Frisches Geld für das neue Dach

Frisches Geld für das neue Dach

Große Spendenbereitschaft: 50 000 Euro hat der Förderverein der Basilikafreunde im vergangenen Jahr eingenommen. Mit dem Geld ist wie geplant die erste Rate für den 250 000-Euro-Kredit getilgt worden, mit dem sich die engagierten Bürger an der 1,5 Millionen Euro teuren Dachsanierung der Basilika beteiligt haben.

Prüm. Die Gerüste sind schon lange abgebaut, aber für den Förderverein der Basilikafreunde ist die Dacherneuerung des Gotteshauses nach wie vor ein großes Thema. Denn die engagierten Mitglieder haben sich mit 250 000 Euro an der insgesamt 1,5 Millionen Euro teuren Sanierung beteiligt und einen Kredit über die Summe aufgenommen. Dieser wird nun nach und nach getilgt.
Gauben-Pate für 3000 Euro


Im vergangenen Jahr sammelte der Verein rund 50 000 Euro an Spenden, berichtet Klaus Peters vom Vorstand der Basilikafreunde. Damit habe man wieder einmal den Durchschnitt der vergangenen Jahre erreicht. "Seit 1998 haben wir im Mittel immer 50 000 Euro pro Jahr an Spenden bekommen." Diese bestehen zum Teil aus der Kollekte. Aber es gebe auch persönliche Anlässe, bei denen für die Basilika Geld gespendet werde, beispielsweise bei Geburtstagen oder Sterbefällen. "Wir haben uns da einen Namen erarbeitet", sagt Peters. Darüber hinaus laufe auch die Patenschaftsaktion für die Dachgauben weiter, bei der Firmen oder Bürger für 3000 Euro Pate einer Dachgaube werden können. "Aber auch kleinere Beträge sind möglich", sagt Peters. Allein über die Patenschaftsaktion seien bereits 15 000 Euro zusammengekommen.
Damit verbleiben nach aktuellem Stand Schulden in Höhe von 200 000 Euro, die noch abzubezahlen sind. "Wir haben die erste Rate in Höhe von 50 000 Euro ohne Probleme bedienen können", sagt Peters. In den nächsten vier Jahren soll dann der Rest ebenfalls in Raten von jeweils 50 000 Euro beglichen werden.
Im Frühjahr 2010 hatten die Arbeiten am Dach und an den Stützpfeilern der Basilika begonnen. Dabei wurden der Dachstuhl umfassend repariert, neue Gauben eingebaut, ein neuer Dachreiter gefertigt und schließlich das komplette Dach mit neuem Schiefer eingedeckt.
Auch an den Stützpfeilern des Kirchenschiffs und den Fundamenten wurden Schäden beseitigt, ehe das Gotteshaus neu gestrichen wurde. Sehr erfreulich ist für Peters, dass die kalkulierten Kosten von rund 1,5 Millionen Euro eingehalten worden sind. Finanziert wurde die Summe zur Hälfte vom Bistum Trier. Darüber hinaus gab es Zuschüsse vom Landesdenkmalamt und der Kulturstiftung des Landes.
Mit diesen Arbeiten an Kirchenschiff und Dach ist die Außensanierung nun weitestgehend abgeschlossen. Bereits zuvor waren die beiden Türme und das Portal für rund 1,1 Millionen Euro saniert worden. Nun rückt das Innere der Basilika wieder in den Blick. Derzeit brennt vor allem das Thema Innenbeleuchtung auf den Nägeln. "Gerade im Winter ist sie einfach ungenügend", sagt Peters. Ältere Menschen hätten dann Probleme, in den Gebetbüchern zu lesen. Derzeit sei man in Gesprächen mit Fachleuten darüber, wie man Abhilfe schaffen könne und wie viel Geld zu investieren ist. Darüber hinaus soll die Innensanierung von Fenstern und Putz samt Anstrich vom Altarraum in Richtung Kirchenschiff fortgesetzt werden. "Da wollen wir demnächst die Förderanträge an das Bistum stellen", sagt Peters. Es bleibe noch genug zu tun.Extra

Die Basilika in Prüm stammt aus dem Jahr 1721. Sie ersetzte die alte Klosterkirche. Der Trierer Kurfürst Franz-Ludwig von Pfalz-Neuburg hatte den Neubau bei seinem Hofbaumeister Hans Georg Judas in Auftrag gegeben. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche beschädigt. Am Heiligen Abend 1945 stürzten das Mittelschiff und das südliche Seitenschiff ein. Nach dem Wiederaufbau wurde das Gotteshaus 1950 von Papst Pius XII. zur "Basilika Minor" erhoben. ch

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