Fuchsens Festschrift findet Freunde: Auwer schreibt Buch über 1000-jährige Geschichte des Nimstalortes Giesdorf

Fuchsens Festschrift findet Freunde: Auwer schreibt Buch über 1000-jährige Geschichte des Nimstalortes Giesdorf

In einer Schenkungsurkunde erwähnt Kaiser Heinrich II. vor 1000 Jahren erstmals den Nimstalort Giesdorf. Drei Tage feierte man, doch auch für die Zukunft soll etwas erhalten bleiben: Der Auwer Paul Fuchs verfasste eine Festschrift, in der fast jeder Giesdorfer seine Wurzeln finden kann.

Giesdorf. Ein kleiner Fluss, eine Mühle und ein Hof - mehr braucht es nicht, um eine 1000 Jahre währende Geschichte zu begründen, auch wenn ein kleiner Ort stets eine gewisse Portion Glück haben muss, um wie Giesdorf zehn Jahrhunderte verbürgte Geschichte feiern zu können. Drei Tage feierte man im 130-Seelen-Flecken auf Einladung der Freiwilligen Feuerwehr das 1000-Jährige, doch während Erinnerungen an Feste - so schön sie auch sein mögen - irgendwann verblassen, zeugen Festschriften auch Jahrzehnte später von Stolz, Geschichtsbewusstsein und Liebe zur Heimat.

"Es waren einmal wenige Menschen, die an diesem Ort eine Siedlung gründeten", sagt Ortsbürgermeister Hubert Hockertz. Zusammenhalt und Arbeit seien wichtig gewesen, um das Leben zu bestreiten. "Nur diese Einstellung konnte eine Siedlung alt werden lassen. Deshalb dürfen wir stolz sein, dass unsere Vorfahren uns hier eine Heimat geschaffen haben." Dieses Gefühl des Daheimseins müsse besonders an die nächsten Generationen weitergegeben werden, sagt Hockertz. Und die können besonders bei einem Blick in die Festschrift von Paul Fuchs durchaus Identitätsstiftendes finden.

"Das Buch ist ja ein bleibendes Dokument. Eine Erinnerung ans Fest, aber mehr an die Geschichte Giesdorfs und damit auch die Menschen, die hier leben und lebten", sagt der Autor.
Ohne Übertreibung kann sich wohl fast jede Familie mit Giesdorfer Wurzeln in dem 220 Seiten starken Band wiederfinden - allein 50 Seiten nimmt das Kapitel "Ortsfamilienbuch" ein. "Solche Auflistungen sind schon Fleißarbeit und brauchen eine Menge Quellen", sagt Fuchs, dabei sei die Zeit für ihn denkbar knapp gewesen.
"Erst Ende März meldete sich Ortsbürgermeister Hockertz bei mir und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, die Giesdorfer Festschrift zu schreiben", sagt er. Nicht gerade ein üppiger Zeitrahmen für einen 200 Seiten starken Band.

"Ich musste ja auch erstmal noch recherchieren, bevor ich überhaupt ein Wort tippen konnte." Allein 38 Quellen mussten befragt, gelesen oder studiert werden. Zweieinhalb Monate brauchte Fuchs, bis alles fertig war. "Ich bin zufrieden. Das, was ich mir vorgenommen hatte, ist drin und wohl auch interessant für alle Giesdorfer", sagt er. Wichtig sei, sich auch beraten zu lassen und Hilfe anzunehmen: "In Sachen Genealogie bin ich zum Beispiel nicht sehr stark, deswegen habe ich mir hier auch gleich Hilfe besorgt. So sollten alle wichtigen Aspekte drin sein."
Landrat Joachim Streit betont die Bedeutung solcher Festschriften in seinem Grußwort. Es gehe nicht darum, nostalgisch zurückzublicken: "Es geht vielmehr darum, unsere Verbundenheit mit der Vergangenheit zum Ausdruck zu bringen." Sie habe die Gegenwart geformt, die nicht losgelöst sei von dem, was vorher war und wiederum die Zukunft präge.aff
Die Festschrift "1000 Jahre Giesdorf" gibt es für 15 Euro bei Hubert Hockertz und in der Verbandsgemeindeverwaltung Prüm.