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Für den Alltag fast zu schade

Für den Alltag fast zu schade

TRIER. Gestaltende Handwerker der Region präsentieren in einer Adventsausstellung in der Europäischen Kunstakademie ihre Arbeiten und Produkte. Kunsthandwerk aus Asien ergänzt die Ausstellung.

Irgendwo zwischen Handwerk und Kunst verläuft eine Grenze. Wird sie verwischt, entstehen Gebrauchsgegenstände, die sich neben hoher Verarbeitungsqualität auch durch gestalterische Schönheit auszeichnen. Die Mitglieder des Zusammenschlusses "Werkform - Werkkunst" belegen in ihrer aktuellen Ausstellung ein weiteres Mal, wie aus der Überwindung dieser Schranke Unikate entstehen, die der angewandten Kunst zugeordnet werden können. Die Gruppe aus engagierten Handwerkerinnen und Handwerkern der Region arbeitet gewerksübergreifend, veranstaltet Workshops und gemeinsame Ausstellungen. Man tauscht sich aus, lässt sich inspirieren, verwirklicht neue Ideen.Holz, Gold und Glas

Betritt man den luftig-hellen Ausstellungsaal der Kunstakademie, in deren Räumlichkeiten die Arbeiten in diesem Jahr erstmals präsentiert werden, fallen zunächst die Keramiken von Elke Gerber-Eckert ins Auge. Figuren, Gefäße, Schmuck, Bilder-Vielfalt vereint unter dem Namen "Ars Vivendi". Der Rundgang führt weiter zu "Christoffels Goldschmiede" und individuellen Schmuckstücken, die an der natürlichen Form der Ausgangsmaterialien orientiert und inspiriert sind. Nebenan kann so mancher Besucher nicht widerstehen, mit der Hand über die einladend glatten Holzflächen der Küchenmöbel aus der Schreinerei Müller zu streichen. So viel Tuchfühlung würde wiederum den Arbeiten von Birgit Maringer nicht bekommen. Ihr "Schmuckwerk" besteht unter anderem aus hauchzartem Goldgewebe, kombiniert mit edlen Steinen. Aus mehreren Schichten - mal mehr, mal weniger transparent - setzen sich die gläsernen Objekte zusammen, mit denen Hedwig Schon und Norbert Kölzer die Firma "Binsfeld" repräsentieren. Teilweise sind die zerbrechlichen Arbeiten mit Schriftzügen versehen, eine Technik, die auch Anne Hein für ihre Werke verwendet. Die Glasermeisterin und freie Künstlerin setzt außerdem auf leuchtende Farben. Gleich daneben zeigen Bett, Schrank, Tisch, Stuhl, und Frühstückbrett samt integriertem Eierhalter die Design-Skala der Schreinerwerkstatt Drangmeister an. Und wie aus Wolle, Filz und Seide individuelle Kleidungsstücke entstehen, beweisen die in Farbenfreude schwelgenden Arbeiten von Beate Lambrecht. Eine Premiere innerhalb der Ausstellung sind die Exponate von Kunsthandwerkern aus Asien. Taschen, Masken, Schals und Spielzeug werden im Rahmen des Projekts "Craft Arts" gezeigt, das den Austausch zwischen den Handwerkern fördern und die Qualitätsprodukten aus Fernost beim Markteinstieg in Europa unterstützen soll. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 17. Dezember, wochentags von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Weitere Informationen unter www.werkform-trier.de.