Fünfte Auflage der German Masters Sale in Fließem

Archiv Oktober 2018 : Hochkarätiges auf vier Hufen beim German Masters Sale in Fließem

Am Freitag startet in der Auktionshalle in Fließem die fünfte Auflage der German Masters Sale. Versteigert werden mehr als 150 Rinder in allen Preisklassen – auch in den ganz hohen.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, hier laufen die Vorbereitungen für eine Discoveranstaltung: Ein Teil der Halle ist mit großen, schwarzen Stoffen abgehangen, auf dem Boden liegen Scheinwerfer und Traversen und mittendrin eine kleine Bühne. Auf der treten allerdings weder Band noch DJ auf, sondern ausschließlich Rinder. Und im Idealfall wird jedes dieser Tiere nach dem Verlassen dieser Bühne einen neuen Eigentümer haben. Schließlich steht das aus Holz gezimmerte Podest nicht in irgendeinem Kirmeszelt, sondern in der Auktionshalle der Rinder-Union West (RUW) in Fließem.

Ende letzten Jahres wurde das neue Auktionsgebäude in Betrieb genommen. Seitdem sind dort schon viele Tiere versteigert worden. Am Freitag kommen noch mal 157 Rinder hinzu. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit werden manche von ihnen das bislang in der Halle erzielte Höchstgebot weit übertreffen. Einige der Tiere, die morgen über die Holzbühne geführt werden, gehören nämlich laut Nici Nosbisch „zu den höchsten genomischen Rindern, die jemals angeboten wurden“.

Der Züchter von Holstein-Rindern aus Niederweis organisiert gemeinsam mit der Rinder-Union West und dem niederländischen, ebenfalls auf Züchtung spezialisierten Unternehmen Eurogenes in diesem Jahr bereits zum fünften Mal die German Masters Sales.

Seit Montag kommen die Tiere nach und nach an. Sie werden gewaschen, geföhnt und geschoren, damit sie bei der Auktion so proper aussehen wie ein Neuwagen.

Etwa 30 Helfer sorgen rund um die Uhr unter anderem auch dafür, dass sich keines der Rinder und Kälber, die allesamt auf einem weichen Bett aus Holzspänen und frischem Stroh stehen, irgendwie dreckig macht. Der Aufwand ist enorm, lohnt sich aber durchaus. Im vergangenen Jahr beispielsweise wurde eines der angebotenen Rinder für 38 000 Euro versteigert. Und bei der Premiere der German Masters Sales vor vier Jahren wechselte ein Tier sogar für 84 000 Euro den Besitzer.

Zu den Besonderheiten in diesem Jahr zählen unter anderem zwei Bullen. Wie Nosbisch erklärt, stehen diese Tiere auf Platz eins und zwei des deutschen Zuchtwertsystems. Die Vierbeiner kommen aus Deutschland und dem Beneluxraum, aber auch aus Frankreich, Österreich, Dänemark und England. Versteigert werden nicht nur Tiere, für die Erlöse im fünfstelligen Bereich erwartet werden, sondern auch Rinder in niedrigeren Preisklassen. „Wir haben für jeden was dabei“, sagt der Züchter aus Niederweis, der selbst mit rund 20 Rindern an der Veranstaltung teilnimmt.

„Für Züchter in Europa sind die German Masters Sales mittlerweile die wichtigste Veranstaltung, weil das, was hier angeboten wird, europaweit einmalig ist“, sagt Nosbisch. Aus diesem Grund sei die Auktion auch nicht nur für Züchter interessant. „Ich habe einige Freunde und Bekannte, die mit Rindern gar nichts am Hut haben, und trotzdem schon bei der Auktion dabei waren“, erzählt er. „Das ist einfach eine ganz besondere Atmosphäre.“

 

Die German Masters Sales in der Fließemer Auktionshalle beginnen am Freitag um 11 Uhr mit der Besichtigung der Tiere. Die Auktion selbst startet dann um 16.30 Uhr. Im Anschluss daran steht ein Oktoberfest auf dem Programm.