Für den Herbst eines tierischen Lebens

Für den Herbst eines tierischen Lebens

Hehre Idee, schwierige Umsetzung: Tierschützer wollen den Bauernhof des Schönfelder Ortsvorstehers für 260 000 Euro kaufen, um einen Gnadenhof aufzubauen. Bis Jahresende müssen dafür mindestens 90 000 Euro Spenden gesammelt werden.

Schönfeld. "Wir sind kein Verein, sondern Idealisten", erklären die Tierschützer Ferdinand Baum und Heiko Schuster. Von Amts wegen haben sie die Unterstützung für ihre Idee, einen Gnadenhof für kranke, alte und bedrohte Tiere aus der Vulkaneifel und dem Prümer Land einzurichten.

Die Kreisverwaltung Daun und die Verbandsgemeindeverwaltung Prüm haben die amtlichen Sammelerlaubnisse ausgestellt. Notar Simonis aus Hillesheim verwaltet das Geld. Bisher wurden 2000 Euro gesammelt. Doch es muss viel, sehr viel mehr werden. Baum erklärt: "Der Bauernhof des Schönfelder Ortsvorstehers steht zum Verkauf. Das Areal wäre ideal für den Gnadenhof."

Handicap: Der große Hof mit sieben Hektar Land soll 260 000 Euro kosten. 90 000 Euro müssten bar auf den Tisch gelegt werden. "Der Rest soll über Banken vorfinanziert werden", hofft Baum. Er meint optimistisch: "Wir werden in jedem Dorf im Prümer Land und im Landkreis Vulkaneifel von Haus zu Haus gehen. Wir schaffen die 90 000 Euro-Marke, weil in der Krise alle näher aneinander rücken."

Traditioneller Eifeler Bauernhof wird Gnadenhof



Schönfelds Ortsvorsteher Herbert Thielen gefällt die Idee, dass aus dem traditionellen Eifeler Bauernhof ein Gnadenhof werden soll. Seit drei Generationen hat seine Familie den Hof bewirtschaftet. Weil es keinen Nachfolger gibt, steht der Verkauf der ehemaligen Schönfelder Mühle (bis 1900) an. 1920 brannte das Gehöft ab. Allerdings sei nur das Haupthaus 89 Jahre alt. Die Ställe wurden in den 70er Jahren gebaut und der Hausanbau 1985. Thielen schränkt ein: "Es gibt mehrere Interessenten. Festhalten für den Gnadenhof werde ich das Objekt nicht können."

Bis zum Herbst möchte er den Hof noch bewirtschaften. Die Tierschützer agieren derweil weiter. Momentan versucht Baum noch, den Eifeler Gnadenhof in die Stiftung des renommierten Gut Aiderbichl in Bayern, das von sehr vielen Prominenten getragen wird, zu integrieren. Am 21. Mai ständen konkrete Absprachen mit Aiderbichl-Initiator Michael Aufhauser an. Baum: "Sollte es nicht klappen, werden wir einen Verein für den Gnadenhof gründen." Die Tierschützer appellieren an die Bevölkerung: "Tiere sind ein Teil der Schöpfung, und als Christen sollten wir achten, welche Freude uns Tiere machen." Beide Initiatoren sind durch persönlich tiefgreifende Erfahrungen zu Tierschützern geworden. Hunde hätten ihre Leben gerettet. Baum: "Nach dem Selbstmord meines Sohnes hat mir mein Hund aus den Depressionen und der eigenen Todessehnsucht geholfen." Schuster ergänzt: "Bei mir war es nach zwei Herzinfarkten und dem krankheitsbedingten Jobausstieg die extreme Einsamkeit, bei der mir mein Hund geholfen hat. Außerdem hatte ich wieder was, worum ich mich kümmern muss."

Stiftung Gnadenhof im Internet unter www.stiftung-gnadenhof.de. Kontakt: Ferdinand Baum, 06593/9807525, E-Mail ferdinand-baum@t-online.de, Sonderkonto Stiftung Gnadenhof (eingerichtet und verwaltet von Notar Simonis, Hillesheim) Konto-Nummer 501 024 768 bei der Volksbank Eifel-Mitte (BLZ 58691500).