Frischer Schub für die Dorferneuerung: Dasburg wird Schwerpunktgemeinde - Förderung für Bauherren

Frischer Schub für die Dorferneuerung: Dasburg wird Schwerpunktgemeinde - Förderung für Bauherren

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz hat der Dasburger Ortsbürgermeisterin Beate Bormann die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde im Dorferneuerungsprogramm überreicht. Sechs Jahre lang können Bauherren nun fachliche Beratung und Fördergeld in Anspruch nehmen.

Dasburg ist von Innenminister Roger Lewentz als neue Schwerpunktgemeinde im Dorferneuerungsprogramm des Landes anerkannt worden. Das heißt: Von nun an steht in der Grenzgemeinde allen privaten und öffentlichen Bauherren eine qualifizierte Beratung zur Verfügung, plus Fördergeld vom Land für ihre Vorhaben. Hinzu kommt die Dorfmoderation durch ein Planungsbüro, zugleich wird das seit 1989 bestehende Dorferneuerungskonzept der Gemeinde weiterentwickelt.

Zwei wesentliche Ziele, sagt Ortsbürgermeisterin Beate Bormann, habe man sich dabei gesteckt: Den Tourismus zu fördern und bestehende Bausubstanz zu beleben: "Wir wollen probieren, die vielen Leerstände umzunutzen", sagt die Gemeindechefin.

Da zeigt sich eines der speziellen Probleme in der Grenzgemeinde: Wegen der engen und steilen Hanglage wäre ein Neubaugebiet nur unter großem Aufwand zu verwirklichen - man müsste dazu auf eine Fläche oberhalb des Dorfs ausweichen (der TV berichtete). Die Erschließung aber würde alles verteuern.

Also hoffe man, sagt Beate Bormann, dass die Dorfmoderation neue Anregungen bringe: "Da setzen wir alles drauf."
Wer den Zuschlag für die Moderation erhält, wird in Kürze entschieden. Aufgrund der schwierigen Topografie werde diese durchaus eine Herausforderung, sagt Edgar Kiewel, der Dorferneuerungsbeauftragte des Eifelkreises Bitburg-Prüm (siehe Extra). Kiewel setzte sich nicht nur deshalb auch beim Land für die Anerkennung Dasburgs als Schwerpunktgemeinde ein: Bei der Teilnahme der Gemeinde im Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" im vorigen Jahr habe man gesehen, dass erstens viel getan worden sei - und zweitens etliche Chancen bestünden. Unter anderem wegen der Nähe zu Luxemburg und der Lage im Naturschutzgebiet Oberes Ourtal eröffneten sich Möglichkeiten, den Tourismus anzukurbeln. Dies sei bereits auf der Burg geschehen, wo die Gemeinde im Alten Forsthaus ein Trauzimmer für Hochzeiten eingerichtet habe und für Brautleute "ein Sorglos-Paket" anbiete, vom Blumenservice über Essen und Getränke bis zur Übernachtung.

Die neu gestaltete Dorfmitte rund ums historische Haus Trost habe mit dazu geführt, dass Durchreisende eben nicht mehr nur durchreisen: "Die halten wirklich an", sagt Kiewel, und davon profitiere auch die Gastronomie.
Nur das mit dem neuen Bauland sei eben schwierig - und deshalb setze man einen weiteren Schwerpunkt auf die Innenentwicklung, die nicht zuletzt junge Familien mit Kindern im Dorf halten soll.

Wer Interesse an einem alten Haus habe, könne sich direkt an die Kreisverwaltung wenden, sagt Kiewel. "Dann gehen wir ins Gespräch und loten die Förderung aus." Und die sei substanziell: Pro Vorhaben können Bauherren bis zu 20 000 Euro vom Land erhalten, für gewerbliche Projekte sind es bis zu 30 000 Euro. Auch Eigenleistung könne dabei angerechnet werden, sagt Kiewel. "Das ist ein sehr praktisches Programm - gut für die Bauherren."

Die Ortsgemeinde will in einer Bürgerversammlung ausführlich über die Möglichkeiten der Dorferneuerung informieren. Der Termin und weitere Details werden in Kürze bekannt gegeben.Extra

Die Kreisverwaltung in Bitburg berät die Bürger ebenfalls bei ihren Vorhaben im Rahmen der Dorferneuerung. Verantwortlich ist Edgar Kiewel, erreichbar unter Telefon 06561/154140. In den vergangenen 15 Jahren, sagt Kiewel, seien im Eifelkreis Bitburg-Prüm etwa 1500 Einzel-Vorhaben über die Dorferneuerung unterstützt worden. Das Land habe in dieser Zeit 26 Millionen Euro Fördergeld ausgezahlt, insgesamt seien so 125 Millionen Euro an Investitionen zusammengekommen. Das Innenministerium habe ausgerechnet, dass dadurch 3300 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen worden seien. Die Anerkennung eines Orts als Schwerpunktgemeinde erfolgt für die Dauer von sechs Jahren. In dieser Zeit können sich alle privaten, gewerblichen und öffentlichen Bauherren kostenlos beraten lassen und Zuschüsse vom Land erhalten - für alle Projekte, die zur Stärkung und Wiederbelebung der Ortskerne beitragen und die typische Siedlungs- und Kulturlandschaft erhalten. fpl

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