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Für ein paar Prozent mehr

Für ein paar Prozent mehr

BÜDESHEIM/LISSINGEN. Rund 2,6 Millionen Euro sollen die Bodenordnungsverfahren in Lissingen und Büdesheim kosten. 85 Prozent werden aus EU-, Bundes- und Landesmitteln finanziert. Den Löwenanteil wird der Wegebau verschlingen: 50 Kilometer, meist im Wald, sollen gebaut werden.

Als in Lissingen und Hinterhausen die Bodenordnungs-Verfahren anstanden, haben sich die Büdesheimer angedockt. Manfred Schifferings, stellvertretender Vorsitzender der Teilnehmer-Gemeinschaft (TG) Hinterhausen/Büdesheim, erklärt: "In Büdesheim betrifft es ja nur eine Waldinsel von 400 Hektar, wobei alles Privatwald ist." In der Feldflur sei die Bereinigung schon in den 50-er Jahren gemacht worden. Schifferings wertet es als Vorteil, dass die Wege jetzt in Gemeindehand kommen und gleichzeitig neue Wanderwege geschaffen werden. Das gilt auch für die Holzvermarktung: "Wenn man das geschlagene Holz kilometerweit rücken muss, weil es keine Wege gibt, rechnet sich der Verkauf nicht mehr." Mehr Vorteile für Holztransporte

Bisher wurden auf Büdesheimer Gemarkung fünf Kilometer und bei Hinterhausen vier Kilometer neue Wege gebaut. Das verschluckte schon 300 000 Euro der insgesamt 1,4 Millionen Euro Verfahrenskosten. Pro Verfahren sollen 25 Kilometer neue Wege entstehen. Und da kommen die Büdesheimer besonders gut weg. Projektleiter Günter Hack vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR): "15 der 25 Kilometer von diesem Verfahren werden auf Büdesheimer Gemarkung gebaut." Beispiel: In der 80 Hektar großen Gemarkung "Auf Apert" gab es bisher nur einen Weg, in diesem Jahr wurden schon zwei gebaut, ein dritter soll kommendes Jahr folgen. Bei den beiden Verfahren gibt es erhebliche Unterschiede. DLR-Bauingenieur Helmut Jüngels erklärt: "Im Lissinger Wald haben wir eine ganz schwierige topografische Lage mit großen Schluchten und steilen Hängen. Auf Büdesheimer Seite ist es ebener, aber dafür ist der Unterbau wesentlich problematischer zu bearbeiten." Deshalb wurde dort meistens der Boden ausgetauscht, damit eine tragfähige Fahrbahn für den Holzlastverkehr entstehen konnte. Für die TG-Vorsitzenden ist es trotz der Unterschiede wichtig, an einem Strang zu ziehen. Heinz Koßmann, Vorsitzender TG Hinterhausen/Büdesheim: "Die drei Orte sind miteinander verzahnt. Auch oft bei den Eigentumsverhältnissen." Zur TG Lissingen gehören 450 Grundbesitzer, zur TG Hinterhausen/Büdesheim 350. DLR-Projektleiter Hack: "Die Strukturprobleme hören ja nicht an Gemeinde- oder Kreisgrenzen auf. Die drei Orte brauchten dringend eine agrar-strukturelle Entwicklungsplanung." Hack schätzt, dass die Flurstücke erheblich reduziert werden: bei den Waldflächen im Verhältnis eins zu vier und bei den landwirtschaftlichen Nutzflächen im Verhältnis eins zu sechs. Kleine Parzellen seien nicht mehr zeitgemäß. Künftig seien 80 Meter breite Feldfurchen passé und 300 Meter der Durchschnitt. Peter Leuwer, Vorsitzender der TG Lissingen, freut sich: "Wir haben in Lissingen keinen Vollerwerbslandwirt mehr. Dann kriegen wir künftig unser Land besser verpachtet. Es hat nämlich oft lange Gesichter gegeben, wenn man über andere Grundstücke fahren musste, um an seins zu kommen. Das ging ja nicht, ohne Fahrspuren zu hinterlassen." Bewirtschaftete Landschaft statt brachliegender Flächen ist das Ziel. Für Büdesheim ist der Plan-Wunschtermin für 2006, die Besitzübergabe für 2007 geplant. Für die Grundbesitzer bleibt eine Eigenbeteiligung von 15 Prozent an den Kosten. Sie kommen günstiger weg als andere im Bund. Michael Vicktorius: "Weil die Eifel wegen der Topografie und dem Klima ein landwirtschaftlich benachteiligtes Gebiet ist, gibt es ein paar Prozent mehr Förderung." Mehr zur Bodenordnung und den Verfahren im Internet unter www.dlr-eifel.rlp.de.