Für Speicher wird ein Traum wahr
Speicher · Vier Jahre lang haben die Speicherer für ihren Traum vom Kunstrasenplatz gekämpft. Nun soll er endlich wahr werden. Das Land hat zugesagt, das Vorhaben mit 300 000 Euro zu fördern. Spätestens zum 100. Geburtstag des Sportvereins im Jahr 2013 sollen die ersten Bälle über das Kunstgrün rollen.
Speicher. Sie haben gekämpft, gezittert, gewartet, jede Menge Geld gesammelt und das Beste gehofft. Nun wird ihr Traum wahr. Speicher bekommt seinen Kunstrasenplatz. Zumindest ist die wichtigste Hürde inzwischen genommen: Das Land hat die lang ersehnte Förderzusage geschickt. Sie ist für Stadt und Sportverein noch schöner als erwartet. Denn statt mit 40 Prozent wird das Land das 713 000 Euro teure Bauvorhaben mit 43 Prozent fördern. Dies entspricht 300 000 Euro. Finanzielle Situation
"Wir sind sehr froh, dass die Zusage da ist", sagt Rudi Willems, Vorsitzender des Fördervereins Kunstrasenplatz Speicher. Denn die finanzielle Lage des Landes werde schließlich nicht besser. Da auch die finanzielle Situation Speichers schwierig ist, steuert der Sportverein einen weiteren großen Teil des nötigen Gelds bei. Arbeiten im Wert von 40 000 Euro werden die Vereinsmitglieder selbst erledigen.Förderverein gegründet
70 000 Euro will der speziell zu diesem Zweck gegründete Förderverein beisteuern. Und bis zu dieser Marke fehlt nicht mehr viel: 65 000 Euro sind mit Hilfe eines Patenschaftsmodells (siehe Extra) bereits zusammengekommen. Nun will der Förderverein ein letztes Mal trommeln, um Speicherer Firmen oder Privatleute zum Spenden zu motivieren. Den Rest - also 303 000 Euro muss die Stadt Speicher über einen Kredit finanzieren. Und den von der Kommunalaufsicht genehmigt zu bekommen, wird die letzte Hürde sein, die der Kunstrasenplatz nehmen muss. Die Gespräche sollen noch diesen Monat stattfinden. Doch sowohl Stadtbürgermeister Erhard Hirschberg als auch Verbandsgemeinde-Chef Rudolf Becker sind zuversichtlich, dass alles klappt. Zumal Speicher vergangenes Jahr die Steuern angehoben hat und nun auch dank größerer Gewerbesteuereinnahemen besser dasteht als ursprünglich gedacht. Ein Geschenk für die Jugend
Und so ist die Freude groß. "Riesengroß", sagt Karl-Heinz Hermes vom Sportverein. Das sei "ein riesiges Geschenk für die Jugend", sagt auch Willi Steinbach, zweiter Vorsitzender des Fördervereins. Denn schon im kommenden Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen. Und wenn alles glatt läuft, können die Fußballer spätestens 2013 auf sattem Kunstgrün kicken. 2013, wenn der Verein ohnehin ein großes Fest zu feiern hat: seinen 100. Geburtstag. Dann können sie kicken, ganz ohne riesige rote Staubwolken, ohne Pfützen vor dem Tor oder Steinchen, die sich bei jedem Sturz ins offene Knie bohren. Nach Ansicht der Vereine und auch der Politiker haben die Fußballspieler dies vor allem der Tatsache zu verdanken, dass von Anfang an alle an einem Strang gezogen haben. Mit einem Ziel: Den lang gehegten Traum vom Kunstrasenplatz endlich wahr werden zu lassen. Meinung
Beispielhafter EinsatzAuf dem Land, wo sonst nicht viel los ist, ist es besonders wichtig, etwas für die Jugend zu tun. Immerhin 250 Kinder und Jugendliche sind in der Jugendspielgemeinschaft der Verbandsgemeinde, und von ihnen kicken viele regelmäßig in Speicher. Auf einem Platz, der schon lange nicht mehr richtig brauchbar ist. Schön, dass sie bald ein ordentliches Spielfeld bekommen. Wenn man sich in anderen Regionen Deutschlands umschaut, kann man kaum glauben, wie hart die Menschen in der Eifel um den "Luxus" eines Kunstrasenplatzes kämpfen müssen. Die Speicherer haben nun beispielhaft gezeigt, wie es trotz aller finanziellen Schwierigkeiten gelingen kann: Wenn alle zusammenhalten, bereit sind, sich zu engagieren und es schaffen, die Menschen der Region mitzureißen. 110 000 Euro kann der Sportverein selbst beisteuern, um seinen Traum zu realisieren. Das ist beachtlich. k.hammermann@volksfreund.deDas Patenschaftsmodell: Um den SV Speicher auf seinem Weg zum Kunstrasenplatz zu unterstützen, hat sich 2007 ein Förderverein gegründet. Mit Hilfe eines Patenschaftsmodells hat der Verein bereits 65 000 Euro gesammelt: Jeder, der will, ob Privatmann oder Firma, kann die Patenschaft für ein Stückchen Kunstrasenplatz übernehmen. Die Namen werden dann entsprechend der Größe des gespendeten Betrags auf einer in 1500 Felder unterteilten Werbetafel festgehalten. Weil die Tafel bereits zu klein ist (es gibt schon 1650 Paten), wird sie demnächst auf 1800 Felder erweitert. Wer den Bau des Kunstrasenplatzes als Sponsor unterstützen möchte, kann sich an Karl-Heinz Hermes, Telefon 0162/2953050, wenden. Paten, die dem Förderverein Geld geben möchten, können sich an Rudi Willems, Telefon 06562/930107, oder Willi Steinbach, Telefon 06562/3149, wenden. kah