Fünfter Keller kommt frühestens 2017

Fünfter Keller kommt frühestens 2017

Die Traben-Trarbacher werden vom Erfolg des Wein-Nachts-Marktes überrollt. Weitere Kellerbetreiber stehen vor der Tür. Ihrem Wunsch wird aber zumindest dieses Jahr ein Riegel vorgeschoben. Noch mehr organisatorischer Aufwand sei derzeit nicht zu leisten. Sonst leide wahrscheinlich die Qualität, heißt es.

Traben-Trarbach. Beim Blick aus dem Fenster oder dem Aufenthalt im Freien liegt der Gedanke an Weihnachten gar nicht so fern - mit dem Unterschied, dass es dann manchmal wärmer ist als derzeit.
Dass sich der Traben-Trarbacher Stadtrat Ende April mit dem Wein-Nachts-Markt beschäftigt, hat nichts mit dem Wetter zu tun. Es greift einfach der Spruch: Nach dem Markt ist vor dem Markt. Mit zwei Kellern in der Traben-Trarbacher Unterwelt fing 2011 alles an. Diese Zahl hat sich bereits verdoppelt. Und es gibt Interesse und Interessenten für eine weitere Ausweitung. Dieses Jahr wird es die aber nicht geben.
Das Votum des Stadtrates ist eindeutig, aber nicht einstimmig. Die beiden Ratsmitglieder der Grünen plädieren für ein bis zwei weitere Keller bereits in diesem Jahr und speziell im Stadtteil Trarbach. "Das wäre schon aus psychologischen Gründen gut", sagt Sören Risse.
Bisher konzentriert sich der Wein-Nachts-Markt auf den Stadtteil Traben. Dort befindet sich die Mehrzahl der Keller, die vom Reichtum der Stadt am Anfang des 20. Jahrhunderts zeugen. Mehrfach gab es aber bereits den Wunsch auch Trarbach einzubeziehen. Er kommt unter anderem von der Initiative "Leben in Trarbach".
Die Mehrheit des Rates will für dieses Jahr aber keine Veränderung. Die Mitarbeiter der Touristinformation seien sehr stark in die Organisation eingebunden. Mehr könne das Personal nicht stemmen, sagt Stadtbürgermeister Patrice Langer (SPD). Der Markt müsse zuerst konzeptionell, organisatorisch und wirtschaftlich weiterentwickelt werden, betonen Gerd Huesgen (SPD/FDP-Fraktion) und Hubertus Kesselheim (CDU). Sonst bestehe die Gefahr eines Qualitätsverlustes. Und den wolle natürlich niemand.
"Wir haben hohe Ansprüche an die Veranstaltung", verdeutlicht Huesgen. Die Diskussion hat einen weiteren Hintergrund. Der Arbeitskreis Mosel-Wein-Nachts-Markt hatte auf Wunsch des Stadtrates drei weitere Keller unter die Lupe genommen und mit potenziellen Betreibern geredet. Empfohlen wurde der Keller Pittmann im Stadtteil Traben. Von der Touristinfo kam danach die Empfehlung derzeit keine weiteren Räume aufzunehmen. Stattdessen soll erst einmal der Stellenplan der Touristinfo angepasst werden. Die sei schließlich hauptverantwortlich für Organisation und Ablauf.
Der Stellenplan habe sich seit 2011 nicht geändert, heißt es im Rat. Es hätten sich schon sehr viele Überstunden angesammelt. Auf dem Rücken der Mitarbeiter dürfe die Aufstockung des Wein-Nachts-Marktes nicht ausgetragen werden. cb

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