Fünf Parteien kämpfen um den Verbandsgemeinderat Prüm

Kommunalwahl 2019 : Der Kampf gegen die Übermacht

Fünf Parteien bewerben sich bei der Wahl des Rats der Verbandsgemeinde (VG) Prüm mit Vorschlags-Listen. Seit Gründung der VG konnte die CDU fest mit einer absoluten Mehrheit rechnen – doch die Konkurrenz formiert sich.

Die Christdemokraten haben ihre absolute Mehrheit in der Verbandsgemeinde Prüm nie verloren – zumindest nicht, seit 1968 aus 132 Ämtern der Regierungsbezirke Koblenz und Trier die Verbandsgemeinden (VG) geformt wurden. Doch die Mitbewerber verzagen nicht. Neben der CDU schicken auch SPD, FDP, Bündnis90/Die Grünen und die FWG am Sonntag, 26. Mai, ihre Kandidaten ins Rennen, und wer weiß, vielleicht ist die absolute Mehrheit ja doch zu brechen.

SPD

Barbara Hiltawaski, Listenführerin der Sozialdemokraten, gibt die Hoffnung nicht auf. „Sie zu schlagen ist eine Sache, schön wäre es, und das ist wohl das greifbarste Ziel, die absolute Mehrheit der Christdemokraten in Prüm nach 70 Jahren endlich mal zu brechen“, sagt sie. Und die Liste sei sehr vielseitig. „Im Frühjahr fusionierten die Ortsgruppen Prüm-Stadt und Prüm-Land, damit sind wir sehr gut aufgestellt.“

Unter den Vorschlägen seien viele junge Genossen zu finden, und auch die Orte in der Verbandsgemeinde seien gerecht vertreten. „Ich hätte mir nur noch gewünscht, dass mehr Frauen zu begeistern sind. Wir sprachen viele an, aber nur wenige waren bereit zu kandidieren. Unter den 38 Wahlvorschlägen auf der Liste finden sich nun acht Frauen.„Woran das liegt? Ich kann nur spekulieren, was aber auffällt, ist, dass Frauen eh sehr engagiert sind. Neben ihrer Arbeit in Vereinen und Gemeinden wollen sie sich anscheinend nicht noch mit Kommunalpolitik belasten“, sagt Hiltawski.

Vorgenommen habe man sich, besonders die Übermacht der CDU ein wenig schrumpfen zu lassen. „Und dann gibt es ja genug Themen, mit denen wir uns weiter befassen müssen. So ist für uns die Windkraft auf der Schneifel noch immer nicht erledigt“, sagt sie. Prinzipiell begrüße man in der SPD die Windkraft als erneuerbare Energieressource: „Ich verstehe aber einfach nicht, warum sie unbedingt auf der Schneifel errichtet werden muss.“

Die Liste der SPD: 1. Barbara Hiltawski, Prüm, 2. Helmut Michels, Weinsheim, 3. Susanne Arenth, Schönecken, 4. Marcus Link, Prüm, 5. Johann Urfels, Bleialf, 6. Karl-Heinz Arenth, Schönecken, 7. Paula Sonnen, Prüm, 8. Achim Kinnen, Pronsfeld, 9. Reinhold Lenz, Schönecken, 10. Roland Ludes, Prüm, 11. Alois Fußmann, Buchet, 12. Herbert Sonntag, Schönecken, 13. Uwe Herzig, Prüm, 14. Marius Rausch, Bleialf, 15. Roland Keil, Nimshuscheid, 16. Niklas Rinke, Prüm, 17. Michael Geditz, Olzheim, 18. Ünal Dogan, Oberlauch, 19. Alois Tautges, Prüm, 20. Ingo Ternes, Büdesheim, 21. Katharina Hafner, Prüm, 22. Werner Tautges, Winterscheid, 23. Axel Mutzberg, Prüm, 24. Christa Heinz-Moelter, Bleialf, 25. Markus Fischbach, Prüm, 26. Daniel Aßmann, Weinsheim, 27. Theo Hafner, Prüm, 28. Heidrun Haas, Bleialf, 29. Bodo Hiltawski, Prüm, 30. Manfred Rausch, Bleialf, 31. Marita Mosebach-Amrhein, Giesdorf, 32. Irmine Urfels, Bleialf, 33. Heinz-Peter Geditz, Olzheim, 34. Ingo Zwank, Prüm, 35. Fritz Seibel, Seiwerath, 36. Dieter Burmeister, Pronsfeld, 37. Franz-Josef Poß, Prüm, 38. Bernd Weinbrenner, Prüm.

CDU

Die Christdemokraten sitzen seit Jahrzehnten fest im Sattel – ihre absolute Mehrheit blieb bisher ungebrochen. Angeführt wird die Liste der CDU von Prüms Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. „Die Aufstellung der Liste lief reibungslos. Alle Ortsverbände sind gerecht verteilt vertreten“, sagt Weinandy. Der Anteil der Frauen wiederum entspricht dem auf der Liste der Sozialdemokraten: unter den 38 Vorschlägen finden sich acht Frauen. Das könne besser sein, aber wie bei den meisten Parteien, seien kaum Kandidatinnen zu finden gewesen. „Wobei wir immerhin einige in der Kommunalpolitik erfahrene Damen dabei haben“, sagt Mathilde Weinandy.

Vorgenommen habe man sich vor allem eines: „Die gute Politik der letzten Jahre weiter verfolgen.“ So erfolgreich die VG sei, es gebe aber natürlich Punkte, die der besonderen Aufmerksamkeit bedürften. „Am Thema Kindertagesstätten und Grundschulen wollen und müssen wir dran bleiben. Sie sollten weitergebracht und gestärkt werden.“ Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Punkten zufrieden stimme, dürfe man nicht die Hände in den Schoß legen. „Gerade hier heimische, etwas kleinere Unternehmen müssen wir weiter unterstützen und auch die VG noch attraktiver für neue Betriebe machen.“

Die Liste der CDU: 1. Mathilde Weinandy, Prüm, 2. Klaus Keil, Weinsheim, 3. Mario Kribs, Schönecken, 4. Edith Baur, Bleialf, 5. Monika Winkelmann, Pronsfeld, 6. Johannes Kuhl, Prüm, 7. Pascal Kersten, Kleinlangenfeld, 8. Gudrun Breuer, Winringen, 9. Peter Eichten, Auw, 10. Werner Dimmer, Prüm, 11. Jan Herbst, Schönecken, 12. Christian Schulzig, Weinsheim, 13. Andreas Lenz, Winterspelt, 14. Peter Wind, Prüm, 15. Hanns-Peter Küster, Bleialf, 16. Peter Meyer, Weinsheim, 17. Sascha Notzon, Schönecken, 18. Arnold Gierten, Prüm, 19. Horst Backes, Auw, 20. Petra Schweisthal, Pronsfeld, 21. Peter Feinen, Rommersheim, 22. Gaby Bretz, Prüm, 23. Martina Dambly, Schönecken, 24. Jörg Weinand, Bleialf, 25. Matthias Thomas, Olzheim, 26. Helmut Thielen, Lasel, 27. Elmar Rausch, Prüm, 28. Manuel Pfeiffer, Bleialf, 29. Johannes Arenth, Schönecken, 30. Elvira Ott, Orlenbach, 31. Manuel Büchel, Prüm, 32. Ernst Zierden, Wallersheim, 33. Stanislaw Dreher, Schönecken, 34. Horst Lenz, Winterspelt, 35. Christian Weinandy, Prüm, 36. Lothar Lamberty, Fleringen.

Bündnis90/Die Grünen

Kommunalpolitikerinnen sind rar gesät, davon können fast alle Parteien ein Liedchen singen: Nicht so Bündnis90/Die Grünen. Mehr als die Hälfte der Listenvorschläge wird von Frauen besetzt – zwölf von 18. „Nein, dafür mussten wir keine Klinken putzen. Das hat sich bei uns einfach mal wieder so ergeben“, sagt die Listenführerin Christine Kohl.

Und nicht nur das Geschlechterverhältnis sei fast ausgewogen. „Auch die Gemeinden sind einigermaßen gerecht vertreten. Übrigens finden sich nicht nur Parteimitglieder auf der Liste. Wir konnten auch einige den Grünen nahestehende parteilose Kandidaten aufstellen“, sagt sie.

Vorgenommen habe man sich vor allem eines: „Wir möchten stärker im Rat vertreten sein. Statt drei Sitzen wären vier doch schon mal schön.“ Inhaltlich sei noch einiges voranzubringen. „Vom Windkraftthema bis hin zur Gestaltung des Verkehrs müssen wir noch ein paar Dinge anpacken“, sagt Kohl. Damit meine sie nicht nur den Straßenbau: „Da tut sich ja vieles, wir müssen aber auch das Radwegenetz im Blick halten und auch das Thema E-Mobilität wird uns noch länger beschäftigen“, sagt sie.

Die Liste von Bündnis90/Die Grünen: 1. Christine Kohl, Weinsheim, 2. Christoph Weber, Niedermehlen, 3. Annette Schürmann, Auw, 4. Alicija van Cuyck, Hermespand, 5. Harald Thielen-Redlich, Nimshuscheid, 6. Rudof Legde, Büdesheim, 7. Andreas van Cuyck, Hermespand, 8. Barbara Hagitte-Schömig, Prüm, 9. Katja Arenth-Ballmann, Hersdorf, 10. Josef Knippen, Buchet, 11. Mechthilde Ballmann, Weinsheim, 12. Leonie Bonefas, Obermehlen, 13. Felix Schürmann, Auw, 14. Elisabeth Kleis, Weinsheim, 15. Waltraud Seeberger, Bleialf, 16. Anita Legde-Pähler, Büdesheim, 17. Susanne Faschin, Prüm, 18. Brigitte Richter-Weber, Niedermehlen.

Freie Wählergemeinschaft

Sein Gesicht lächelt im Wahlkampf um den Prümer Bürgermeisterstuhl von vielen Plakaten herab. Doch Johannes Reuschen wirbt nicht nur um den Chefsessel, er führt auch die Liste der Freien Wählergruppe seit 2018 an und will die bisher stets im VG-Rat gut vertretene Fraktion noch weiter stärken. „Als ich voriges Jahr den Vorsitz übernahm, hörte ich mich erstmal um, was es so für Kritikpunkte und Sorgen gibt. Wohl am häufigsten wurde gesagt, dass wir auf der Liste voriges Mal zu viele Prümer und zu wenige Kandidaten aus den Gemeinden hatten“, sagt Reuschen. Ein Punkt, den man sich sehr zu Herzen genommen habe.

„Wir gingen dann tatsächlich in die Offensive, schickten 200 bis 300 Briefe raus, die um eine Mitarbeit warben.“ Angesprochen wurden Vereine, Einrichtungen, aber auch Personen, von denen man wusste, dass sie interessiert sein könnten. „Ein aufwändiges Verfahren, aber es hat sich gelohnt. Unsere Liste ist bestens gemischt und repräsentiert wirklich einen Querschnitt unserer Gesellschaft in der VG.“ In puncto Frauen sei man nicht so erfolgreich gewesen wie geplant: „Wir hätten gerne eine paritätische Liste gehabt, das hat leider nicht ganz hingehauen.“ Unter den 36 Kandidaten finden sich elf Frauen.

Vorgenommen habe man sich für die kommende Legislaturperiode, weiter die gute Arbeit im Rat fortzusetzen. „Es läuft ja gut. Mit ein paar Sitzen mehr könnten wir natürlich etwas mehr gestalten. Aber ein Thema, auf das wir uns konzentrieren wollen, haben wir nicht.“

Die Liste der Freien Wählergruppe: 1. Johannes Reuschen, Prüm, 2. Ernst Gilles, Bleialf, 3. Klaus Peter Nahrings, Prüm, 4. Rudolf Johanns, Weinsheim, 5. Markus Thelen, Wallersheim, 6. Michael Funk, Pronsfeld, 7. Birgit Hartmann-Siegler, Prüm, 8. Jürgen Schalz, Weinsheim, 9. Irmgard Hannegrefs, Rommersheim, 10. Matthias Antony, Schönecken, 11. Michael Ehleringer, Prüm, 12. Daniel Rosswinkel, Prüm, 13. Annemie Nickels, Prüm, 14. Martin Knauf, Bleialf, 15. Marcel Bützer, Bleialf, 16. Werner Rosswinkel, Prüm, 17. Erich Reichertz, Prüm, 18. Monika Rolef, Prüm, 19. Andreas Schwarz, Prüm, 20. Ulrich Keller, Prüm, 21. Andrea Triendl, Prüm, 22. Michael Brodel, Roth, 23. Bartholomé Lliteras, Prüm, 24. Wolfgang Siegler, Prüm, 25. Paul Hacken, Prüm, 26. Ursula Wolters, Prüm, 27. Irmgard Theres-Leiwer, Prüm, 28. Lothar Messerich, Sellerich, 29. Katharina Kops, Prüm, 30. Claudia Johanns, Weinsheim, 31. Stefan Maselter, Prüm, 32. Norbert Sohns, Sellerich, 33. Hanna Heller, Prüm, 34. Helene Maselter, Prüm, 35. Stefan Ebbertz, Prüm, 36. Karl-Heinz Thommes, Prüm.

FDP

Mit der kürzesten Liste bei diesem Wahldurchgang bewirbt sich die FDP bei den Wählern. 13 Kandidaten schicken die Freien Demokraten ins Rennen. Die Liste wird vom FDP-Kreisvorsitzenden Jürgen Krämer angeführt. „Mit Christa Grunow aus Bleialf haben wir diesmal zwar eine Frau dabei, beim vorigen Mal 2014 starteten wir mit einer reinen Herrenliste, aber wir hätten uns sehr gewünscht, noch mehr Damen aufstellen zu können“, sagt Krämer. Wie viele Parteien habe man aber arge Probleme dabei gehabt, mögliche Kandidatinnen zu motivieren. „Da müssen wir wirklich noch dran arbeiten. Ansonsten ist die Liste gut ausgewogen in Sachen Berufe und Wohnort“, sagt er. Man freue sich, in der Fläche nun noch besser vertreten zu sein.

In Sachen Wahlziel gibt sich Krämer bescheiden. „Natürlich freuen wir uns über jede Stimme und jeden Sitz, aber als Ziel steht die Fraktionsstärke ganz weit vorne.“ In der auslaufenden Legislaturperiode saß er alleine für die FDP im Rat. „Das war zwar gut, aber erst als Fraktion hat man eine Chance, auch in den Ausschüssen richtig mitmischen zu können. Gerade im Haushaltsausschuss wäre ich gerne dabei gewesen“, sagt er. Er habe die große Hoffnung, dass es diesmal aber wieder klappen wird. Er gehe entspannt in den Sonntag und setze auf ein gutes Ergebnis.

Die Liste der FDP: 1. Jürgen Krämer, Brandscheid, 2. Stefan Fiedler, Habscheid, 3. Christa Grunow, Bleialf, 4. Carsten Simons, Prüm, 5. Michel Niesen, Prüm, 6. Andreas Ernesti, Orlenbach, 7. Oliver Grunow, Bleialf, 8. Marc Simons, Prüm, 9. Timo Scheer, Schönecken, 10. Nico Reiter, Prüm, 11. Jürgen Ewertz, Winterspelt, 12. Klaus Wangen, Pronsfeld, 13. Ctirad Panek, Büdesheim.

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