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Gastronomie, Tourismus, Baukultur und Eifel-Produkte: Beim Neujahrsempfang der Grünen dreht sich alles um die regionale Identität.

Politik : So schön ist die Eifel

Gastronomie, Tourismus, Baukultur und Eifel-Produkte: Beim Neujahrsempfang der Grünen dreht sich alles um die regionale Identität.

Wenn eine Partei zum Neujahrsempfang einlädt und das dazu noch in einem Jahr, in dem Kommunalwahlen anstehen, könnte man vor allem Werbung für die eigene Partei und Kritik an den anderen politischen Gruppierungen erwarten. Doch die Grünen im Kreis Bitburg-Prüm warben bei ihrem Treffen im Gasthaus Geimer in Plütscheid weniger für ihr Parteiprogramm, sondern vielmehr für die Eifel mit all ihren Qualitäten.

Das Thema Eifel zog sich deshalb auch konsequent durch alle Redebeiträge, die eine Art Rundumschlag für die Vorzüge der Region waren. Ulrike Höfken aus Biersdorf, die sowohl Kreisvorsitzende der Grünen als auch rheinland-pfälzische Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Forsten ist, sprach zwar die Probleme der Europa- und Weltpolitik wie Brexit oder Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen an, aber sie konzentrierte sich hauptsächlich auf die regionale Ebene. Dabei sprach sie über die finanzielle Ausstattung der Kommunen. Es gebe wenig finanzielle Mittel für freiwillige Aufgabe der Kreise, dabei seien diese zahlreich und wichtig. „Wir brauchen Investitionen für Kitas, Baukultur, Breitband, Schulen und ÖPNV“, sagte Höfken. Der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse voran gehen. Im Hinblick auf die Windenergie sprach sie sich dafür aus, dass es umwelt- und bürgerfreundlich sein müsse. Sorgen machten ihr die enormen Waldschäden. 84 Prozent der Bäume seien krank. Dennoch sehe sie Chancen und Möglichkeiten. „Unsere Eifel ist unsere Zukunft“.

Um die besonderen Vorzüge und Merkmale der Eifel hervorzuheben waren einige Redner geladen. Zunächst Agnes Geimer, die zusammen mit ihrem Mann die Räume für den Empfang zur Verfügung gestellt hatte. Sie erklärte, was Eifler Gastronomie ausmacht. So habe sich ihr Betrieb, den sie und ihr Mann in zweiter Generation führen, von der reinen Dorfkneipe in einen Betrieb mit Pension umgewandelt, der die Zeilgruppe der Radfahrer, Wanderer und Motorradfahrer ansprechen soll.  Wichtig sei es, in der Küche regionale Produkte wie Fleisch vom Eifelschwein oder dem Eifelrind zu verwenden.

Über das Thema Baukultur referierte Helmut Fink. Der Architekt ist Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag und Mitglied der Initiative Baukultur Eifel. Er sprach sich dafür aus, alte regionaltypische Häuser zu erhalten und Neubauten so zu errichten, dass sie sich den Stil der Region anpassen. Das sei keine Heimattümelei, sondern stärke die Identität der Eifel in Europa.

Carsten Lenz vom Nengshof referierte über den Tourismus in der Eifel. Er sagte, dass sich die Region weg vom Clubtourismus hin zum Individualtourismus verändert habe. Er warb für die Qualitäten der Eifel als Wanderparadies mit vielen Wanderwegen. An die Bauern richtete er den Wunsch, dass ein Kompromiss zwischen den Notwendigkeiten der Landwirtschaft und den Bedürfnissen der Touristen gefunden werden müsse.