Geburtstag bei den Sensations-Drillingen in Mettendorf

Kostenpflichtiger Inhalt: Interview Kira Fandel : Geburtstag bei den Sensations-Drillingen in Mettendorf: „Wir hatten so ein tolles erstes Jahr“

Die eineiigen Drillinge aus Mettendorf werden ein Jahr alt. Im Geburtstags-Interview spricht Mutter Kira Fandel.

(ct) Vor genau einem Jahr sorgten drei kleine Mädchen im Trierer Mutterkrankenhaus für eine Welt-Sensation: Denn Tara, Amara und Mila wurden als eineiige Drillinge geboren (der TV berichtete). Eine Sensation deshalb, weil die Wahrscheinlichkeit für eineiige Drillinge bei Eins zu 200 Millionen liegt. Was folgte, war für die Eltern Kira Fandel und Willy Gass eine Zeit voller Anstrengung, schöner Momente – und Medienrummel. Zum heutigen ersten Geburtstag spricht Mutter Kira Fandel mit dem TV über das erste Jahr mit den drei Mädels.

Zunächst mal die wichtigste Frage: Was gibt‘s für die Kleinen zum Geburtstag? Gleiche Geschenke?

Gleicher geht kaum: Die eineiigen Drillinge aus Mettendorf, die vor einem Jahr für eine Menge Aufsehen gesorgt haben, werden heute ein Jahr alt. Zum Geburtstag erklärt Mutter Kira unter anderem, wie schwer es ist, die drei auseinanderzuhalten. Foto: TV/Christian Thome

KIRA FANDEL Nein, eigentlich keine gleichen Geschenke. Die drei bekommen einzelne Geschenke mit denen alle drei etwas anfangen können. Alle bekommen ein neues Armband mit ihrem Namen drauf und Lauflernwagen. Und als großes Geschenk renovieren wir momentan ihr Spielzimmer.

Kira Fandel aus Mettendorf ist Mutter von ein­eiigen Drillingen. Mit dem TV spricht sie darüber. Foto: Christian Thome

Die Namensarmbänder waren direkt nach der Geburt extrem wichtig, um die drei auseinanderzuhalten. Ist das immer noch so?

FANDEL Ja, das ist immer noch extrem wichtig. In einzelnen Situationen erkennen wir sie mittlerweile, aber es dient immer noch der Sicherheit.

So leben die eineiigen Drillinge in Mettendorf in der Eifel

Gab es da in diesem ersten Jahr mal kuriose Situationen mit Verwechslungen oder Ähnlichem?

FANDEL Ja. Die kurioseste Situation im ersten Jahr war gleich zu Anfang beim großen Baby-Fotoshooting. Da wurden die Armbänder ausgezogen und es dauerte ein wenig, bis wir wussten, wer welches Kind war.

Gibt es Dinge – vielleicht auch vom Charakter – bei denen die drei sich unterscheiden?

FANDEL Tara ist eher die ruhigere und lacht viel. Amara muss sich immer durchsetzen. Sie hat einen kleinen Dickkopf und erkundet alles. Sie ist aber auch die erste, die gelaufen ist. Und Mila ist die Süße, verzaubert alle mit ihrem Lächeln, kann in manchen Situationen aber auch ganz anders.

Amara war also die erste Läuferin. Wie schnell sind die beiden anderen nachgezogen?

FANDEL Mila zwei Tage danach und Tara vor drei Tagen. Da muss man aber sagen, dass man merkt, dass sie zu dritt sind. Wenn eine etwas macht, machen die anderen es nach. So war es beim Krabbeln auch. Tara ist als erste gekrabbelt, am nächsten Tag Mila und drei Tage danach Amara.

War das erste Jahr anstrengender, als ihr es euch vorgestellt habt?

FANDEL Ganz klares Nein. Wir hatten so ein tolles erstes Jahr. Die Mädels sind super pflegeleicht, von Schlafmangel kann nicht die Rede sein. Seit sie drei Monate alt sind, schlafen sie meist von 19.30 bis etwa 7 oder 8 Uhr durch. Dann hatten wir natürlich auch Hilfe. Der Opa und die Uroma mit dem Uropa wohnen bei uns und die waren immer für uns da. Natürlich auch andere, aber die sind direkt am Geschehen dabei.
Seit etwa sieben Monaten haben wir jetzt eine super Tagesmama, die uns aber auch im Haushalt unterstützt. Das alles funktioniert super gut. Sowohl an sie, als auch an unsere Familie und Freunde möchte ich auch ein dickes Dankeschön loswerden, sie waren immer für uns da, auch wenn wir nicht gerufen haben.

Was war die größte Herausforderung im ersten Jahr?

FANDEL Die größte Herausforderung für mich ist, allen gerecht zu werden. Dass alle drei gleich viel Liebe bekommen. Nur weil Tara mehr kuscheln möchte, muss ich gleichzeitig aber auch an die anderen denken und mich mit denen beschäftigen, damit jeder auch ein bisschen das bekommt, was er möchte. Und für Papa Willy ist die größte Herausforderung ganz klar, dass er Vollzeit arbeiten und Familie unter einen Hut zu bekommen muss.

Direkt nach der Geburt sind viele Medienanfragen bei euch eingegangen für Zeitung und Fernsehen. Hat sich das irgendwann gelegt, oder kommen noch immer Anfragen?

FANDEL Das ist immer noch so und wir freuen uns auch riesig darüber. Wenn die Kinder etwas älter sind und mitentscheiden können, nehmen wir vielleicht auch andere Anfragen an, bisher haben wir jedoch eigentlich alles weitere abgelehnt.

Wie kommt ihr mit der finanziellen Belastung klar?

FANDEL Es ist in Ordnung. Wir haben zur Geburt viele Gutscheine von Drogerien bekommen, was auch jetzt noch für uns das Allersinnvollste ist. Aber ich möchte im nächsten Jahr dann auch wieder Teilzeit arbeiten gehen, die Mädels gehen mit zwei Jahren in den Kindergarten. Dann sieht das Finanzielle auch wieder anders aus.

Wie schaffen Willy und du es, dass ihr nicht nur Eltern, sondern auch Partner seid und Zeit für euch habt?

FANDEL Wir nehmen uns Auszeiten und lassen uns da auch nicht dazwischenreden. Nicht nur als Paar, sondern auch mal jeder für sich. Willy ist in der Freizeit eher der ruhigere Typ, ich gehe dann auch mal feiern oder unternehme was mit Freunden. Die Kinder haben mit vier Monaten das erste Mal zusammen auswärts geschlafen und das hat wunderbar funktioniert. Danach haben sie immer wieder auch mal getrennt bei ihren Paten geschlafen. Dazu kann ich nur allen Eltern raten: Traut euch, eure Kinder auch mal abzugeben. Dadurch seid ihr keine schlechten Eltern. Entspannte Eltern, entspannte Kinder – so sehe ich das.

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