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Für Liesel eine Selbstverständlichkeit

Für Liesel eine Selbstverständlichkeit

ST.THOMAS. Die Hingabe zur Aufgabe, unbedingte Zuverlässigkeit und gelebte Bescheidenheit: 28 Jahre lang hat Liesel Nikodemus als Küsterin in St.Thomas gewirkt. Jetzt wurde sie in den Ruhestand verabschiedet.

Es ist Freitagabend in der Klosterkirche St.Thomas. Die Gläubigen haben sich zu einer feierlichen Vesper zu Ehren von Thomas Becket, dem Erzbischof von Canterbury und Namenspatron des Ortes, eingefunden. Der Kirchenchor singt. Weil es ein feierlicher Anlass ist und auf besonderen Wunsch. Das erfahren die Gottesdienstbesucher am Ende. Es war der Wunsch von Liesel Nikodemus, die der Orgelmusik und dem Chorgesang der St.Thomaser immer gerne zuhört. So wie der Chor war auch sie 28 Jahre lang fester Bestandteil des kirchlichen Lebens in der Pfarrei. Als Küsterin hat sie im Hintergrund gewirkt. Still und leise, wenn nötig auch energisch, aber immer da und zuverlässig, wenn sie gebraucht wurde. Sie stammt aus dem Saarland und wohnt in Sichtweite der Klostermauern. Im Kloster aber, da war und ist sie zu Hause. Vier Pastoren und mehrere Generationen von Messdienern hat sie kommen und gehen sehen. Geblieben sind ihr die vielen schönen Erinnerungen. Als wir in der Sakristei sitzen und über die drei Jahrzehnte ihres Wirkens sprechen, erlebt sie die Zeit wie aus einem Guss. "Bei Pastor Wolfgang Jakobs hat alles angefangen. Wir haben wunderbar zusammengearbeitet. Bei ihm habe ich gelernt, worauf es im Küsterdienst ankommt", erinnert sich Liesel an den Pastor der ersten Stunde und an die vielen Hausgäste. Auch für die war Liesel Nikodemus eine feste Größe. Wenn schnell mancherlei organisiert werden musste, etwas fehlte, Liesel war stets zur Stelle. Für die Messdiener war sie manchmal eine strenge Vorgesetzte. "Disziplin und die Achtung vor der Aufgabe verlangen das", sagt sie auch heute noch mit Bestimmtheit. Anvertraut sind ihr auch die Pfauen im Klostergarten. Seit jeher kümmert sie sich um das Wohl der Tiere. Das will sie auch beibehalten. Sie löst ihr Halstuch, als wir über die Dinge sprechen, denen sie sich künftig noch mehr widmen möchte. "Das habe ich aus dem Beethovenhaus in Bonn", sagt Liesel, und zeigt das Halstuch, dessen Aufdruck Notenfragmente eines Musikstückes von Beethoven zieren. "Seine klassischen Werke haben es mir besonders angetan", sagt die scheidende Küsterin, die in ungezählten Messen selbst an Orgel und Harmonium für die musikalische Ausgestaltung der Gottesdienste gesorgt hat.Alwine Leinen ist die Nachfolgerin

Als derzeitiger Pfarrverwalter lobte Dechant Klaus Bender das Wirken von Liesel Nikodemus. "Sie waren stets eine zuverlässige Kraft. Freundlich, dennoch bestimmend und selbstbewusst haben sie alles bestens organisiert, was von einer Küsterin erwartet wird. Dafür danken wir ihnen sehr herzlich. Wir wünschen ihnen für ihren weiteren Lebensweg in unserer Mitte Gottes reichen Segen", sagte Klaus Bender. Mit Blumen und einem Präsentkorb, auch im Namen der Pfarrei St. Thomas, wurde Liesel Nikodemus gedankt. Seit dem Jahresbeginn hat Alwine Leinen aus Fließem den Küsterdienst übernommen. Sie ist langjährige Angestellte des Exerzitienhauses St. Thomas und hat Liesel Nikodemus über die Schulter geschaut.