Für die Kanalgebühren droht ein Preisanstieg

Ende Januar noch vertagt, nun wieder auf der Agenda: Der Kyllburger Verbandsgemeinderat stimmt am heutigen Mittwoch über eine deutliche Erhöhung der Kanalgebühr ab - und so, wie es aussieht, führt kaum ein Weg daran vorbei.

Kyllburg. Sie hatten gehofft, es noch irgendwie abwenden zu können: Im Januar vertagten die Mitglieder des Kyllburger Verbandsgemeinderats die Entscheidung darüber, ob die Kanalgebühr der Verbandsgemeindewerke von 2,95 Euro auf 3,20 Euro pro Kubikmeter angehoben werden sollte. Die Werke hatten die Preiserhöhung insbesondere deswegen angeregt, weil aufgrund der Anfang des Jahres niedrigen Zinssätze das Guthaben auf ihrem Konto deutlich geringer auszufallen drohte.

Die Ratsmitglieder jedoch entschieden, die Entscheidung über eine zusätzliche Belastung der Bürger in der Waldeifel zurückzustellen und zunächst einmal die Zinsentwicklung abzuwarten.

Doch statt endlich wieder in die Höhe zu klettern, ist der europaweite Zinssatz Euribor seit Dezember 2009 gar noch von 1,24 auf 1,21 Prozent gesunken. Ein Umstand, der zwar bei Kreditaufnahmen durchaus seinen Vorteil hat, allerdings von Nachteil ist, wenn man wie die Kyllburger VG-Werke einen Teil der Aufwendungen durch Zinseinnahmen deckt. Rund fünfeinhalb Millionen Euro an Rücklagen haben die Werke auf dem Konto - was jedoch 2008 noch Zinseinnahmen von rund 260 000 Euro einbrachte, wird im laufenden Jahr wohl nur noch ein zusätzliches Plus von 60 000 Euro ergeben. Nicht zu vergessen, dass in diesem Jahr zwingend noch ein Fehlbetrag aus 2005 in Höhe von 50 000 Euro ausgeglichen werden muss - und zwar durch Überschüsse der Werke, nicht durch Übernahme des Defizits durch die VG, wie die Kommunalaufsicht der VG deutlich gemacht hat.

Und somit steht für Werkleiter Klaus-Peter Klauck inzwischen fest, dass eine Erhöhung der Kanalgebühr auf 3,20 Euro pro Kubikmeter gar nicht mehr ausreicht. 3,30 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser soll die Kanalgebühr künftig betragen - sollten die Ratsmitglieder heute Abend zustimmen. "Je länger man wartet, desto mehr Erkenntnisse hat man", erklärt Klauck den erneuten Preisanstieg. Denn inzwischen ist zusätzlich zu dem weiter vor sich hindümpelnden Zinssatz bekannt, dass auf die Werke weitere "unvorhergesehene Ausgaben" hinzugekommen.

In Malberg wurde Sanierungsbedarf an den Abwasserleitungen festgestellt - geschätzte Kosten: rund 42 000 Euro. Doch damit nicht genug: Inzwischen ist auch bekannt, dass der für 2009 kalkulierte Schmutzwasserverbrauch von insgesamt 385 000 Kubikmetern tatsächlich deutlich niedriger ausfällt. Lediglich 360 000 Kubikmeter Schmutzwasser wurden im vergangenen Jahr in der Waldeifel verbraucht - "die Leute sparen", stellt Klauck fest. Und die Einnahmen der Werke gehen damit weiter zurück - eine Tatsache, die kaum eine andere Lösung zulässt, als dass die Kyllburger Ratsmitglieder auf der heutigen VG-Ratssitzung der Erhöhung der Kanalgebühr zustimmen - wenn auch mit Bauchschmerzen. Extra Tagesordnung: Neben dem Beschluss über die Kanalgebühr geht es in der Kyllburger VG-Ratssitzung am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses vor allem um die erforderlichen Maßnahmen am Schulstandort Kyllburg: Die Einrichtung der Ganztagsschule, die Integration der Kita im Schulgebäude sowie die notwendigen Sanierungsmaßnahmen am Schulgebäude werden Thema sein. Zudem steht die Verabschiedung einer Resolution unter dem Titel "Rettungsschirm für die Gemeinden, Städte, Verbandsgemeinden und Landkreise jetzt" auf der Agenda. (neb)

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