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Gäßestrepperfest mit Taufe

Brauchtum : Bitburger aus der Eifel und von der Ostsee

Peter Hein aus Bitburg und Dirk Niedzwezky aus Neustadt in Holstein wurden am Samstag beim „Gäßestrepperfest“ getauft.

Das hat allen gut getan: Ein Fest feiern, Gemeinschaft erleben, Musik hören, nette Gespräche führen und dann die Taufe von zwei verdienten Männern zu „echt Beberiger Jungen“ verfolgen. Doch bevor die unheilige Bruderschaft unter Federführung von Pater Karl Bosse die Taufhandlungen vollzog, musizierten noch das Akkordeonorchester und der Städtische Musikverein Bitburg. In einer geschmückten Kutsche – Friedel Hülpes führte hier die Zügel – fuhren die Patres die Fußgängerzone hinauf bis zum Petersplatz, wo zahlreiche Zuschauer auf das Spektakel warteten.

Mitbruder und Stadtsprecher Werner Krämer appellierte an die Menge, die Corona-Regeln einzuhalten und moderierte dann die Veranstaltung. Zunächst stellten die Patres das Taufgebräu zusammen: Wasser aus den Flüssen Kyll und Nims, Bitburger Bier, Bohnenkraut und das hochprozentige Getränk Batralzem wurden zu einem Sud gemischt, der garantiert seine Wirkung nicht verfehlen sollte. 

 Stadtsprecher Werner Krämer moderierte die Zeremonie.
Stadtsprecher Werner Krämer moderierte die Zeremonie. Foto: Rudolf Höser

Doch bevor sich das Gebräu über den Köpfen der Täuflinge ergoss, erklangen die traditionellen Lieder der Beberiger Jungen, und es wurde die Laudatio auf die beiden Auserwählten gehalten. „Eich wost gor net, dat den so viel mischt“, bekannte Karl Bosse auf Platt, während Werner Krämer die Verdienste der beiden verlas: „Wir taufen einen gewerblichen Kunden- und Vereinsmeier und einen marinierten Kapitän von der Ostsee.“ Er widmete sich zunächst Peter Hein. Dieser hat aus der elterlichen Buchbinderei die Kunst­ecke Hein gemacht. Der gelernte Buchbinder war seinerzeit der jüngste Buchbindermeister seines Jahrgangs. Er ist als Zweiter Vorsitzender des Bitburger Gewerbevereins tätig, war in Sportvereinen aktiv und im Pfarrgemeinderat. „Er ist ein Hansdampf in allen Gassen“, sagte Krämer unter dem Beifall der Zuschauer. Dann musste Peter Hein die nasse Prozedur über sich ergehen lassen und ertrug sie ohne Murren. Mit Ehren­urkunde und Orden ausgestattet, ist er jetzt ein „echt Beberiger Jung“.

 Am Samstag feierten die Menschen am Bitburger Petersplatz das Gäßestrepperfest. Karl Bosse (rechts) leitete als Pater die traditionelle Taufe der beiden Ehrenamtler Dirk Niedzwezky (im Bild) sowie Peter Hein.
Am Samstag feierten die Menschen am Bitburger Petersplatz das Gäßestrepperfest. Karl Bosse (rechts) leitete als Pater die traditionelle Taufe der beiden Ehrenamtler Dirk Niedzwezky (im Bild) sowie Peter Hein. Foto: Rudolf Höser
 Der Städtische Musikverein begleitete das Fest musikalisch. Unten:  Täuf­linge Peter Hein (Vierter von links) und Dirk Niedzwezky (Fünfter von von links).
Der Städtische Musikverein begleitete das Fest musikalisch. Unten: Täuf­linge Peter Hein (Vierter von links) und Dirk Niedzwezky (Fünfter von von links). Foto: Rudolf Höser
 Der Städtische Musikverein (Foto) und das Akkordeonorchester begleiteten das Gäßestrepperfest musikalisch.
Der Städtische Musikverein (Foto) und das Akkordeonorchester begleiteten das Gäßestrepperfest musikalisch. Foto: Rudolf Höser

Gleiches widerfuhr Dirk Niedzwezky. Ihn kennen die Bitburger als Vertreter der Marine­kameradschaft vom Paten­schiff Juist. Seine Liebe zur See führte ihn zu den Marine­tauchern in Neustadt in Holstein. Seine erste Begegnung mit Bitburg hatte er beim Folklore-Festival 1993. Und seither ist er ständiger Begleiter und treuer Gast in der Bierstadt. Für die for­twährende Freundschaft der Bitburger mit der Marinekamerad ist Niedzwezky der Garant. Freudig empfing auch der Norddeutsche die Taufe und wurde symbolisch zum Biturger. So war das Gäßestrepperfest 2021 eine gelungene Veranstaltung und bereitete allen großes Vergnügen.