasst sich in einem gesonderten Teil mit den Wegen und ihrem Verlauf. Anstelle der steilen kaputten Treppe soll laut Konzept vom oberen Tettenbachweg aus ein Zickzack-Pfad barrierefrei zum Weiher führen.
"Um ein Gefälle von etwa zehn Prozent kommen wir dort aber leider nicht herum", sagt Jovy. Um den verfüllten Weiher sollen neue Wege in einer Art Rundkurs entlangführen. "Beide Teiche wurden von Biologen untersucht. Einen Weiher sollten wir auf jeden Fall als Laichgewässer erhalten."
Die Kosten: Für die Umsetzung der vorgestellten Pläne veranschlagt das Ingenieurbüro etwa 140 000 Euro. "Die Gewässermaßnahme kostet etwa 80 000 Euro, für die Fußwege rechnen wir mit 92 000 Euro", sagt Jovy.

Der Beschluss: Sowohl die Stadtbürgermeisterin als auch die Mitglieder aller Fraktionen waren sich einig: 140 000 Euro für ein Parkprojekt sind nicht gerechtfertig. Man beschloss, die Abstimmung wie die Vorplanung in zwei Teile zu gliedern. Mit einer Gegenstimme wurde beschlossen bei der "Aktion Blau", einer Initiative des Landesumweltministeriums zur Gewässerentwicklung, Fördermittel für die Renaturierung zu beantragen.
Einstimmig entschieden sich die Ratsmitlieder dafür, eine Überarbeitung des Konzepts für die Wegeführung zu beauftragen. Auf den Zickzack-Weg soll verzichtet werden - allein er würde 40 000 Euro kosten. Mit dem abgespeckten Plan soll dann die Förderung über ein neues Lea-derprogramm beantragt werden.

Die Zukunft: Der Renaturierung des Tettenbachs muss die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord nun noch als zuständige Behörde für Wasserwirtschaft ihre Zustimmung geben. Die Modernisierung des Wegenetzes wird überarbeitet und dem Stadtrat erneut vorgelegt.