Futter gibt's vom Computer

Eines hat beim Milchbauern Bestand: Gemolken wird immer. Denn auch wenn keine Kuh das ganze Jahr lang ununterbrochen Milch gibt, so steht zumindest ein Großteil der Tiere immer mit vollem Euter im Stall. Andere Arbeitsschritte hängen indes stark vom Wetter ab.

 Auf dem Bauernhof von Gerd und Matthias Sohns leben 75 Milchkühe und etwa 100 Jungtiere. TV-Foto: Jens Klein

Auf dem Bauernhof von Gerd und Matthias Sohns leben 75 Milchkühe und etwa 100 Jungtiere. TV-Foto: Jens Klein

Weinsheim-Brühlborn. Bei Gerd Sohns dreht sich alles um die Milch. Gemeinsam mit seinem Vater Matthias betreibt er seit 1991 einen Milchviehbetrieb im Weinsheimer Ortsteil Brühlborn. Die beiden Bauern halten dort 75 Milchkühe und etwa 100 überwiegend weibliche Jungtiere.

Derzeit sind die Rinder alle noch in den beiden Ställen, wohingegen sie im Sommer auf Teilen des insgesamt 55 Hektar großen Grünlands weiden. Zusätzlich bewirtschaften die Milchbauern rund 50 Hektar Ackerland, auf dem Getreide, Raps, Mais, Weizen und Braugerste für den Verkauf oder den Eigenverbrauch als Tierfutter angebaut werden.

"Die Witterung bestimmt bei uns zu einem Großteil über die Qualität und Ertragsmenge im Ackerbau", erklärt Gerd Sohns.

Bei Getreide und Raps blieben beispielsweise meist nur ein paar Tage zum Dreschen, also zum Herauslösen der Getreidekörner aus den Ähren. "Vielen Leuten ist nicht bewusst, wie abhängig man vom Wetter ist", weiß der Milchbauer. Anfang März konnte er die ersten Fässer Gülle auf seinen Feldern ausbringen. "Die Böden sind zwar noch nicht gut befahrbar, aber langsam beginnt die Vegetation wieder zu wachsen", sagt Sohns und fügt hinzu, dass er die Gülle auch ausfahren müsse, um wieder freien Platz im Güllespeicher zu bekommen. Denn der Wirtschaftsdünger durfte einige Monate lang nicht ausgebracht werden und hat sich nun angesammelt.

Im Normalfall folgt der Tagesablauf in Brühlborn einem zumindest teilweise vorgegebenen Rhythmus. Er beginnt morgens gegen 6.15 Uhr für Sohns und seine Frau Elke mit dem Reinigen des Stalls und dem Melken der Kühe. Hierfür kommt in der Landwirtschaft schon seit etwa 50 Jahren eine Melkmaschine zum Einsatz. Abgesehen davon, dass die Anzahl der Kühe das Melken von Hand nicht zulassen würde, seien die Zitzen der Kuh mittlerweile ohnehin viel zu klein dafür, erklärt der Landwirt.

Gegen Abend geht es erneut in den Stall

 Die Milchbauern Matthias (links) und Gerd Sohns. Foto: TV-Archiv/Jens Klein

Die Milchbauern Matthias (links) und Gerd Sohns. Foto: TV-Archiv/Jens Klein



Nach knapp zwei Stunden hat auch das letzte Tier den Melkstand verlassen, so dass er gereinigt werden kann. Während anschließend die Jungtiere gefüttert werden, können die Milchkühe ihre Mahlzeiten in gewisser Weise selbst bestimmen. Sie tragen ein Halsband mit einem Chip und gehen zur computergesteuerten Futterstelle, an der die Kühe im Verlauf des Tages eine individuell vorgegebene Menge Nahrung erhalten.

Die dadurch gewonnene Zeit kann Sohns beispielsweise für die Kontrolle der Tiere auf Krankheiten verwenden.

Nachmittags stehen schließlich Reparaturen der Maschinen oder andere Wartungsarbeiten auf dem Programm. Außerdem wird am Schreibtisch die bevorstehende Aussaat auf den Feldern geplant. Dabei wird unter anderem die Aussaat der letzten Jahre betrachtet, um die Fruchtfolge zu berücksichtigen. Außerdem melden einige Kunden bereits vorab ihren voraussichtlichen Warenbedarf an. "Der grobe Rahmen muss stehen, weil der Dünger gekauft werden muss", sagt der Bauer.

Gegen 17 Uhr begeben seine Frau und er sich erneut in den Stall, weil die Kühe ein zweites Mal gemolken werden müssen. Danach endet auch für Sohns der Arbeitstag - sofern nicht unerwartet Tiere versorgt werden müssen oder wetterbedingt eine Nachtschicht auf dem Feld ansteht.

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