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Für Leben und Fruchtbarkeit

Für Leben und Fruchtbarkeit

BITBURG. Wie hat sich der Osterhase mit seinen Ostereiern in das Fest geschlichen, an dem die Christen die Auferstehung Jesu feiern? Dazu gibt esverschiedene Erklärungen, fest aber steht, dass Hase und Ei Fruchtbarkeit und Lebensymbolisieren.

Der Hase war das Lieblingstier der griechischen Liebesgöttin Aphrodite und der germanischen Erdgöttin Holda und steht für Fruchtbarkeit und Leben. Ähnlich das Ei, das die Entstehung des Lebens symbolisiert. Und auch bei der Entstehung des Osterbrauchtums stehen am Anfang die Eier, der Hase kam erst später dazu.Denn früher war in der 40-tägigen Fastenzeit der Verzehr von Eiern verboten - Zuwiderhandeln wurde mit Abgaben oder Sonderpflichten bestraft. Um die nahrhaften Eiweißlieferanten haltbar zu machen, wurden die Eier während der Fastenzeit abgekocht. Dabei soll Pflanzenfarbe verwendet worden sein, damit die bereits gekochten Eier von den ungekochten unterschieden werden konnten. In Deutschland ist der Brauch des Eierfärbens seit dem 13. Jahrhundert belegt. Und so sammelte sich bis zum Ende der Fastenzeit ein Überschuss an. Der "Eierberg" musste also abgebaut werden.Vom Eierlieferanten zum Superstar

Die Farben der Eier wurde dabei jeweils eine andere Bedeutung zugesprochen: rot symbolisiert den blutigen Opfertod, weiß steht für die Reinheit, grün für Unschuld und Jugend und orange für Ausdauer, Kraft, Ehrgeiz und Wärme. Bald rankten sich Legenden um die Eierflut an Ostern, verschiedene Tiere wurden darin als Überbringer der nahrhaften Geschenke erwähnt - Fuchs, Kuckuck oder auch der Storch zum Beispiel. Erst ab dem 16. Jahrhundert trat der Osterhase in Deutschland in Erscheinung.Kein Wunder, dass er das Rennen machte: Denn wer, wenn nicht ein schneller, flinker Hase, könnte es schaffen, so viele Eier bunt zu verzieren und an so viele Menschen zu verteilen? Doch nicht nur seine Schnelligkeit qualifizierte den Hasen zum Ostereierlieferanten.Hinzu kommt, dass die flinken Tiere besonders im Frühjahr viele Junge bekommen. Auf der Suche nach Nahrung hielt sich der Hasennachwuchs häufig in der Nähe der Menschen und ihrer Gärten auf. Im 19. Jahrhundert wurde der Osterhase durch Bücher, Schokolade und Spielzeug ein richtiger Superstar.