Fröhliche Feiern ohne fliegende Fäuste

Fröhliche Feiern ohne fliegende Fäuste

Sehr zufrieden zeigt sich Prüms Polizeichef Josef Junk nach den tollen Tagen. Machten die Jecken in den vergangenen Jahren immer wieder mit Randale und Schlägereien Schlagzeilen, blieb es in diesem Jahr ausgesprochen friedlich.

Prüm. Närrischer Ausnahmezustand herrschte im Prümer Land zwischen Weiberdonnerstag und Aschermittwoch. Zehntausende waren unterwegs, um entweder als Aktive bei den zahlreichen Zügen mitzugehen oder einfach nur am Straßenrand zuzuschauen.

Nach den Umzügen ging in den Festzelten das närrische Treiben weiter. In den Vorjahren war es dabei immer wieder zu größeren Ausschreitungen und Schlägereien gekommen.

Für so manchen Narren endete der Abend im Krankenhaus, und das nicht etwa wegen zu viel Alkohols, sondern wegen gebrochener Nasen und Knochen.

Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, hatte sich die Polizei Prüm mit den Verwaltungen und den Veranstaltern zusammengesetzt und Konzepte erarbeitet, wie man der zunehmenden Gewalt Herr werden kann (der TV berichtete). Offenbar haben die Ideen gefruchtet, denn so friedlich wie in diesem Jahr verliefen die Umzüge seit Langem nicht mehr. Ob Stadtkyll, Olzheim oder Prüm: Die Beamten der Prümer Polizei mussten nur zu kleineren Zwischenfällen ausrücken, Gravierendes war nicht dabei. "So wie es in diesem Jahr gelaufen ist, sind wir absolut zufrieden", sagt Prüms Polizeichef Josef Junk. Trotz der Rekord-Teilnehmerzahl beim Prümer Rosenmontagszug blieb es auch im Festzelt friedlich. "Das hat mir gut getan, wenn man morgens zur Arbeit kam und nichts passiert ist", sagt Junk. Auch bei den Umzügen an der Oberen Kyll blieb alles im Rahmen. Einzig beim Nachtumzug in Gönnersdorf kam es zu kleineren Rangeleien.

"Unsere Maßnahmen im Vorfeld haben wohl gegriffen", sagt Junk. Auch dass man bei den Großveranstaltungen Präsenz gezeigt habe, habe sicherlich zu einer Beruhigung der Lage beigetragen. Doch auch nach dieser Saison werde man sich mit den Verwaltungen und den Veranstaltern zusammensetzen und nochmal analysieren. Denn noch sind nicht alle Probleme gelöst. Vor allem der Alkoholkonsum von Jugendlichen und Verstöße gegen den Jugendschutz bleiben ein Problem. "Wenn sich die Jugendlichen die Rucksäcke mit Alkohol vollstopfen und das Zeug mitbringen, kann man auch den Veranstaltern keinen Vorwurf machen", sagt Junk. Auch die Polizei könne nicht alles kontrollieren.

Insgesamt spricht Junk den Veranstaltern und Verwaltungen ein Lob aus. "Die hatten das gut im Griff." Ein Umdenken sei auch bei den Autofahrern auszumachen. Trotz verstärkter Kontrollen rund um die Züge habe es im Bereich der Polizei-Inspektion Prüm kaum Beanstandungen wegen Alkohols am Steuer gegeben.

Meinung

Lob an die Narren

Es geht doch, möchte man denken, wenn man sich die diesjährige Karnevalsbilanz der Polizei anschaut. Närrische Großveranstaltungen können friedlich ablaufen, auch ohne dass man den Alkohol rigoros verbietet oder neben jeden Narren zwei Polizisten stellt. Ein Lob dafür gebührt in erster Linie all den Karnevalisten, die friedlich gefeiert haben - und das waren in dieser Session die allermeisten. Ein Problem, das man noch in den Griff bekommen muss, sind allerdings die Verstöße gegen den Jugendschutz, wenn Minderjährigen Hochprozentiges ausgeschenkt wird. Doch hier sind nicht nur Polizei und Veranstalter gefragt, das Verantwortungsbewusstsein aller ist gefordert. Der übermäßige Alkoholkonsum Jugendlicher darf nicht verharmlost werden. Im nächsten Jahr wird sich auch zeigen, ob die Gewalt wirklich nachhaltig aus dem Karneval verbannt worden ist oder ob es in diesem Jahr nur eine rühmliche Ausnahme war. c.brunker@volksfreund.de

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