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Für die Sonne fehlt noch die Kohle

Für die Sonne fehlt noch die Kohle

6,3 Millionen Euro soll die geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Fließem kosten. Der Zweckverband des Kommunalen Wirtschaftsparks A 60/Fließem, an dem die Ortsgemeinde Fließem sowie die VG Bitburg-Land beteiligt sind, würde gerne in das Projekt einsteigen, sofern das finanziell machbar ist.

Fließem. Wie bei allen regenerativen Energieprojekten gibt es neben Sonne, Wind und Wasser auch noch andere Faktoren, die die Wirtschaftlichkeit beeinflussen. Ein ganz wichtiger Faktor ist dabei - insbesondere in Deutschland - vor allem die Zeit.
Fünf Millionen Kilowattstunden


Denn die staatlich garantierte Einspeisevergütung, die den Produzenten regenerativer Energien über einen Zeitraum von 20 Jahren einen festen Kilowattpreis für den ins Netz eingespeisten Strom garantiert, sinkt ständig. Je früher eine Anlage also am Netz ist, desto höher ist bei gleicher Leistung der jährliche Ertrag.
Den Verantwortlichen beim Kommunalen Wirtschaftspark (KWP) A 60/Fließem ist deshalb sehr daran gelegen, mit dem Projekt möglichst bald beginnen zu können.
Auf dem Gelände zwischen A 60 und Ortsgemeinde Fließem soll in unmittelbarer Nähe des Gewerbeparks eine Photovoltaik-Freiflächenanlage entstehen. Fünf Millionen Kilowattstunden Strom soll die Anlage jährlich produzieren, was rechnerisch dem Bedarf von mehr als 1400 Haushalten entspricht. Der Bau der Anlage steht im Zusammenhang mit der weiteren Erschließung des Gewerbeparks. Deshalb hat der Zweckverband ursprünglich vorgesehen, die für die Photovoltaikanlage notwendige Fläche an die Investoren für 25 000 Euro pro Jahr zu verpachten.
Wie Klaus Schnarrbach, Vorsitzender des Zweckverbands und Fließemer Ortsbürgermeister in Personalunion, sagt, prüfe der Verband jetzt eine direkte Beteiligung an der Anlage.
"Wir haben gemäß Vertrag die Option, der Gesellschaft bis Juli 2014 beizutreten", sagt Schnarrbach. Mit bis zu 40 Prozent könnte sich der KWP-Zweckverband demnach an der Betreibergesellschaft Fließem Solarpark GbR beteiligen und damit dann auch bis zu 40 Prozent von den jährlichen Einnahmen profitieren.
Das Problem ist allerdings, dass der Verband, dem die VG Bitburg-Land und die Ortsgemeinde Fließem als gleichberechtigte Partner angehören, dann auch 40 Prozent der Investitionen übernehmen müsste. Und bei den veranschlagten 6,3 Millionen Euro Gesamtkosten wären das immerhin 2,52 Millionen Euro.
Bei einer Einspeisevergütung von derzeit rund 11,5 Cent stünden dem jährliche Einnahmen von 575 000 Euro gegenüber, von denen dann 230 000 Euro auf das Konto des KWP fließen würden, während sich die restlichen 60 Prozent (345 000 Euro) auf drei private Investoren verteilen würden.
Ob sich der Wirtschaftspark allerdings tatsächlich und dann auch zu 40 Prozent an der Anlage beteiligen wird, ist derzeit noch offen. Wie Schnarrbach erklärt, müsse der Zweckverband zunächst noch die Frage der Finanzierung klären.
Was allerdings die übrigen Voraussetzungen für den Bau der Anlage betreffe, so seien diese so weit erfüllt. Die Baugenehmigung sei bereits Ende 2012 erteilt worden, sagt Schnarrbach. Und auch für die Einspeisung des Sonnenstroms in die RWE-Hochspannungsanlage bei Kyllburg liegen laut Schnarrbach die notwendigen Verträge und Genehmigungen vor.
Die Anlage kann theoretisch also bald gebaut werden. Und der Zweckverband kann sich noch bis Juli 2014 überlegen, ob er sich beteiligen möchte oder es aber doch komplett den Privatinvestoren überlässt und sich mit der Pacht zufriedengibt. uhe