Frische Räume, volles Haus

Frische Räume, volles Haus

PRÜM. Erst auf der Kippe, jetzt auf festem Boden: Das Post-Erholungswerk hat alle Bungalows im Feriendorf renoviert und plant weitere Investitionen. Derzeit ist die Anlage nahezu ausgebucht.

Vor sechs Jahren sah es gar nicht gut aus für das erste aller deutschen Post-Feriendörfer: Die Anlage aus dem Jahr 1974 sollte geschlossen werden. "Da war das Fallbeil kurz vorm Einschlag", erinnert sich Alois Tautges, der das Dorf seit 1991 gemeinsam mit Ehefrau Thekla leitet. Und heute? "Wir haben zurzeit 200 Gäste", sagt Tautges, "von 53 Bungalows sind 49 belegt. Und am Wochenende alle." Dafür hat das Post-Erholungswerk auch etwas getan: Alle Bungalows sind in den vergangenen Wochen renoviert worden, das Restaurant ist neu verpachtet. "Wir haben entkernt, Wände versetzt, Dächer und Dämmung erneuert", sagt Tautges. Außerdem hätten alle Häuser neue Böden, Möbel und Sanitäranlagen erhalten. Lediglich die Schränke wurden nur überarbeitet, "aber die sind aus Vollholz, die wollten wir behalten". Fast zwei Millionen Euro hat die Sanierung gekostet - und wird noch weiter gehen: Ab Herbst soll das Haupthaus erneuert werden, im kommenden Jahr werden die Außenanlagen aufgefrischt, unter anderem mit neuen Spielplätzen. Tautges: "Wir wollen ein Familien-Feriendorf werden." Das sei das Hauptziel - und eine Auslastung von 75 Prozent übers gesamte Jahr. Ausschließlich Handwerker aus der Region kamen bei dem Auftrag zum Zug: "Das ist unsere Philosophie beim Erholungswerk", sagt Tautges. "Und den Firmen muss man wirklich ein Kompliment machen", ergänzt Hausmeister Dieter Simon. An manchen Tagen hätten die Handwerker bis elf Uhr abends durchgearbeitet.Vielleicht wird noch erweitert

Die Bungalows übrigens, damals von Streif errichtet, hätten "immer noch eine gute Bausubstanz", sagt Tautges. Deshalb habe da auch kaum ausgebessert werden müssen. Dennoch bleibe man im Gespräch mit den Fertigbauern - denn setzt sich die gute Buchungslage fort, will das Erholungswerk sogar noch erweitern. Erste Voraussetzung für das verstärkte Post-Engagement in Prüm sei damals die neue Führungsriege gewesen, erinnert sich Tautges. Die habe mit sich reden lassen - und auch dank Unterstützung der Gewerkschaft habe man die Bosse davon überzeugen können, in Prüm weiter zu machen. Das zweite "Muss": Die Stadt hat den Bebauungsplan geändert (der TV berichtete). Falls nämlich das Feriendorf eines Tages nicht mehr profitabel wäre, soll aus der Anlage ein Wohngebiet gemacht werden. Davon aber ist man weit entfernt: "Die Gäste sind begeistert", sagt Tautges. "Auch von der tollen Infrastruktur, zum Beispiel den Schwimmbädern in Prüm. Der Einheimische glaubt so was ja nicht. Aber das ist auch ein Grund, warum das Post-Erholungswerk hier nochmal investiert hat." Sehr gut angenommen würden auch die Radwege: "Die Gäste schätzen so etwas. Man glaubt gar nicht, wie wir zum Beispiel daran hängen, dass der Radweg nach Belgien gebaut wird. Das sind Argumente für unsere Gäste, nach Prüm zu fahren." Die meisten, etwa 90 Prozent, reisen aus dem Bundesgebiet an. Aber, dank Verträgen mit Post-Unternehmen in Frankreich und den Niederlanden, kommen auch viele Besucher aus den Nachbarländern. Viele haben auf Verdacht gebucht - "weil wir ja nicht wussten, wann wir mit dem Umbau fertig würden", sagt Dieter Simon. Das zeigt, wie beliebt die Prümer Anlage - eine von 18 in ganz Deutschland - offenbar ist. Auch bei den Hausherren. Alois Tautges: "Meine Frau und ich hängen da schon mit dem Herzen dran."

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