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Für den Ernstfall sorgfältig vorbereitet

Für den Ernstfall sorgfältig vorbereitet

Gut gerüstet für den Rheinland-Pfalz-Tag hat sich die Mannschaft vom St. Josef-Krankenhaus in Prüm. Neben personeller Aufstockung an den drei Tagen werden auch mehr Blutkonserven und Krankenbetten vorgehalten. Rund 250 Mitarbeiter sind einsatzbereit.

Prüm. Drei große Stadtpläne hängen im Konferenzraum des St. Josef-Krankenhauses in Prüm. Andreas Fidelak, Kaufmännischer Direktor, tippt auf den Plan von Sonntag. "Freitag und Samstag sind unproblematisch, am Sonntag müssen wir dann im Notfall auf diese Wege ausweichen." Rot markiert sind die Straßen, die am Sonntag für den normalen Verkehr gesperrt sind, um im Ernstfall den Rettungswagen einen Weg durch Prüm zu ermöglichen.
"Ich bin gespannt. So ein Riesenereignis hat es in Prüm noch nicht gegeben", sagt Fidelak. Von den 338 Mitarbeitern des Krankenhauses werden 250, davon 25 Ärzte, an den drei Tagen einsatzbereit sein. Die Besetzung der Telefonzentrale und Notambulanz werden verdoppelt. Ab Freitag laufen keinen planbaren Operationen mehr, um Operationsaal und Intensivstation möglichst frei zu halten, sagt Fidelak.
Eine Station mit 20 Betten habe man komplett geräumt für Verletzte am Rheinland-Pfalz-Tag. Zusätzlich warten im Keller 30 Feldbetten, die im Notfall genutzt werden können. "Die brauchen wir nur, wenn zum Beispiel ein Bus umkippt. Im normalen Geschäft kommen wir ohne den Kellervorrat aus", vermutet der Direktor.
Schlaugemacht hat er sich beim Kollegen des Krankenhauses in Neustadt an der Weinstraße, wo im vergangenen Jahr das Landesfest ausgetragen wurde. Dort habe es relativ wenig Einsätze gegeben - und das bei mehr als 350 000 Besuchern.
Neben mehr Personal und erweiterter Bettenkapazität wird auch der Vorrat an Blutkonserven verdreifacht. Statt der üblichen 15 werden dann 45 Konserven im Kühlschrank aufbewahrt. Auch das Material für den OP wurde aufgestockt.
"Wir haben uns und unsere Mitarbeiter sehr umfangreich auf den Rheinland-Pfalz-Tag vorbereitet", sagt Dr. Thomas Erb, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin. Beim Deutschen Wandertag in Prüm im Jahr 2006 habe es keinen Riesenschwall von Verletzten gegeben, erinnert sich Erb. Jedoch hält er die beiden Feste nicht für vergleichbar, zumal sich die "Wandersleute" über die Region verteilt hätten und sich beim Rheinland-Pfalz-Tag die Menschen auf Prüm konzentrieren werden.
Entlastet wird das Krankenhaus vom Deutschen Roten Kreuz, das mit 160 Einsatzkräften vor Ort ist und in drei Rettungswagen, drei Zentren und vier sogenannten Rettungsinseln Erste-Hilfe leisten wird. "Ohne die könnten wir nicht mithalten", sagt Erb. Der Prümer DRK-Bereitschaftsleiter Oswald Benzel hat das Sicherheitskonzept mit organisiert und ist auch Ansprechpartner für das Team im Krankenhaus.
Während die Mitarbeiter von außerhalb mit einem Sonderausweis an ihre Arbeitsstelle gelangen, sind kaufmännischer und ärztlicher Direktor sportlich unterwegs. "Ich komme zu Fuß", sagt Fidelak. "Ich natürlich auch. Das ist ja auch gesund", fügt Erb hinzu.