Führungswechsel auf der Air Base Spangdahlem: Der Kommandant dankt ab

Führungswechsel auf der Air Base Spangdahlem: Der Kommandant dankt ab

Commander Joseph McFall verlässt die Air Base Spangdahlem. Wie wird er die Eifel in Erinnerung behalten und wie sieht er die Zukunft des Flugplatzes? Ein Interview:

Heute hat Commander Joseph McFall seinen letzten Tag auf der Air Base. Er gibt nach mehr als zwei Jahren das Kommando über das 52. Geschwader an seinen Nachfolger Jason E. Bailey ab (ein ausführlicher Bericht folgt).In McFalls Zeit fällt der Abzug der Amerikaner aus der Bitburger Housing und die Schließung der Highschool. Es gab aber andere Momente, die für den 46-Jährigen emotionaler waren.
Colonel, jetzt wo Sie gehen, was werden Sie an der Eifel vermissen?
McFall: So ziemlich alles - die Menschen, die Landschaft. Ich war schon überall auf der Welt stationiert - in Italien, Dänemark, Japan und Korea. Und das ist das erste Mal, dass sich ein Einsatzort wirklich wie ein Zuhause angefühlt hat. Auch meine Frau musste weinen, als sie hörte, dass wir gehen werden.
Liegt das auch an der guten Zusammenarbeit mit den Eifelern?
McFall: Absolut. Wir haben viele Veranstaltungen zusammen organisiert und, wenn es Probleme gab, konnten wir die immer schnell zusammen lösen.
Probleme, wie zum Beispiel den Fluglärm? Es ist ja geplant, dass ein neuer Typ Flugzeug bald von der Air Base startet. Wird es dadurch auch lauter?
McFall: Ich glaube nicht. Ja es wird ein neues Geschwader mit neuen Modellen kommen. Aber bis dahin werden noch ein paar Jahre vergehen.
Wird Spangdahlem für die Air Force eine wichtige Base bleiben? Wie sehen Sie die Zukunft des Flugplatzes?
McFall: Die Air Base liegt in einer strategisch perfekten Lage - mehr oder weniger direkt zwischen den USA und Afrika und dem Nahen Osten. Also, meiner Ansicht nach, wird sie wichtig bleiben.
Was war der emotionalste Moment in Ihrer Zeit auf der Base?
McFall: Der schönste war sicher, als wir 2016 die Auszeichnung "Installation Excellence" gewannen. Wir wurden als beste US-Air-Base auf der ganzen Welt prämiert. Die traurigsten Momente sind immer die, wenn Freunde sterben. Bei verschiedenen Unfällen sind auf der Base drei Kollegen von mir ums Leben gekommen. Ein anderer hatte einen Herzinfarkt.
Emotional war aber sicher auch die Schließung der Highschool, oder?
McFall: Ja, es war schwer, die Highschool auf dem Gelände aufzugeben. Die Schule war eine Institution. Wir waren lange hier. Aber ich denke für die Lehrer war es emotionaler. Es wird jedenfalls Zeit den Bitburgern das Grundstück zurückzugeben. Außerdem sparen wir durch die Verlagerung nach Spangdahlem eine Menge Geld.
Und wo geht es jetzt hin? Bleiben Sie den Deutschen erhalten?
McFall: Ja, ich kehre zurück nach Ramstein. Ich übernehme dort das Vize-Kammndo der 3. Air Force, werde also weiter mit dem 52. Geschwader zu tun haben. Ich und meine Familie freuen uns, dass wir in Deutschland bleiben können.
Warum gehen Sie, wenn es Ihnen hier so gut gefällt?
McFall: Alle zwei Jahre gibt es einen Wechsel an der Spitze einer Air Base. Ich hatte Glück, dass ich ein bisschen länger bleiben durfte. Das Ziel dieser Wechsel ist es wohl immer wieder frischen Wind und neue Ideen in die Führung reinzukriegen.
Welche neuen Ideen bringt der neue Commander mit?
McFall: Bailey ist ein guter Kerl. Ich kann nicht vorhersagen, was sich unter seiner Führung, ändern wird. Ich habe zu ihm gesagt: Er soll die Dinge, wenn er geht, noch besser hinterlassen, als sie waren. BIOGRAFIE
Joseph McFall ist 46 Jahre alt. Seit Februar 2015 war er Commander der Air Base in Spangdahlem. In dieser Funktion standen rund 5000 Soldaten und Zivilisten unter seinem Befehl. Zuvor, von 2012 bis 2013, war er Vize-Commander. In den beiden Jahren dazwischen hatte er das Kommando über zwei Fliegergeschwader in Ramstein - also dort, wohin er jetzt zurückkehrt.
McFall hat 1993 an der Air-Force-Universität von Colorado Springs in Ohio "Luft- und Raumfahrttechnik" studiert. Seine Einsätze führten ihn unter anderem nach Japan, Dänemark und Korea. Quelle: www.spangdahlem.af.mil

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