Frühjahrsputz der besonderen Art

Frühjahrsputz der besonderen Art

Frühjahrsputz im Haus Beda: Die Dr.-Hanns-Simon-Stiftung lässt den Festsaal und die Ausstellungsräume in Bitburgs "Gud Stuvv" renovieren. Das Haus Beda ist aufgrund der Umbauarbeiten in den kommenden zwei Monaten geschlossen. Dann geht's mit neuer Konzeption wieder los.

Bitburg. Als die "gud Stuvv" Bitburgs hat Stadthistoriker Peter Neu einst das Haus Beda bezeichnet, das die Dr.-Hanns-Simon-Stiftung vor mehr als 30 Jahren für rund 2,3 Millionen Euro gebaut hat. Und inzwischen ist die die "gute Stube" etwas in die Jahre gekommen. Bereits vor drei Jahren, als die Stadtbücherei vom Haus Beda in die Brodenheckstraße übersiedelte, begannen umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten in Bitburgs erster Adresse für Kunst, Kultur und Geselligkeit.

"Angesichts der Stadthalle werden wir aufrüsten", sagt Michael Dietzsch, Vorsitzender des Stiftungsrats der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung, die das Haus Beda betreibt, augenzwinkernd. Eine wirkliche Konkurrenzsituation der beiden Veranstaltungsorte sieht er nicht, sondern betont: "Wir stellen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit ein." Während sich die Stadthalle für Großveranstaltungen besser eigne, wolle das Haus Beda vor allem "kleine, aber feine" Kulturveranstaltungen anbieten.

Um die Qualität der Ausstellungen weiter zu verbessern, werden neben dem Festsaal auch die Ausstellungsräume im Erdgeschoss neu konzipiert. "Es geht um eine spezielle Lichtführung. Dafür gestalten wir den Innenraum samt der Decken neu", erklärt Dietzsch, der nach dem sensationellen Erfolg der Ausstellung "Klassische Moderne" (der TV berichtete), mindestens zwei Mal im Jahr neben der Fritz-von-Wille-Dauerausstellung auch moderne Kunst zeigt. "Wir wollen damit unseren Radius vergrößern und zukünftig auch mehr Kunstinteressierte aus dem Kölner, Luxemburger und Trierer Raum nach Bitburg bringen. Natürlich bleibt unser Haus zudem Heimat für Vereine und regionale Künstler", sagt Dietzsch.

Neben der neuen Konzeption der Ausstellungsräume geht es bei den Renovierungsarbeiten zudem um den Abschluss der im vergangenen Jahr begonnenen Brandschutz-Vorkehrungen. So soll etwa ein neuer Vorhang in den Festsaal. Dort wird die Stoffbespannung der Kassetten-Decken erneuert. Die Kronleuchter - ein Nachbau aus der Manufaktur, die einst die in Schloss Schönbrunn von Königin Maria Theresa gefertigt hat - müssen dafür eingerüstet werden. Rund 300 000 Euro investiert die Stiftung 2009 in die Renovierungsarbeiten. Seit dem Bau der Bücherei im Jahr 2005 hat die Dr.-Hanns-Simon-Stiftung rund 1,5 Millionen Euro in das Haus Beda investiert - davon mit knapp einer Millionen Euro den überwiegenden Teil in die neue Bibliothek. Vergangenes Jahr wurden im Haus Beda für rund 200 000 Euro vor allem Brandschutz-Maßnahmen (Fluchtwege und Geschoss-Abtrennung) umgesetzt sowie das Fritz-von-Wille-Museum renoviert.

75 Veranstaltungen gingen 2008 im Haus Beda über die Bühne. Die wichtigsten waren für Dietzsch neben dem Fest anlässlich des 100. Geburtstags des verstorbenen Stifters Dr. Hanns Simon die Bitburger Gespräche mit hochkarätigen Juristen sowie dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und eben die mit mehr als 1500 Besuchern ausgesprochen erfolgreiche Ausstellung "Klassische Moderne" mit Werken von Picasso, Chagall, Nolde und vielen ihrer Weggefährten.

Start: Auftakt nach den Renovierungsarbeiten ist im Haus Beda wieder am 6. Juni mit der Eröffnungsveranstaltung des Kinder- und Jugendkulturfestivals "Sommer-Heck-Meck".

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